Internationales Interesse am Gedächtnisbuch

James Parisi, der Vizepräsident der Lehrergewerkschaft von Rhode Island, interessierte sich bei seinem Besuch in der Gedenkstätte Dachau für das Gedächtnisbuch.

James Parisi besucht die Gedenkstätte

English version 

Parisi besuchte die Gedenkstätte am 5. Oktober 2017 in Begleitung seines Sohns und seines Schwiegersohns. Auf Bitte des BLLV-Landesgeschäftsführers Dieter Reithmeier hatte das Dachauer Forum dazu einen englischsprachigen Referenten organisiert. Ebenfalls an der Führung teilgenommen haben die beiden neuen ASF-Freiwilligen im Gedächtnisbuchprojekt Beata und Maja. Sie nutzten die Gelegenheit, um von ihrer Arbeit und der Gedächtnisbuchausstellung Namen statt Nummern zu erzählen. Es gibt die Ausstellung in einer englischsprachigen Version, zuletzt wurde sie in den USA im Los Angeles Museum of the Holocaust gezeigt.

Erinnerungspolitik nimmt einen großen Raum im Besuchsprogramm von James Parisi ein. Bereits vorher hatte er in München das NS-Dokuzentrum besucht.

(15.10.2017; Text: Irene Stuiber)

An International Interest in the Remembrance Book

James Parisi, Vice President of the Teachers Union of Rhode Island, shows interest in the Remembrance Book during his visit to the Concentration Camp Memorial Dachau.

Parisi visited the Memorial Site on the 5th of October, 2017 with his son and son-in-law. At the request of the BLLV Regional Manager, Dieter Reithmeier, the Dachauer Forum organized an English speaking tour for the group. Also on the tour were the new ASRP Remembrance Book  volunteers, Beata and Maja. They used this opportunity to share information about their work with the Remembrance Book’s temporary exhibit “Names Instead of Numbers”. There is an English version of the exhibition, which was last displayed in the USA at the Los Angeles Museum of the Holocaust.

Parisi took great interest in the subject of remeberance, earlier in the week he also visited the Munich Documentation Center for the History of National Socialism.

(15.10.2017; Text Irene Stuiber; Translation: Maja Lynn)

Gedächtnisbuchrecherche als Film

Monatelang begleitete Filmemacher Julian Monatzeder die Schülerin Katharina Steinegger bei ihrer Erstellung eines Gedächtnisblatts. Das Ergebnis hat der BLLV nun als Film vorgelegt.

Katharina Steinegger in Kaunas

Ein Gedächtnisblatt über den jüdischen Lehrer Ferdinand Kissinger recherchierte die Schülerin Katharina Steinegger im Rahmen eines W-Seminars am Gymnasium Grafing. Der Filmemacher Julian Monatzeder schaute ihr dabei mit der Kamera über die Schulter und dokumentierte die einzelnen Stationen der Entstehung der Biographie. Die Recherche führte die Schülerin nach Dachau, München und nach Kaunas, durch verschiedene Archive und Gedenkstätten.

Möglich machte den Film und die Reise nach Litauen der BLLV, der in diesem Film sein Projekt „Erinnern“ vorstellt, ein Kooperationsprojekt des Gedächtnisbuchs. Den Fachschaften Geschichte der bayerischen Gymnasium ist jeweils ein Exemplar des Films zugegangen. Sehen kann man die 25minütige Dokumentation über die Projektwebsite des BLLV: https://www.bllv.de/Projekt-Website.7941.0.html .

Weitere Informationen zu W-Seminaren im Rahmen des Gedächtnisbuchs sind bei Projektleiterin Sabine Gerhardus erhältlich, die nach Interessenten für ein W-Seminar insbesondere in Franken Ausschau hält. Sie ist unter der Mailadresse info@gedaechtnisbuch.org erreichbar.

(9.10.2017; Foto: Julian Monatzeder, Text: Irene Stuiber)

Herzlich Willkommen, Beata und Maja!

Beata Tomczyk und Maja Lynn haben ihr Freiwilligenjahr für Aktion Sühnezeichen Friedensdienste im Gedächtnisbuch-Projekt und in der Versöhnungskirche begonnen. Herzlich Willkommen!

Die Neuen im Projekt: Beata Tomczyk und Maja Lynn

Die US-Amerikanerin Maja Lynn (19) hat gerade die Highschool abgeschlossen. Ihre Pläne für die Zeit nach ihrem Jahr in Dachau stehen fest: Sie wird an der University of Pittsburg studieren, vermutlich Anthropologie. Doch zunächst einmal will Maja den Freiwilligendienst nutzen, um tief ins deutsche Alltagsleben einzutauchen. Ganz fremd ist es ihr nicht: Ihre Mutter stammt aus Bielefeld, Angehörige leben in Bielefeld und Hamburg. Sie hat sich vorgenommen, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und viel über die deutsche Geschichte zu lernen.

Beata Tomsczyk (26) kommt aus Polen und hat einen Uni-Abschluss als Kulturwissenschaftlerin in der Tasche. Ihre Master-Arbeit hat sie in Warschau über polnisch-jüdische Organisationen und Beziehungen geschrieben. Ein Semester ihres Studiums verbrachte Beata in Tübingen. Auch sie will in Dachau ihre deutschen Sprachkenntnisse verbessern und die Geschichte des 20. Jahrhunderts besser kennenlernen.

Wir wünschen Maja und Beata eine gute Zeit in Dachau und ein interessantes Jahr!

(27.9.2017; IS)

 

 

Zeitreise in die Bremer Geschichte

Als die Schülerin Sophie Weller die Tochter des Regisseurs Karl Fruchtmann für ihr Gedächtnisblatt interviewte, entstand daraus der Kontakt für ein besonderes Praktikum. Sara Fruchtmann und ihr Team betreiben das Bremer Geschichtenhaus.

 

Sophie Weller im Bremer Geschichtenhaus

Im Bremer Geschichtenhaus stellen Arbeitslose im Rahmen von Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen die Geschichte Bremens lebendig und vor historischer Kulisse dar. Sophie Weller erzählt von ihrem Praktikum:

„Als Besucher begibt man sich in ein lebendiges Museum und wird von Darstellern durch die Bremer Geschichte geführt. Von diesem System profitieren alle Beteiligten, da die Besucher zum Beispiel eine lebendige Gesche Gottfried fragen können, warum sie ihre zahlreichen Männer mit Rattengift vergiftet hat. Für die Darsteller ist es eine Auseinandersetzung mit den einzelnen Rollen, mit deren Wirkung und Schicksal. Sie können so andere Persönlichkeiten und Gesichter tragen, sind stets in Kontakt mit Menschen und bauen Motivation und Selbstbewusstsein auf, um das eigene Leben wieder selbstbestimmt zu gestalten.

Ich wurde auch ein wenig ins Schauspiel mit einbezogen. So durfte ich eine kleine Rolle als Aushilfe in einer Bremer Caffestube übernehmen. Es gab keinen Text für mich und so habe ich mit meiner Kollegin, die die Besitzerin der Caffestube spielte, einfach improvisiert. Wir haben gut harmoniert und es hat wirklich Spaß gemacht, sich in eine andere Zeit zu versetzen.

Zum Abschluss meines Praktikums hat Sara Fruchtmann noch das Gedächtnisblatt unterzeichnet, das ich über Karl Fruchtmann erstellt habe.“

(23.9.2017; Text: Sophie Weller/IS)

 

Aus Nummern werden Namen

So betitelt die Fellbacher Zeitung/Stuttgarter Zeitung ihren Artikel über die Gedächtnisbuch-Ausstellungen, die noch bis zum 1. Oktober in Oeffingen zu sehen sind.

Albert Eise – Ausschnitt aus dem Plakat zur Ausstellung

Der Artikel findet sich auf einer Sonderseite des gemeinsamen Lokalteils beider Zeitungen zum 75. Todestag des Oeffinger Paters Albert Eise. Weitere Texte auf dieser Seite stellen die Lebensgeschichte des Paters dar und beleuchten in einem Interview mit Konrad E. Pflug die Bedeutung Eises für die Nachgeborenen.

(13.9.2017; Text: Irene Stuiber)

Ausstellungseröffnung in Oeffingen

„Albert Eise wurde für mich durch diese Seminararbeit zu einem fast lebendigen Gegenüber.“, erzählte Maria Gross über ihre Arbeit am Gedächtnisblatt bei der Ausstellungseröffnung in Oeffingen.

Maria Gross spricht in Oeffingen über ihr Gedächtnisblatt zu Albert Eise

Nach dem alljährlichen Festgottesdienst für Albert Eise eröffnete in der Christus König Kirche in Oeffingen am 3. September die Ausstellung „Namen statt Nummern“ und ihre Ergänzung „Geistliche im KZ Dachau“. Dies geschah im Rahmen der Gedenkveranstaltungen zum 75. Todestag Albert Eises. Manfred Kaiser sprach einleitende Worte, Maria Gross stellte ihr Gedächtnisblatt zu Albert Eise vor und Andreas Kreutzkam veranschaulichte die Hintergründe der Ausstellung.

Maria Gross hatte ihre Arbeiten zu Albert Eise im Rahmen eines Oberstufenseminars am Camerloher Gymnasium in Freising durchgeführt. Sie erläuterte, wieso sie sich als Freisinger Schülerin genau mit dieser Person befasste: „Mein Vater ist Pastoralreferent in Freising. Wie wäre es zum Beispiel ihm ergangen, hätte er seinen Glauben in der NS-Zeit öffentlich gelebt und vertreten?“

Neben dieser persönlichen Fragestellung im Hinblick auf gelebten Katholizismus im Nationalsozialismus gibt es für die Verfasserin einen lokalen Bezug zu Eise: „Albert Eise war bei den Pallotinern in Freising tätig. An der Rückwand der dortigen Kirche sieht man eine Gedenktafel, die an sein Wirken vor Ort erinnert.“ Über die Erstellung der Seminararbeit hinaus legt Maria Gross Wert darauf, die Erinnerung an Eise aufrechtzuerhalten: „Durch seinen Tod hat Albert Eise viele Leute inspiriert, für ihre Meinung und ihren Glauben einzutreten und die Hoffnung auch in dunklen Zeiten zu erhalten.“

 

Starke Bindung Albert Eises an Heimatort Oeffingen

Manfred Kaiser von der Pfarrei Christus König betonte in seiner Ansprache, dass Pater Albert Eise immer eine starke Bindung an seinen Heimatort Oeffingen hatte. Wenn er auf Urlaub in Oeffigen war, sammelte er einen Kreis junger Menschen um sich und führte Gespräche mit ihnen. Die Ausstellung soll verhindern, dass er in seinem Heimatort in Vergessenheit gerät.

Kaiser führte aus: „Was wir heute brauchen sind Menschen, die uns Beispiel sind in ihrer Weltanschauung, in ihren vorgelebten Werten, in ihrer Standhaftigkeit im Glauben. Eises Leben und Werk sollte als Vorbild in unserer Gemeinde lebendig gehalten werden.“

 

Fotos, Briefe, Dokumente aus verschiedenen Lebensphasen

Andreas Kreutzkam erläuterte das Gedächtnisbuchprojekt und die aus ihm entstandene Ausstellung Namen statt Nummern: „Viele Menschen haben sich seither am Projekt beteiligt, Menschen verschiedener Alters- und Berufsgruppen, darunter auch zahlreiche Schüler und Schülerinnen an bayerischen Gymnasien im Rahmen von W-Seminaren. Es sind Ehrenamtliche und Geschichtsinteressierte, die sich als Projektteilnehmer auf die Spurensuche machen und diese Lebensgeschichten zusammentragen.“

Die Projektteilnehmer arbeiten eng mit den Familienangehörigen, manchmal sogar noch mit einem Überlebenden des Lagers selbst zusammen. „Sie suchen nach Fotos, Briefen, Dokumenten aus den verschiedenen Lebensphasen, führen Zeitzeugeninterviews und tragen in oft mühevoller Detektivarbeit Quellen aus ganz verschiedenen Archiven zusammen.  „Ich fühle mich, als ob ich einen Schatz gefunden hätte“, so schrieb uns einmal eine Teilnehmerin über ihre Freude, als sie endlich auf eine Spur gestoßen war.“ Viele Mosaiksteine ergeben dann die Gedächtnisblätter, Lebensgeschichten ehemaliger Dachau-Häftlinge auf vier DIN-A 3 Seiten mit Bildern und Dokumenten.

Die Ausstellung in Oeffingen ist noch bis zum 1. Oktober zu sehen.

 

Galerie: Fotos der Gedenkveranstaltungen

 

(7.9.2017; Text: Irene Stuiber)

 

 

ASF-Freiwilligendienst: Vielen Dank, Lera und Sandra!

Ende August endet der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste-Freiwilligendienst von Lera und Sandra. Durch ihre Unterstützung konnte vieles im Gedächtnisbuchprojekt realisiert werden, was sonst nicht möglich gewesen wäre. Tausend Dank!

V.l.n.r.: Sabine Gerhardus, Sandra Usselmann, Lera Plotnyk

Noch bis 26.9.2017 ist eine Ausstellung in der Versöhnungskirche zu sehen, die die beiden gestaltet haben: Sie haben Bekannte aus mehreren Nationen zum Thema Rassismus befragt. Die Antworten zeigen sie zusammen mit einem Foto der Autorin / des Autors. Näheres dazu findet sich auf Website der Versöhnungskirche:
http://versoehnungskirche-dachau.de/angebote/pages/Ausstellungen.php

Sandra und Lera kehren zurück nach Großbritannien bzw. in die Ukraine. Im September starten zwei neue Freiwillige aus Polen und den USA ihren Freiwilligendienst in Dachau.

(31.8.2017; Text: Irene Stuiber; Foto: Klaus Schultz)

 

Einladung: Gedenkgottesdienst und Ausstellungseröffnung in Oeffingen

In Oeffingen findet am 3. September um 10 Uhr ein Gedenkgottesdienst anlässlich des 75. Todestags von Pater Albert Eise statt. Im Anschluss erfolgt die Eröffnung der Ausstellungen „Namen statt Nummern“ und „Geistliche im KZ Dachau“. Verfasserin Maria Gross stellt ihre Gedächtnisbuch-Recherchen zu Albert Eise vor.

Albert Eise – Ausschnitt aus dem Plakat zur Ausstellung

Im Rahmen des W-Seminars am Freisinger Camerloher Gymnasium recherchierte die Schülerin Maria Gross die Biographie von Albert Eise, der für sein Engagement in der Schönstattbewegung KZ-Haft erleiden musste und im KZ Dachau starb.

Anlässlich der Gedenkveranstaltungen zum 75. Todestag Pater Albert Eises in Oeffingen wird sie ihre Forschungen bei der Ausstellungseröffnung vorstellen. Einführende Worte in die Ausstellung kommen von Manfred Kaiser und Andreas Kreutzkam.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen finden sich rechts im Veranstaltungskalender dieser Website.

Das Gedächtnisblatt zu Albert Eise ist im Verzeichnis der Gedächtnisblätter zu sehen:
https://www.gedaechtnisbuch.org/eise-albert/

(30.8.2017; Foto: Ausstellungsplakat, Auschnitt; Text: IS)