Polnische Städte: Oświęcim und Krakau

Die Studienfahrt nach Auschwitz/Oświęcim zeigte auch das moderne Leben in den beiden Städten Oświęcim und Krakau. Die Stadtrundgänge boten jede Menge Informationen zur polnischen Geschichte und Kultur.

Sylwia Stańska am Marktplatz

Sylwia Stańska führte die Reisegruppe durch die knapp 40000 Einwohner umfassende Stadt Oświęcim und hatte dabei auch einen Besuch im Jüdischen Museum des Orts eingeplant.

Oświęcim, an wichtigen Handelswegen gelegen, wurde im Hochmittelalter erstmals urkundlich erwähnt. Die Stadt war dem Magdeburger Recht unterstellt, eine Stadtrechtsform, die sowohl den Handel wie auch die Koexistenz verschiedener Religionen förderte.

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beherbergte Oświęcim mehr jüdische als katholische Einwohner, auch vorher war der Anteil der jüdischen Bevölkerungsgruppe groß. Ab 1772 und bis 1918 gehörte die Stadt zum Habsburgerreich. So gut wie alle Einwohner bekannten sich bei den Volkszählungen der österreichischen Doppelmonarchie zur polnischen Sprache. 1939 zählte die Stadt etwa 14000 Einwohner, darunter mindestens 7000, womöglich sogar bis zu 8000 Juden. Der weitgehend friedlichen Koexistenz von Juden und Katholiken bereitete die deutsche Besetzung 1939 ein schreckliches Ende.

Jüdisches Museum Oświęcim

Der österreichische Gedenkdiener im Jüdischen Museum präsentierte den Studienreisenden das Museum und in die Synagoge. Ein Teil der ausgestellten Gegenstände waren bei Ausgrabungen am Platz der durch die Deutschen zerstörten Großen Synagoge  gesichert worden.

Das Museum gibt Einblick in das Leben des jüdischen Bevölkerungsteils in Oświęcim mithilfe von Fotos, Dokumenten und Gegenständen; es zeigt wirtschaftliche Bedeutung und kulturelle Vielfalt, durch die Shoah unwiederbringlich beendet.

Stationen des Stadtrundgangs

Die Geschichte der Burg Oświęcims geht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Mehrmals abgebrannt und wiederaufgebaut beherbergt sie heute ein Museum zur Stadt- und Schlossgeschichte. Sie thront über der Soła, dem Fluss, der die Stadt durchzieht.

Direkt neben der Soła gibt es in Oświęcim einen einzigen Stolperstein, er geht auf die Initiative eines Architekten zurück und erinnert an Franziska Henryka Haberfeld. Eine weitere Station des Stadtrundgangs führte zum Platz der Großen Synagoge, heute ein Gedenkpark. Die Synagoge selbst hatten die Deutschen 1939 niedergebrannt. Bei Ausgrabungen fanden sich Teile der Ausstattung der Synagoge, die heute im Jüdischen Museum zu sehen sind.

Der Marktplatz schließlich war die letzte Station des Rundgangs durch die Stadtgeschichte Oświęcims. Dank Eisdielen, Cafés und Einkaufsmöglichkeiten in nächster Nähe punktete hier die Gegenwart der Stadt.

Krakau

Einen Tag lang flanierten die Studienfahrer durch Krakau, die zweitgrößte Stadt Polens, 50  Kilometer von Auschwitz entfernt. Weronika Brill führte über den Burgberg, den Wawel, und durch die Altstadt.

Ausgangspunkt war der Busbahnhof, unterhalb des Wawels direkt an der Weichsel gelegen. Die Promenade am Fluss erfreut sich auch bei Einheimischer großer Beliebtheit und führte zunächst an der Drachenhöhle vorbei (– der Legende nach hat der Stadtgründer den Drachen besiegt.

Der Burgberg Wawel

Die heutige Kathedrale auf dem Wawel geht auf das 14. Jahrhundert zurück, hatte aber bereits zwei Vorgänger. Neben ihr steht das ehemalige Königschloss, ein prachtvoller Renaissancebau.

Auf dem Wawel ist die wechselvolle Geschichte Polens zum Greifen nahe. Mit dem Umzug der polnischen Hauptstadt nach Warschau, der Besetzung durch die Schweden im 17. Jahrhundert und in der Zeit der polnischen Teilung unter habsburger Herrschaft verfielen die Prachtbauten, Wien stationierte eine Garnison auf dem Burgberg. Während der Besatzung durch die Nazis residierte der deutsche Generalgouverneur Hans Frank auf dem Wawel und organisierte von hier aus den deutschen Vernichtungsfeldzug in Polen.

Die heutige Pracht der Bauten ist umfangreichen Renovierungsarbeiten zu verdanken.

Krakaus Altstadt

Die mächtige Stadt Krakau erhielt im 13. Jahrhundert das Magdeburger Stadtrecht. Von ihrer Bedeutung zeugt die Altstadt mit ihrem symmetrischen gitterförmigen Straßennetz und unzähligen prunkvollen Palais und Kirchen. Der Marktplatz mit den Tuchhallen, dem Trompeter an der Marienkirche und nicht zuletzt seinem gastronomischen Angebot lockte zum Verweilen.

Leider blieben viele Krakauer Sehenswürdigkeiten unbesichtigt und warten auf künftige Besuche.

Gefördert durch die Europäische Union und den Landkreis Dachau.

(21.11.22; IS)

Studienfahrt nach Auschwitz/Oświęcim

Zu den zentralen Programmpunkten des deutsch-polnischen Partnerschaftsprojekts von Gedächtnisbuch und Dachauer Forum gehörte die Studienfahrt nach Auschwitz/Oświęcim im Oktober 2022. Sieben Tage dauerte die Exkursion, allein die An- und Abreise mit dem Bus nahm zwei ganze Tage in Anspruch.

An der Studienfahrt beteiligten sich alle Schülerinnen und Schüler des im September gestarteten W-Seminars „Namen statt Nummern“ am Ignaz-Taschner-Gymnasiums in Dachau. Lehrerin Hedi Bäuml, die Leiterin von Gedächtnisbuch und Projekt Erinnern Sabine Gerhardus sowie weitere erwachsene Teilnehmende vorwiegend aus Stadt und Landkreis Dachau, alle dem Bereich Zeitgeschichte und dem Gedächtnisbuch verbunden, fuhren ebenfalls mit. Annerose Stanglmayr, Geschäftsführerin des Dachauer Forums, leitete die Studienfahrt. Trotz der weiten Anreise nahm Marese Hoffmann, stellvertretende Dachauer Landrätin, zwei Tage in Oświęcim am Programm der Studienfahrt teil.

Das Programm in Oświęcim betreute Sylwia Stańska, die Leiterin der Bildungs- und Programmabteilung der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Oświęcim. Es umfasste sowohl gemeinsame Veranstaltungen für Jugendliche und Erwachsene wie auch Programmpunkte, bei denen beide Gruppen getrennte Wege gingen.

Besuch in der Gedenkstätte

Zentral war für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studienfahrt der Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Zwei jeweils vierstündige Rundgänge durch das Stammlager und über das Lager Auschwitz-Birkenau informierten die Teilnehmenden über die Vorgänge im deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz in den Jahren 1940 bis 1945. Bis heute ist die Zahl der hier Ermordeten nicht eindeutig geklärt, sie bewegt sich im Bereich zwischen 1,1 und 1,5 Millionen Menschen.

Einblicke in die Geschichte der Gedenkstätte und die heutigen Herausforderungen, die sich dem Gedenkort stellen, wurden in weiteren Programmpunkten deutlich: Krystyna Oleksy erläuterte die Geschichte dieser seit 1947 bestehenden Institution. Die Arbeit des Archivs der Gedenkstätte erklärte Krystyna Leśniak der gesamten Gruppe.

Den Schülerinnen und Schülern bot sich dann die Gelegenheit, bereits an Ort und Stelle mit vorbereiteten Archivalien und Online-Ressourcen an ihren Gedächtnisblättern und den Biographien für das Projekt Erinnern des BLLV zu arbeiten. Nicht für alle Lebensgeschichten fanden sich Archivialien im Archiv der Gedenkstätte Auschwitz, aber dank der Hinweise auf digitalisierte und online veröffentlichte Bestände anderer Archive gab es für jeden Seminarteilnehmer Anknüpfungspunkte zur Recherche.

Parallel dazu erläuterte Margrit Bormann der restlichen Gruppe, wie die Gedenkstätte die Herkulesaufgabe bewältigt, bauliche Überreste, Dokumente und jene Güter zu konservieren, die den Ermordeten gehört hatten und die die SS nicht mehr wegschaffen oder zerstören konnte.

Erinnerungskultur in Auschwitz/Oswiecim

Zufällig war es möglich, Pfarrer Manfred Deselaers, Theologe, Buchautor und Mitarbeiter des katholischen „Zentrums für Dialog und Gebet“ in  Oświęcim, im Plenum der Studienfahrt zu begrüßen. Deselaers erzählte, wie es dazu kam, dass er seit über 30 Jahren in Auschwitz lebt und was ihn motiviert, in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers Bildungs- und Versöhnungsarbeit zu leisten.

Der Erinnerungskultur vor Ort verpflichtet ist die Internationale Jugendbegegnungsstätte Oświęcim. Ein Vortrag von Elżbieta Pasternak, Pädagogin an der Jugendbegegnungsstätte, machte die Exkursionsteilnehmer mit der Geschichte dieser seit 1986 bestehenden Institution vertraut.

Nur für die Erwachsenen ergab sich die Gelegenheit, die raumgreifenden Zeichnungen und Installationen des Künstlers Marian Kołodziej in den Ausstellungsräumen des Franziskanerklosters Harmęże zu besichtigen. Kołodziej überlebte die Konzentrationslager Auschwitz, Buchenwald, Sachsenhausen, Gusen und Groß-Rosen. Seine Kunstwerke spiegeln die Monströsität und unfassbare Grausamkeit des Erlebten.

Land und Leute, Geschichte und Gegenwart

Mehrere Programmpunkte ermöglichten, mehr über polnische Geschichte und Gegenwart zu erfahren: Gleich am ersten Tag des Aufenthalts informierte sich die gesamte Gruppe bei einem Stadtrundgang in Oświęcim und einem Besuch des Jüdischen Museums über die Geschichte der weitgehend jüdischen Kleinstadt Oświęcim vor 1945 und die Gegenwart der heutigen Stadt. Die jugendlichen Teilnehmer tauschten sich am dritten Tag der Exkursion in einer zweistündigen Begegnung mit polnischen Jugendlichen aus und hörten etwas über deren Erinnerungsprojekte. Ein eintägiger Aufenthalt in Krakau inklusive einer Stadtführung bot schließlich allen die Gelegenheit, sich in der zweitgrößten Stadt Polens umzuschauen.

Gefördert durch die Europäische Union und den Landkreis Dachau.

Hinweis
Detailliertere Berichte über die einzelnen Programmpunkte der Studienfahrt sind in Vorbereitung und können dann hier im Blog gelesen werden.

(6.11.22; Irene Stuiber)

Vortrag zur Geschichte jüdischer Lehrer in Schwaben

In einem Referat zur Geschichte jüdischer Lehrer in Schwaben stellte Sabine Gerhardus unlängst zwei Lebensgeschichten jüdischer Lehrer vor, die Schüler im Rahmen des Schwesterprojekts des Gedächtnisbuchs, dem BLLV-Projekt Erinnern, unter ihrer Leitung erarbeitet hatten. Dies geschah im Rahmen der „34. wissenschaftlichen Tagung zur Geschichte und Kultur in Schwaben“.

Die „34. wissenschaftliche Tagung zur Geschichte und Kultur der Juden in Schwaben“ wurde durch den Heimatpfleger i.R. des Bezirks Schwaben, Peter Fassl, organisiert und moderiert. Mit dem Schwerpunktthema „Jüdische Ärzte, Juristen und Lehrer in Schwaben vom 19. Jahrhundert bis in die Neuzeit“ sollten Forschungslücken über die Vertreter dieser Berufsgruppen geschlossen werden, erläuterte Fassl. Zwar lägen zahlreiche Forschungsarbeiten zu diesen Gruppen für andere Regionen Deutschlands vor, jedoch nicht für Bayerisch-Schwaben. Mit einem Überblick über die Situation der jüdischen Lehrer in Schwaben eröffnete Gerhardus die Sektion „Lehrer“.

Sabine Gerhardus bedankte sich bei den Veranstaltern für die Einladung. Sie freue sich über die Gelegenheit, auf der Konferenz die Erinnerungsarbeit des BLLV vorstellen zu dürfen. Ihren Vortrag begann sie mit einem Zitat des BLLV-Ehrenpräsidenten Klaus Wenzel bei der Gedenkfeier in den Räumen der Landesgeschäftsstelle anlässlich der 150-Jahrfeier des Verbands: „Als BLLV schämen wir uns, weil wir Schuld auf uns geladen haben.“ Es sei unverzeihlich, „dass wir unsere jüdischen Kolleginnen und Kollegen in der Zeit ihrer Verfolgung im Stich ließen, dass auch wir sie aus unserer Solidargemeinschaft ausgeschlossen und dass wir sehr lange diesen Teil unserer Verbands- und unserer Professionsgeschichte verdrängt haben.“

Der BLLV hat sich der eigenen Geschichte gestellt und die Erforschung der jüdischen und verfolgten Kollegen in Bayern in Auftrag gegeben. Seitdem ist eine Datenbank mit mehreren hundert Namen von bayerischen Lehrern und ein Schülerprojekt entstanden, in dem Schüler und Schülerinnen Biographien von jüdischen und verfolgten Lehrern erstellen. 2020 veröffentlichte der Berufsverband eine Studie über jüdische Verbandsmitglieder: „Max Liedtke und Wolfgang Sosic: Von Aufbrüchen und Tragödien. Jüdische Mitglieder im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) 1861-1945“. Mit dem „Forum Erinnern“ (forum-erinnern.de) hat der BLLV 2021 zudem eine Vernetzungs-Plattform der Erinnerungsarbeit geschaffen, über die Bildungsangebote und Erinnerungsprojekte zur Geschichte des Nationalsozialismus aktuell vorgestellt werden.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts setzte die Landflucht den jüdischen Landgemeinden in Bayern zu, erläuterte Sabine Gerhardus weiter. Die Zahl der jüdischen Einwohner Schwabens sank von 6891 im Jahr 1840 auf nur noch 2490 im Jahr 1932 – von denen nur noch 412 in Landgemeinden lebten. In Schwaben gab es 1926 noch 13 israelitische Kultusgemeinden, die noch elf Religionsschulen bestrieben, davon drei mit einem Wanderlehrer. Dazu gab es noch vier jüdische Volksschulen. Im Vergleich dazu hatte der Regierungsbezirk Unterfranken noch 112 Kultusgemeinden und 97 jüdische Bildungseinrichtungen.

Auf der Grundlage von zwei von Schülerinnen verfassten Biographien referierte Sabine Gerhardus über den Ausbildungsweg und die soziale Lage der jüdischen Volksschullehrer zwischen dem auslaufenden 19. Jahrhundert und der Zerschlagung der jüdischen Gemeinden in der NS-Zeit.

Ein Gedächtnisblatt über den Augsburger Religionslehrer Ernst Fränkl schrieb 2022 die Schülerin des Dachauer Ignaz-Taschner-Gymnasiums Dachau, Marie-Sophie Albrecht. Fränkl wurde 1874 in Altenstadt an der Iller geboren. Bevor er sich für ein Universitätsstudium entschied, das er mit Promotion abschloss, durchlief er die zu seiner Zeit vorgeschriebene Volksschullehrer-Ausbildung und den Ausbildungsweg zum jüdischen Religionslehrer. Den Vorbereitungsdienst leistete Fränkl als Religionslehrer in der fränkischen Gemeinde Georgensgmünd. 1896 legte er die Anstellungsprüfung in Augsburg ab, wo er über 40 Jahre blieb. Im November 1938 war Ernst Fränkl im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Nach seiner Entlassung aus dem Konzentrationslager floh er nach Kapstadt/Südafrika. Dort fand er Arbeit als Privatlehrer. Ernst Fränkl starb am 29. März 1949 in Kapstadt.

Die Biographie des Religionslehrers und Kantors Moses Wetzler wurde 2017 von der Schülerin Franziska Haupt am Eichendorff-Gymnasium Bamberg verfasst. Moses Wetzler stammte aus Mittelfranken, er schloss ein Schullehrerseminar in Würzburg ab, sein Zeugnis wurde von der Königlich Bayerischen Schullehrer-Inspektion gezeichnet. Da er 1868 auch eine Prüfung bei Rabbiner Dr. Seligmann Bär Bamberger, dem Gründer der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg ablegte, konnte er als Religionslehrer arbeiten. Seine Anstellungsprüfung bestand er 1872. Wetzler war acht Jahre als Religionslehrer, Kantor und Schächter in Binswangen tätig, von 1874 bis 1882, anschließend kehrte er wieder nach Franken zurück. Bis 1921 war er Lehrer in Kronach.

Ein Tagungsband mit den Vorträgen der Konferenz soll 2023 erscheinen.

(29.10.22; Sabine Gerhardus/IS)

Ausstellung „Namen statt Nummern“ bis Ende Oktober in Dachau

In der Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte ist noch bis 31. Oktober 2022 die Wanderausstellung des Gedächtnisbuchs „Namen statt Nummern“ zu sehen. Ein Gottesdienst am 16. Oktober 2022, ebenfalls in der Versöhnungskirche, widmet sich den im KZ Dachau und seinen Außenlagern inhaftierten Frauen.

Parallel zur Ausstellung können Besucher im Gesprächsraum der Versöhnungskirche in den Originalfassungen der Gedächtnisblätter lesen oder an einem Monitor ihre digitale Fassung konsultieren. Diese Möglichkeiten stehen auch nach dem Ende der Ausstellung zur Verfügung, geöffnet ist jeden Tag von 10 bis 16 Uhr.

Im „Gedenkgottesdienst für die Frauen im KZ Dachau“ am Sonntag, dem 16. Oktober 2022 um 11 Uhr in der Versöhnungskirche, wird unter anderem auf die Niederländerin Willemijn Petroff-van Gurp hingewiesen, der ein Gedächtnisblatt gewidmet ist.

Ausführliche Informationen zur ausleihbaren Wanderausstellung des Gedächtnisbuchs „Namen statt Nummern“ finden sich hier:
https://www.gedaechtnisbuch.org/internationale-wanderausstellung/themen-und-inhalte/

Das Gedächtnisblatt zu Willemijn Petroff-van Gurp lässt sich hier nachlesen, auf Niederländisch und auch in deutscher Übersetzung:
https://www.gedaechtnisbuch.org/gedaechtnisblaetter/?f=P&gb=4494

Über die aktuelle Ausstellung und den Gedenkgottesdienst am 16. Oktober informiert die Website der Versöhnungskirche:
https://www.versoehnungskirche-dachau.de/

(12.10.22; Irene Stuiber)

 

Start des neuen Gedächtnisbuchseminars am Ignaz-Taschner-Gymnasium

Am Dachauer Ignaz-Taschner-Gymnasium startete am 20. September 2022 das neue W-Seminar des Gedächtnisbuchs unter der erfahrenen Leitung von Hedi Bäuml. In diesem Seminar wird der Schwerpunkt auf den Biographien jener Häftlinge liegen, die nicht nur das KZ Dachau, sondern auch das KZ Auschwitz erleiden mussten, vermutlich in manchen Fällen auch weitere Lager.

Zehn Teilnehmer*innen des neuen Seminars mit Lehrerin Hedi Bäuml

15 Schülerinnen und Schüler belegten das Seminar. Am Seminarstart nahmen auch die beiden Freiwilligen von Aktion Sühnezeichen Friedensdienst teil. Für Sara Brunner war es der erste Tag im Gedächtnisbuchprojekt. Ioanna Taigacheva, die das Gedächtnisbuch schon seit einem Jahr unterstützt, hielt ihre Eindrücke vom ersten Seminartag am Taschner-Gymnasium für uns fest:

„Es war eine gute Erfahrung. Ich bin sehr froh, dass ich am W-Seminar teilgenommen habe. Es war sehr interessant, die Gründe für die Wahl der Schüler zu hören und wie sie ihr Interesse am Thema Zweiter Weltkrieg begründen. Darüber hinaus erschien mir die Einbeziehung der Familiengeschichte sehr inspirierend für eine detailliertere Untersuchung der Biographie eines ehemaligen Häftlings von Konzentrationslagern.“

Auch Sabine Gerhardus, die Projektleiterin des Gedächtnisbuchs, ist erfreut über den Verlauf  des ersten Seminartermins:

„Ich fand die erste Sitzung des W-Seminars am 20. September vielversprechend. Die Schüler und Schülerinnen machen einen offenen und interessierten Eindruck. Es ist ein großer Kurs, aber alle scheinen motiviert und wollen auch an der Studienfahrt nach Oświęcim/Auschwitz teilnehmen.
Alle haben erzählt, weshalb sie das Seminar gewählt haben: Aus Interesse an der Geschichte des Nationalsozialismus, bei einigen spielte auch die Nähe des ehemaligen Konzentrationslagers eine Rolle. Bei einem Schüler wurde das Interesse, mehr zu erfahren, durch einen Besuch an der KZ-Gedenkstätte geweckt. Die Schüler erzählten auch über Familienerinnerungen an die NS-Zeit.“

Fünf Teilnehmerinnen mit Projektleiterin Sabine Gerhardus

(2.10.22; Fotos: Sara Brunner; IS)

 

Für eine verantwortungsvolle Erinnerungskultur

Mit mehr als 40000 Personen stellten polnische Gefangene die größte Häftlingsgruppe im KZ Dachau. An ihr Leiden erinnerte Kirchenrat Björn Mensing mit einer Gedenkfeier am 18. September 2022 in der Evangelischen Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau anlässlich des 83. Jahrestags der Deportation der ersten polnischen Häftlinge in das KZ Dachau. Es sprachen unter anderem der Dachau-Überlebende Leszek Żukowski, die Schriftstellerin Maria Aniśkowicz sowie Bundesratspräsident Bodo Ramelow. Hedwig Bäuml, Lehrerin am Ignaz-Taschner-Gymnasium, stellte das deutsch-polnische Projekt des Gedächtnisbuchs vor.

Der 93-jährige Leszek Żukowski  berichtete über seine Leidenszeit in den deutschen Konzentrationslagern. Die deutschen Besatzer verhafteten den Jugendlichen am 2. September 1944 in Warschau. Żukowski war bei der Befreiung des KZ Dachau 16 Jahre alt, schwer krank und hatte zu diesem Zeitpunkt 8 Monate Konzentrationslagerhaft nur knapp überlebt. In Flossenbürg zwang man ihn zur Arbeit im Steinbruch und in den Flugzeugwerken der Messerschmitt AG. Am 20. April 1945 musste er sich mit weiteren 5000 Häftlingen auf einen Todesmarsch begeben, nur 1200 von ihnen erreichten das KZ Dachau am 27. April 1945, zwei Tage vor der Befreiung.

Żukowski  erlitt in den Konzentrationslagern eine Vielzahl unmenschlicher Grausamkeiten, alle mit dem Ziel der Auslöschung der Häftlinge. Ohne die Hilfe anderer polnischer Gefangener hätte er nicht überlebt. „Aufgrund meiner eigenen Erfahrung in den beiden Konzentrationslagern behaupte ich, dass unser Überleben allein von der göttlichen Vorsehung abhing.“ Mit diesen Worten schloss Leszek Żukowski seine Rede.

Nicht überlebt hat Jakub Sabasz, der Uroßvater der 1953 geborenen polnischen Schriftstellerin Maria Aniśkowicz. Sie schrieb über seinen Tod im KZ Dachau ein Gedicht, das bewegender Bestandteil der Gedenkfeier wurde. Für Sabasz wurde eine Kerze entzündet, ebenso für die Überlebenden des KZ Dachau Woldemar Gastpary, Adam Kozłowiecki und Mania Knobloch, die jeweils mit Kurzbiographien gewürdigt wurden. Zu denjenigen, die an die Schicksale der polnischen Verfolgten erinnerten, gehörte auch der Shoah-Überlebende und Vorsitzende der Lagergemeinschaft Dachu Ernst Grube.

Ramelow: Plädoyer für eine verantwortungsvolle Erinnerungskultur

Bodo Ramelow, Bundesratspräsident und thüringischer Ministerpräsident, ergriff das Wort, um eine Lanze für eine verantwortungsvolle Erinnerungskultur zu brechen. „Man spürt und weiß: Ein System, dass die Unmenschlichkeit zum Handlungsprinzip erhebt, das andere vernichten will und für ‚vernichtbar‘ hält, ist in der Lage, unaussprechliches Leid zu erschaffen.“ Vor diesem Wissen müsse man sich der eigenen Verantwortung stellen. „Polen war das erste Land, das von Deutschland überfallen wurde. 6 Millionen Polen wurden ermordet – ein Ausmaß an Vernichtungswut und -willen, das die Worte fehlen lässt.“

Eine Geschichtswende oder eine Revision dessen, was passiert ist, dürfe es nicht geben, genauso wenig wie ein Ausgrenzen oder Auseinanderdividieren der Opfer, so Ramelow. „Es gibt nicht ‚mehr jüdische‘ oder ‚mehr polnische‘ Opfer, sondern es gibt nur die Opfer, für die wir die Verantwortung übernehmen müssen. Deswegen stehen wir hier zusammen.“
 
Deutsch-polnisches Erinnerungsprojekt des Gedächtnisbuchs
 

Hedwig Bäuml, Geschichtslehrerin am Ignaz-Taschner-Gymnasium in Dachau, betreut im begonnenen Schuljahr  zum wiederholten Mal ein W-Seminar des Gedächtnisbuchs. Sie stellte das Projekt Gedächtnisbuch sowie das deutsch-polnische Erinnerungsprojekt vor. Die Schüler*innen ihres Seminars werden an der Studienreise nach Auschwitz im Oktober 2022 teilnehmen. Für die Biographien, die die Seminarteilnehmer*innen in den nächsten zwei Jahren erarbeiten werden, gilt wie auch für bisherige Gedächtnisblätter: „Da jede Biographie anders ist, wird uns ein sehr persönliches und individuelles Erinnerungsbild eines Menschen, der oft Unsägliches erleiden musste, gegeben.“

Die Texte der Gedenkfeier lassen sich auf der Website der Versöhnungskirche nachlesen:
https://www.versoehnungskirche-dachau.de/aktuelles-0
Die gesamte Gedenkfeier steht als Audiostream online:
https://youtu.be/_Ae59ypmz-4

(27.9.22; Irene Stuiber)

Wir trauern um Henk van de Water

In den Niederlanden ist am 21. September 2022 Henk van de Water, der letzte niederländische Überlebende des KZ Dachau, gestorben. Sein großer Traum, am 29. Januar 2024 seinen hundertsten Geburtstag zu feiern, durfte er leider nicht erleben.

„Genießt das Leben, Jungs, so wie ich!“ Diesen Ratschlag gab Henk den Schülern Jelle und Ischa, die 2014 für das Gedächtnisbuch ein Interview mit ihm führten. Nach dem ernsten Interview über die Kriegszeit und Henks Haft im KZ Dachau fanden sie gleich ein leichtes Thema, über das sie (nun beim Bier) weiter plaudern konnten. Genauso wie die beiden Schüler liebte Henk Fußball. Leidenschaftlich erzählte er den beiden über den FC Eindhoven, dessen ältester Fan er war. Nie verpasste Henk ein Heimspiel der ersten Mannschaft seines Fußballclubs. Nachdem er im hohen Alter Ehrenmitglied des Vereins geworden war, schaute er sich jedes Heimspiel zusammen mit seiner Frau von der Skybox aus an. „Dort ist es bequem und ich bin natürlich froh darüber“, sagte er. „Aber eigentlich war es schöner, als ich jünger war und wir uns das Spiel noch von der Tribüne aus anschauen konnten. Denn da sitzen die wirklichen Fans und ist es richtig gemütlich.“

Henks Leben hatte einen schwierigen Anfang. Seine Mutter starb, als er erst drei Jahre alt war und hinterließ vier Kinder. Sein Vater heiratete von neuem und es kamen noch sechs Kinder dazu. Doch die Pflegemutter mochte Henk nicht und er wurde er in ein Heim geschickt. Für Henk war es eine besonders einsame Zeit. Als er 16 war und die Pflegemutter starb, wurden alle Kinder in Heime gebracht. Weil Henk dafür zu alt war, mietete sein Vater für sich und ihn ein Zimmer. Das war 1940, als die Niederlande von den Deutschen besetzt wurden.

Henk hatte eine Stelle bei Philips in Eindhoven, wurde 1943 jedoch gezwungen, im Rahmen des Arbeitseinsatzes nach Deutschland arbeiten zu gehen. In Stuttgart wurde er sehr von Heimweh gequält und als ihm nach zwei Jahren immer noch kein Urlaub gestattet wurde, beschloss er abzuhauen. Er wurde verhaftet, zurück zum Arbeitsplatz gebracht, verweigerte aber die Arbeit und wurde dann ins KZ Dachau verschleppt. Die fast drei Monate, die er hier bis zur Befreiung verbrachte, machten einen unauslöschlichen Eindruck auf ihm. Schwer erkrankt vom Flecktyphus überlebte er nur knapp.

Trotz oder vielleicht gerade wegen all dem, verstand Henk es, das Leben zu genießen. Zusammen mit seiner Frau Ria, die er nach dem Krieg kennenlernte, arbeitete er bis ins hohe Alter 43 Jahre lang als Marktkaufmann. Die Sommerferien verbrachten sie häufig in Monaco und im Winter ging es zum Skilaufen in die Berge in der Schweiz. Es war eine glückliche Ehe: Ria war seine große Liebe und Henk die ihre. „Ria, wir haben es zusammen so gut, nicht wahr?“, sagte er ihr oft. Henk betonte immer wieder, wie glücklich er mit ihr war. Ein großer Redner war er nicht, doch als am 22. März 2015 Henks Gedächtnisblatt von Ischa und Jelle in Dachau präsentiert wurde, überwand er seine Nervosität und nutzte die Gelegenheit, Ria in seinem Schlussworts eine öffentliche Liebeserklärung zur bevorstehenden Goldenen Hochzeit zu machen.

Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 28. September 2022, in kleinem Kreis statt. Wir wünschen Ria viel Kraft bei diesem Verlust.

Link zum Gedächtnisblatt
https://www.gedaechtnisbuch.org/gedaechtnisblaetter/?f=W&gb=7420

(24.9.22; Foto: Ria van de Water; Text: Jos Sinnema)

 

Willkommen im Team, Sara!

Sara Brunner, neue Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste an der Versöhnungskirche, verstärkt seit Mitte September 2022 das Team des Gedächtnisbuchs. Ihre Kollegin Ioanna Taigacheva bleibt ein weiteres Jahr  in Dachau, ihr Freiwilligendienst begann im September 2021.

V.l.n.r.: Ioanna Taigacheva, Sara Brunner, Projektleiterin Sabine Gerhardus

Sara Brunner kommt aus Pennsylvania (USA). Sie arbeitete 12 Jahre als Konditorin und beschloss dann einen Neuanfang. Daraufhin studierte Sara an der Shippensburg University International Studies und Deutsch. Während ihres Studiums lebte sie ein Jahr als Austauschstudentin an der Uni in Paderborn. Einen Schwerpunkt ihres Studiums bildete ein Kurs über den Holocaust, sie beschäftigte sich mit der Entwicklung des KZ-Systems. Nach dem Abschluss als Bachelor war sie auf der Suche nach einer Möglichkeit, in Deutschland leben und arbeiten zu können. Einer ihrer Professoren an der Shippensburg University empfahl ihr Aktion Sühnezeichen Friedensdienste als Anlaufstelle.

Die in Gedenkstätten geleistete Erinnerungsarbeit findet Sara Brunner sehr wichtig. Sie erhofft sich von der Zeit in Dachau eine Vertiefung ihrer Kenntnisse über die NS-Zeit. Und vielleicht, so meint sie, findet sie während ihres Freiwilligenjahrs ein Thema für ihre Masterarbeit.

Das Team des Gedächtnisbuchs heißt Sara sehr herzlich willkommen und freut sich über ihre Mitarbeit!

(20.9.2022; IS)

 

Gedenkfeier zur Erinnerung an polnische Häftlinge im KZ Dachau

Bei einer Gedenkfeier am 18. September 2022 erinnern neben anderen Rednern die Zeitzeugen Leszek Żukowski und Ernst Grube sowie Bundesratspräsident Bodo Ramelow an die polnischen Häftlinge im KZ Dachau. Polnische Häftlinge bildeten im Konzentrationslager Dachau die größte nationale Häftlingsgruppe.

Titelblatt des Gedächtnisblatts für Piotr Wodnik, Ausschnitt

Bereits am 16. September 1939, zwei Wochen nach dem deutschen Überfall auf Polen, wurden 25 Männer aus Ostoberschlesien ins KZ Dachau verschleppt. Am 23. September 1939 kamen mit dem nächsten Transport aus Polen 74 Gefangene nach Dachau. Bis zur Befreiung des Lagers litten insgesamt mehr als 40.700 Menschen aus Polen im KZ Dachau, unter ihnen fast 10.000 jüdische Häftlinge. Die polnischen Häftlinge waren im KZ Dachau die größte nationale Gruppe. Waren es zunächst nur Männer, so wurden in den letzten Kriegsjahren auch etwa 1600 Frauen aus Polen nach Dachau verschleppt.

Am Sonntag, 18. September 2022, 15 Uhr, veranstaltet die Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau in Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft München eine Gedenkfeier zum 83. Jahrestag der ersten Deportation von Polen ins Konzentrationslager Dachau.

Bei der Gedenkfeier sprechen

  • der polnische Widerstandskämpfer und KZDachauÜberlebende Leszek Żukowski (93) aus Warschau,
  • die polnische Schriftstellerin Maria Aniśkowicz, deren Urgroßvater Jakub Sabasz im KZ Dachau ermordet wurde,
  • der HolocaustÜberlebende Ernst Grube (89, Präsident der Lagergemeinschaft Dachau),
  • der Bundesratspräsident und Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow,
  • die Studiendirektorin Hedwig Bäuml, die mit Jugendlichen vom  Dachauer IgnazTaschnerGymnasium an einem deutschpolnischen Austausch des Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau teilnimmt,
  • Jan Kwiatkowski (Poznań), Historiker, früherer  Freiwilliger von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste an der Versöhnungskirche und im Gedächtnisbuch sowie Gedenkstättenreferent,
  • Anna Baumgartner vom Vorstand der DeutschPolnischen Gesellschaft München
  • sowie Pfarrer Edwin Pech (Karpacz), Vertreter der EvangelischAugsburgischen Kirche in
    Polen im Kuratorium der Versöhnungskirche,
  • und Kirchenrat Björn Mensing, Pfarrer und Historiker an der Versöhnungskirche.

Von den polnischen Häftlingen wurden im Dachauer KZSystem mindestens 8390 ermordet. Einer von ihnen war Jakub Sabasz (18731941). Seine 1953 geborene Urenkelin, die in Deutschland lebende polnische Schriftstellerin Maria Aniśkowicz, verarbeitete seinen Tod in einem Gedicht, das sie bei der Gedenkfeier vorträgt.

Unter den mehr als 14.000 am 29. April 1945 von der U.S. Army in Dachau befreiten polnischen Häftlingen war der damals sechzehnjährige Leszek Żukowski. Er hatte 1944 im Warschauer Aufstand in der Armia Krajowa (Heimatarmee) gegen die Deutschen gekämpft, war ins KZ Flossenbürg  verschleppt worden und am 27. April 1945 nach einem mörderischen Todesmarsch mehr tot als lebendig in Dachau eingetroffen. Bei seiner Befreiung wog er nur noch 29 Kilogramm. Leszek Żukowski, einer der wenigen noch als Zeitzeuge aktiven Kämpfer des Warschauer Aufstands, kommt nach Dachau, um erstmals am Ort seiner Befreiung öffentlich zu sprechen.

Bodo Ramelow, Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, wurde im Herbst 2021 turnusgemäß für ein Jahr zum Präsidenten des Bundesrates gewählt. Er ist damit einer der höchsten Repräsentanten der Bundesrepublik Deutschland und Vertreter des Bundespräsidenten. Bodo Ramelow hat in den letzten Jahrzehnten mehrere KZGedenkstätten besucht, auch in Polen. Nach Dachau kommt er erstmals.

Eine Anmeldung zur Gedenkfeier ist nicht erforderlich, der Ton wird in den Innenhof der Versöhnungskirche übertragen. Da bei der Gedenkfeier in der Versöhnungskirche keine größeren Abstände eingehalten werden können, gilt FFP2Maskenpflicht.

Die Veranstaltung wird via Livestream übertragen und kann auch später noch gesehen werden:
https://www.facebook.com/events/1053082908680644

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sich auf der Website der Versöhnungskirche
https://www.versoehnungskirche-dachau.de/veranstaltungen

(11.9.21; PM/IS)