Gedenken an Werner Sylten

Am 12. August 2022 jährt sich der Todestag von Werner Sylten zum 80. Mal. Der Mitarbeiter des Büro Grüber wurde im August 1942 aus dem KZ Dachau nach Schloss Hartheim deportiert und dort ermordet. Die Evangelische Versöhnungskirche erinnert in einem Gottesdienst am 14. August 2022 an den im Widerstand aktiven Pfarrer.

Barbara Kittelberger mit Werner Sylten 2008

Im Gottesdienst in der Versöhnungskirche wird die emeritierte Münchner Stadtdekanin Barbara Kittelberger am 14. August 2022 den Widerstandskämpfer Werner Sylten würdigen. Barbara Kittelberger kennt Walter Sylten, den Sohn von Werner Sylten, von Tagungen des internationalen Kuratoriums der Versöhnungskirche. Walter Sylten war 12 Jahre alt, als er mit der Ermordung seines Vaters Vollwaise wurde.

Das Gedächtnisbuch widmete Werner Sylten bereits 2010 ein von Heinrich Bauer und Klaus Schultz verfasstes Gedächtnisblatt:
Gedächtnisblatt Werner Sylten

Weitere Informationen zum Gottesdienst:
https://www.versoehnungskirche-dachau.de/gottesdienste

(7.8.2022; IS)

Abschluss des Seminars am ITG: Abschiedsessen und Urkunden

Ein gemeinsames Mittagessen beendete das W-Seminar „Namen statt Nummern“ am Dachauer Ignaz-Taschner-Gymnasium. Für die Verfasser*innen von Gedächtnisblättern gab es nach der Pizza eine Urkunde.

V.l.n.r.: Amelie Salvermoser, Mirja Höfer, Anna Schlichenmayer, Hedi Bäuml und Sabine Gerhardus

Kursleiterin Hedi Bäuml und Sabine Gerhardus luden die Teilnehmer*innen des W-Seminars „Namen statt Nummern“ Anfang Juli zum Essen ein, weil sie sich nach der fast zweijährigen Zusammenarbeit bei allen bedanken und den erfolgreichen Abschluss des Projekts feiern wollten. Zum Abschluss erhielten die Schülerinnen für die neuen Beiträge im Gedächtnisbuch noch ihre Urkunde.

Leider fiel die Runde kleiner aus als erhofft. Manche waren schon in Urlaub, andere mussten kurzfristig wegen Krankheit absagen und mit Fieber das Bett hüten. Wer nicht anwesend sein konnte, hat sein Zertifikat inzwischen mit der Post erhalten.

Sabine Gerhardus hat viele gute Wünsche für die Seminarteilnehmer: „Ganz herzlich bedanke ich mich auf diesem Wege bei allen für die schöne Zusammenarbeit, für euer Interesse am Schicksal der ehemaligen Häftlinge und NS-Verfolgten. Ich wünsche Euch einen lustigen oder entspannten Sommer mit viel Freude und viel Glück und Erfolg für euren weiteren Lebensweg! Meldet euch gerne auch später noch, ich werde mich immer freuen zu erfahren, wohin das Leben euch verschlägt und was euch bewegt!“

(31.7.22; Sabine Gerhardus/IS)

 

Johann-Turmair-Realschule Abensberg startet Recherche

Maria Rauscher, Geschichtslehrerin der Johann-Turmair-Realschule Abensberg, recherchiert zusammen mit ihrer neunten Klasse die Lebensgeschichte von Karl Frey für ein Gedächtnisblatt.

Am 14. Juli 2022 besuchte die Klasse die KZ-Gedenkstätte. In der Versöhnungskirche sahen sich die Schüler*innen verschiedene Gedächtnisblätter an und erfuhren von Sabine Gerhardus mehr über das Projekt. Maria Rauscher schrieb: „Meine SchülerInnen und ich fanden Ihre Vorstellung des Gedächtnisbuches sehr hilfreich. Es war konkret und anschaulich. Jetzt können sich die Kinder etwas darunter vorstellen.“

Tags darauf besuchte der Sohn von Karl Frey die Klasse in Abendberg: „Herr Frey hat auch das Original des Schutzhaftbefehls und einiges mehr. Er brachte auch die Häftlingsjacke seines Vaters sowie ein Schiff mit, das im KZ Dachau gefertigt wurde und in seinem Besitz ist. Das sind schon starke Sachzeugnisse, die die Schüler beeindruckten.“, berichtete die Lehrerin.

(22.7.2022; Sabine Gerhardus/IS)

Heimatpreis für Geschichtswerkstatt

Die Geschichtswerkstatt im Landkreis Dachau erhielt den Heimatpreis Bayern für „besondere Verdienste um Kultur, Heimat und Brauchtum“.

„Wir freuen uns sehr über die Würdigung der Geschichtswerkstatt und vor allem dass Ihre und Eure Arbeit ausgezeichnet wird!“ Mit diesen Worten überbrachte Annerose Stanglmayr, Geschäftsführerin des Dachauer Forums, die Nachricht. Das Gedächtnisbuch beteiligte sich in den vergangenen Jahren an der Geschichtswerkstatt mit umfangreichen Forschungen über Häftlinge des KZ Dachaus, die aus dem Landkreis stammten oder hier wohnten.

Die Würdigung der Arbeit der Geschichtswerkstatt fand im Rahmen einer Veranstaltung in der Allerheiligen-Hofkirche der Residenz München statt. Der Bayerische Staatsminister für Finanzen und für Heimat, Albert Füracker, überreichte den Preis der Projektleiterin der Geschichtswerkstatt, Annegret Braun, die von einer kleinen Delegation von Haupt- und Ehrenamtlichen begleitet wurde. Landrat Stefan Löwl und Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath freuten sich mit den Mitgliedern der Geschichtswerkstatt über die Anerkennung.

(16.7.22; Foto: Bernhard Seidenath; Text: Sabine Gerhardus/IS)

 

 

Juli 2022: Ausstellungen des Gedächtnisbuchs in Pfreimd

Beide Wanderausstellungen des Gedächtnisbuchs, „Namen statt Nummern“ und „Priester im KZ-Dachau“, sind vom 9. bis 31. Juli 2022 in der Klosterkirche in Pfreimd zu sehen. Die Ausstellung zeigt erstmals ein Banner über den Franziskanerpater Karl Mangold.

Fransziskanerpater Karl Mangold

Die Ausstellung begleitet das Gedenken an den Franziskanerpater Petrus Mangold anlässlich seines 80. Todestags. Hans Paulus verfasste über Mangold ein Gedächtnisblatt und präsentierte es am 22. März 2022 bei der Jahrespräsentation des Gedächtnisbuchs der Öffentlichkeit. Der Franziskanerpater Mangold geriet ab 1934 immer wieder in Auseinandersetzungen mit den Nationalsozialisten und starb 1942 im KZ Dachau. Für die Pfreimder Ausstellung ergänzte das Gedächtnisbuch die Wanderausstellung „Priester im KZ Dachau“ um ein Banner über Petrus Mangold.

Am 17. Juli 2022, also einen Tag vor seinem 80. Todestag, findet zum Gedächtnis an Petrus Mangold um 9 Uhr in der Klosterkirche in Pfreimd ein Gedenkgottesdienst statt. Anschließend wird neben dem Kirchenportal eine Gedenkplatte für den Franziskanerpater enthüllt. Danach findet die offizielle Eröffnung der Ausstellung „Namen statt Nummern“ in der Klosterkirche statt.

Ausstellung
Klosterkirche in 92536 Pfreimd, 9. bis 31. Juli 2022, täglich geöffnet

(10.7.2022; IS)

„Namen statt Nummern“ im Landkreis Roth
Vom 2. Juni bis zum 3. Juli 2022 war die Gedächtnisbuch-Ausstellung „Namen statt Nummern“ im Landkreis Roth zu sehen. Das Resümee ist positiv, eventuell gibt es eine Wiederholung der Aktion.

Rainer Geier bei der Aktion „hände hoch für demokratie“

Rainer Geier, Mitarbeiter des Kreisjugendrings Roth, wurde auf die Ausstellung  aufmerksam und bot sie den „Schulen ohne Rassismus“ im Landkreis Roth an. So konnte die  Ausstellung in der Dr. Mehler Schule Georgensgmünd, in der Mittelschule Rednitzhembach  und in der Realschule Hilpoltstein gezeigt werden. Die Lehrkräfte führten mit den Schülern verschiedene Projekte durch, die sich mit den Schicksalen und Biografien der KZ-Häftlinge befassten.

„Durch die Ausstellung werden die Schicksale der inhaftierten Menschen sehr  greifbar und hautnah dargestellt.“, meint Rainer Geier zur Ausstellung. Er kann sich gut vorstellen, die Wanderausstellung noch einmal in den Landkreis zu holen.

(27.6.22; Rainer Geier/IS)

 

Gedenken an Wolfgang Niederstraßer mit Heinrich Bedford-Strohm und Claudia Roth

Die Versöhnungskirche erinnert am Sonntag, dem 26. Juni 2022, an Pfarrer Wolfgang Niederstraßer, der vor 80 Jahren in der evangelischen Kirche von Warmensteinach im Dekanat Bayreuth gegen das NS-Regime predigte.

Inge und Wolfgang Niederstraßer

Diese Predigt vom 28. Juni 1942 führte ihn letztlich im April 1945 ins KZ Dachau, als einzigen Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Im Gedenkgottesdienst würdigt der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm den widerständigen Pfarrer. Für die in der Ukraine lebenden ehemaligen Häftlinge des KZ-Dachau Iwan Kutschmin, Pavlo Scharun und Wassyl Wolodko wird in den Fürbitten gebetet. Die Kollekte bittet um einen Beitrag zur Nothilfe des Maximilian-Kolbe-Werks für KZ- und Ghetto-Überlebende in der Ukraine. 

Beim Empfang nach dem Gottesdienst spricht Claudia Roth ein Grußwort. In der neuen Bundesregierung ist sie als Beauftragte für Kultur und Medien unter anderem für die Aufarbeitung des Nationalsozialismus und die Gedenkstätten zuständig. Als Kulturstaatsministerin ist es ihr erster Besuch in der KZ-Gedenkstätte Dachau.

Die Versöhnungskirche weist daraufhin, dass im Gottesdienst FFP2-Maskenpflicht gilt, da in der Versöhungskirche keine größeren Abstände eingehalten werden können. Der Gedenkgottesdienst wird via Livestream übertragen, auch später lässt sich die Aufzeichnung abrufen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung, zum Livestream und zur Videoaufzeichnung finden sich auf der Website der Versöhnungskirche:
https://www.versoehnungskirche-dachau.de/gottesdienste

Hier finden Sie Informationen zu dem Wassyl Wolodko gewidmeten Gedächtnisblatt:
https://www.gedaechtnisbuch.org/gedaechtnisblaetter/?f=W&gb=11792

(21.6.22; Foto: privat; IS)

Trägerkreis plant die nächsten Monate

In einer Online-Sitzung hat der Trägerkreis des Gedächtnisbuchs am 1. Juni 2022 die nächsten Monate im Projekt besprochen. Auf der Tagesordnung stand auch eine Nachbesprechung der Präsentation am 22. März 2022.

 

Projektleiterin Sabine Gerhardus vor Ausstellungsbannern

Erfreulich war das Spendenaufkommen während und nach der Präsentation im März. Der Trägerkreis dankt allen, die das Gedächtnisbuch auf diese Weise unterstützen! Die Finanzsituation ist leider nach wie vor heikel. Ein großes Danke geht auch an Josef Pröll, der eine Videodokumentation der Veranstaltung angefertigt hat.

Die Jahrespräsentation findet immer am Jahrestag der Errichtung des KZ Dachau statt. Im nächsten Jahr muss bei der Planung bedacht werden, dass es sich um ein besonderes Datum handelt: Genau 90 Jahre sind dann seitdem vorgangen.

Erfreulich für das Gedächtnisbuch ist auch, dass die Wanderausstellungen wieder nachgefragt werden. In diesem Zusammenhang klärte der Trägerkreis auch Fragen der Wartung der Ausstellung.

Im September 2022 wird ein neues Freiwilligen-Jahr im Gedächtnisbuch beginnen. Die derzeitige ASF-Freiwillige Ioanna Taigacheva bleibt noch ein Jahr länger in Dachau und wird auch in diesem Zeitraum das Gedächtnisbuch unterstützen.

Video der Gedächtnisbuchpräsentation am 22. März 2022

Hier der Link zum Film:
https://vimeo.com/694753479

Unsere Konten für Spenden (Empfänger Dachauer Forum):

Sparkasse Dachau IBAN: DE68 7005 1540 0380 9352 62
BIC: BYLADEM1DAH

Volksbank Raiffeisenbank Dachau IBAN: DE05 7009 1500 0000 0155 55
BIC: GENODEF1DCA

Bitte mit dem Vermerk: Spende Gedächtnisbuch

250 Hilpoltsteiner Schüler*innen sehen Ausstellung des Gedächtnisbuchs

Zwischen dem 23. Mai und dem 2. Juni 2022 zeigte die Realschule Hilpoltstein die Wanderausstellung des Gedächtnisbuchs „Namen statt Nummern“.

Etwa 250 Schülerinnen und Schüler besuchten mit ihren Lehrkräften die Ausstellung. „Biographien ehemaliger Häftlinge des KZ Dachau werden in der Ausstellung „Namen statt Nummern“ eindrucksvoll präsentiert.“,  so das Fazit der Schule.

Weiter heißt es in einem Bericht der Realschule Hilpoltstein: „Menschen aus ganz Europa – im Übrigen auch aus dem Bezirk Hilpoltstein – werden in der Ausstellung vorgestellt – Menschen, die mit dem Eintreffen im KZ ihre Identität verloren haben und zu Nummern wurden…
Die Schülerinnen und Schüler erfahren im Geschichtsunterricht viele Daten und Fakten – begreifbar wird Geschichte aber erst, wenn menschliche Schicksale beleuchtet und wenn Namen und ihre Geschichte erfahrbar werden.“

(30.5.22; RS Hilpoltstein/IS)