Walter Neff

22.2.1909 – 31.8.1960

  • Geb. am 22. Februar 1909 in Westheim bei Augsburg.
  • Gest. am 31. August 1960 in München.

Kurzbiographie

Walter Neff kam am 22. Februar 1909 in Westheim bei Augsburg zur Welt. Der gelernte Landwirt wurde 1938 nach dem Anschluss Österreichs verhaftet, da er 1934 einen von Nationalsozialisten geplanten Sprengstoffanschlag zur Anzeige gebracht hatte. Im KZ Dachau musste er neun Monate in Einzelhaft verbringen, dann drei Monate in der Strafkompanie, anschließend in verschiedenen Arbeitskommandos.

Ab 1941 arbeitete er als Häftlingspfleger im Krankenrevier. Ab 1942 wurde Neff auf der Versuchsstation des SS-Arztes Sigmund Rascher eingesetzt. Auf Betreiben Raschers wurde er 1942 aus dem KZ Dachau entlassen, jedoch als Zivilangestellter der SS zwangsverpflichtet. Daher musste er weiter unter Rascher arbeiten. 1944 wurde er Kommandoführer eines Dachauer Außenkommandos, nach der Flucht eines Häftlings versetzte man ihn zu einem Panzerjagd-Kommando. Kurz vor Kriegsende kehrte er heimlich nach Dachau zurück, dort beteiligte er sich am Dachauer Aufstand.

Neff wurde 1946 verhaftet, als Häftling zog ihn das Gericht im Nürnberger Ärzteprozess als Zeuge heran. Einer erneuten Verhaftung 1948 entzog sich Neff mit Hinweis auf die verbüßten 17 Monate amerikanische Untersuchungshaft. Neff arbeitete in der Nachkriegszeit nach verschiedenen anderen Tätigkeiten in der Fabrik von Georg Scherer in Dachau. Sein Verhalten im KZ Dachau wurde von Dachau-Überlebenden sehr kontrovers beurteilt. Neff starb am 31. August 1960 in München.

Gedächtnisblatt als pdf-Datei

Das Team des Gedächtnisbuchs bereitet derzeit die Online-Veröffentlichung des Gedächtnisblatts vor.

Verfasserin des Gedächtnisblatts

Laura Knall (Schülerin aus Dachau), 2021.

Weitere Infos im Blog

22.3.2021: Am 22. März 2021 ab 15 Uhr online: Jahrespräsentation

17.3.21: Alles im Kasten! Dreharbeiten zur Jahrespräsentation

12.3.21: Einladung zur Online-Jahrespräsentation am 22. März