Reflexionsrunde im Dachauer W-Seminar

Ein Erfahrungsaustausch war am 6. Februar 2024 Thema im W-Seminar am Dachauer Ignaz-Taschner-Gymnasium. Ein weiterer Punkt: die nächsten Schritte bei der Fertigstellung der Gedächtnisblätter und im deutsch-polnischen Projekt.

Sabine Gerhardus, die Projektleiterin des Gedächtnisbuchs, berichtet:

Letzten Dienstag haben Marine und ich uns seit langem wieder mit dem W-Seminar getroffen.

Wir haben eine Reflexionsrunde gemacht. Ich habe den Schülern zwei Fragen gestellt: „Ihr habt euch nun ein Jahr lang mit der Biografie eines ehemaligen Häftlings beschäftigt. In diesem Seminar hat ja dabei nicht nur die Geschichte des KZ Dachau eine Rolle gespielt, sondern auch die des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Das war bestimmt nicht immer leicht auszuhalten. Gab es etwas, was dich besonders bedrückt hat? Uns was hat dir Mut gemacht oder dich bestärkt?“ Es war eine sehr offene Runde, in der wir gut in den Gedankenaustausch gekommen sind.

Anschließend haben wir noch zusammen die Ausstellung in der Schule, den Besuch der polnischen Reisegruppe, die Fertigstellung der Gedächtnisblätter und die Präsentation der Gedächtnisblätter am 22. März 2024 besprochen.

(14.2.24; Sabine Gerhardus/IS)

Recherchen zur Biographie von Benjamin Goldfeld

Eine wichtige und manchmal überraschende Quelle sind die Entschädigungsakten von Überlebenden des KZ Dachau. Die Akten zu Benjamin Goldfeld konnten Projektleiterin Sabine Gerhardus und die Enkelin von Benjamin Goldfeld Ende Januar 2024 im Landesentschädigungsamt in München einsehen.

Michaela Ban bei der Recherche

Das Gedächtnisblatt zu Benjamin Goldfeld ist ein richtiges Familienprojekt geworden. Benjamin Goldfeld war polnischer Jude, hat die Konzentrationslager Auschwitz-Blechhammer, Groß-Rosen und Buchenwald überlebt, wurde in Theresienstadt oder während eines Evakuierungsmarsches befreit und kam im Mai 1945 nach Dachau.

Goldfeld wohnte fünf Jahre im Landkreis und betrieb in Dachau eine kleine Trikotagenfertigung. Er freundete sich mit einer Dachauerin an, Rosina Haberditzel, die aber nicht in die USA auswandern wollte. Goldfeld hingegen konnte nicht in Deutschland bleiben und so trennten sie sich. Aber zu seiner Tochter Rosemarie, die in Dachau geboren wurde, hielt er Zeit Lebens Kontakt und besuchte sie und ihre Familie in den 1970er Jahren.

Lisa Ban, seine Urenkelin, wollte mehr über das Schicksal ihres Urgroßvaters erfahren und nahm am W-Seminar Namen statt Nummern am Ignaz-Taschner-Gymnasium teil. Sie verfasste eine Seminararbeit und ein Gedächtnisblatt über Benjamin Goldfeld. An den abschließenden Recherchen im Landesentschädigungsamt arbeitet nun auch ihre Mutter Michaela Ban mit. Sie hat ihren Großvater bei seinen Besuchen in Dachau noch kennengelernt. Michaela Ban wird bei der Jahrespräsentation des Gedächtnisbuchs am 22. März 2024 die Biografie vorstellen.

(5.2.24; Foto: Sabine Gerhardus; Text: Sabine Gerhardus/IS)

 

Rückblick auf 2023

Viel Hintergrundarbeit war zu leisten im vergangenen Jahr, aber es wie immer gab es auch öffentliche Veranstaltungen. Immerhin acht Gedächtnisblätter konnten bei der Jahrespräsentation 2023 vorgestellt werden.

Ausstellungseröffnung in Pennsylvania

Bei einer Gedenkveranstaltung unterzeichneten die Angehörigen von Vera Neumeyer deren Gedächtnisblatt. Wir freuen uns, dass nun die Biographie der Dachauer Tanzpädagogin vorliegt, deren Arbeit bis heute unterschätzt wird.

Mit Marine Charbonneau hat eine Französin 2023 die Freiwilligenarbeitarbeit für Aktion Sühnezeichen Friedensdienste aufgenommen. Wie schön, dass sie gerne Beiträge für den Blog schreibt – immer sehr interessante Einblicke in die erinnerungskulturelle Tätigkeit einer sehr aktiven ASF-Freiwilligen.

Die Wanderausstellung „Namen statt Nummern“ des Gedächtnisbuchs konnte im vergangenen Jahr sogar einmal in den USA gezeigt werden. Nicht ganz einfach, die transatlantischen Modalitäten, die mit einer solchen Präsentation verbunden sind – aber es ist gelungen!

International wird es im nächsten Jahr weitergehen, soviel sei schon verraten, mit einem deutlichen Schwerpunkt auf unserem deutsch-polnischen Erasmus+Projekt.

Weitere Infos gibt es hier im Blog zum Zurückblättern und auf der Seite „Chronik“, zu der folgender Link führt:
Chronik 2020-2023

(27.1.2024; Irene Stuiber)

Das Gedächtnisbuch trauert um Erwin Schild (1920-2024)

Am Samstag, den 6. Januar 2024 starb Erwin Schild in seinem 104. Lebensjahr in seiner zweiten Heimatstadt Toronto. Erwin Schild hat die Herzen der Menschen berührt, die mit ihm zu tun hatten – ob privat, beruflich oder auch bei seinen Reisen nach Europa und bei seinem unermüdlichen Engagement für den jüdisch-christlichen Dialog.

V.l.n.r.: Sabine Gerhardus, Laura Schild und Erwin Schild in Ottawa 2012

Dass er Zuversicht und Hoffnungsfreude mit anderen teilen konnte, machte eine Begegnung mit ihm zu einer ganz besonderen Erfahrung. Im November 2014 sprach Erwin Schild im Dachauer Rathaus über seine Erinnerungen und appellierte an Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit. Jeder Flüchtling habe das Recht, bei jedem von uns Zuflucht zu finden. Nie dürften wir die Hoffnung aufgeben, dass die Menschen doch lernen würden, sich vom Hass abzuwenden. Nun ist die leise, aber kraftvolle und ermutigende Stimme Erwin Schilds verstummt.

Als Erwin Schild 2012 die Gedächtnisbuch-Ausstellung Namen statt Nummern an der Carleton-University in Ottawa eröffnete, hielt er eine Rede, die an eine Predigt erinnerte. „Unsere Ausstellung unterstreicht […] die unglaubliche Kraft des menschlichen Durchhaltevermögens, des Glaubens und des Mutes – und das Beharren darauf, dass das Böse nicht das letzte Wort hat. Die Ausstellung weist feige Versuche zurück, zu vergessen, zu verscharren und abzustreiten, sondern nimmt in Trauer und Demut die Verantwortung an, zu wissen und zu handeln.“ Und er fuhr fort mit Worten, die heute nicht aktueller sein könnten: „Die Zukunft beginnt heute, wenn wir die Stimmen hören, die uns zur Verantwortung rufen. Eine Stimme erklingt aus dem Zeugnis unserer Ausstellung `Namen statt Nummern´. Wir können die Vergangenheit, die unsere Ausstellung zeigt, nicht ändern, aber wir können eine andere Zukunft bauen.“

Erwin Schild ist in Köln aufgewachsen. Er war 18 Jahre alt und Student der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg, als am 9. November 1938 mitten in der Nacht bewaffnete Horden in seinen Schlafraum im Wohnheim drangen, die Studenten bedrohten und die gesamte Einrichtung kurz und klein schlugen. Am nächsten Tag wurde er zusammen mit seinen Mitstudenten erst ins Gefängnis und dann ins Konzentrationslager Dachau gebracht. Die Erinnerungen an diese schreckliche Zeit und die Ermordung seiner Eltern ließen ihn nie mehr los. Seine Lebensgeschichte hat Steffi Falk 2005 für das Gedächtnisbuch aufgeschrieben. Ausführlicher ist sie in einem seiner vier Bücher nachzulesen: The Very Narrow Bridge. Die Reder anlässlich der Ausstellungseröffnung „Namen statt Nummern“ ist in „The Crazy Angel“ veröffentlicht.

Erwin Schild war möglicherweise der letzte Überlebende des Konzentrationslagers Dachau, der während der Novemberpogrome 1938 Terror und Gewalt der Nazis gegen die jüdische Bevölkerung erleben musste. Über 40 Jahre lang war Erwin Schild Rabbiner der Adath Israel Congregation in Toronto. Er war Seelsorger und Lehrer, ein Vorbild für seine Gemeindemitglieder wie für Familie und Freunde.

Am 8. Januar 2024 versammelten sich Familie, Freunde und Gemeindemitglieder in der Synagoge der Adath Israel Gemeinde in Toronto, um sich in einer bewegenden Trauerfeier von ihrem hochverehrten Rabbi Emeritus zu verabschieden. Diese Trauerfeier ließ sich über einen Livestream verfolgen.

Wie groß die Trauer, aber auch die Dankbarkeit für die Begegnung mit ihm sind, war den Rednern anzumerken. Der Erste Rabbiner der Gemeinde, Rabbi Adam Cutler, Erwin Schilds ältester Sohn Daniel, seine Tochter Judith, zwei seiner Enkel und weitere Weggefährten erinnerten an persönliche Erlebnisse mit ihrem Mentor, Vater und Großvater: „Schmerzlich vermissen wir seine Weisheit, seine Führung und seine Herzensgüte“, so Adam Cutler. Daniel Schild zitierte aus einer Erinnerung seines Vaters an das Konzentrationslager Dachau: „Als ich in Dachau inhaftiert war, hatte ich mir geschworen: Sollte ich lebend herauskommen, was nicht sehr wahrscheinlich war, würde ich niemals zulassen, dass mich ein zukünftiges Unglück niederdrückt oder besiegt. An dieses Gelübde habe ich mich gehalten.“

Ich kann mich dem Wunsch seines Enkels Aaron Weinroth nur anschließen: „Leider liegt es nun an unseren unvollkommenen Fähigkeiten, seine Arbeit fortzusetzen. Wir müssen hoffen, dass er uns gut gelehrt hat, und unser Bestes tun.“ Erwin, danke für die Brücken, die Du gebaut hast, für Deine Freundschaft und Ermutigung. Ruhe in Frieden!

Erwin Schild – Gedächtnisblatt

(21.1.2024; Sabine Gerhardus)

 

Tim Locke: 85 Jahre nach dem Alptraum

Tim Locke, der Enkel der in Auschwitz ermordeten Vera Neumeyer, berichtet in seinem Blog ausführlich über seinen Dachau-Besuch im November 2023.

In diesem Haus wohnte Vera Neumeyer 1938 (Foto 2024)

In dem Haus, in dem Tim Locke aufgewachsen ist, war die Großmutter auf einem Foto präsent: „The photo of Vera was in a frame by my mother’s bed, her beautiful face among two other pictures – a postcard of Dachau and the outside of the Neumeyer house.“

Im November 1938 vertrieben die Nazis die Dachauer Juden aus der Stadt. Es geschah vor aller Augen. Dieser schreckliche Vorgang jährte sich im November 2023 zum 85. Mal. So nennt Tim Locke seinen Blogbeitrag
Dachau revisited: 85 years after the nightmare

Er berichtet ausführlich von seinen Erfahrungen während des Besuchs, dem Besuchsprogramm inklusive eines Podiumgesprächs und auch von der medialen Resonanz.

(15.1.24; IS)

Gedächtnisbuch-Ausstellung in Pennsylvania

Im November 2023 zeigte die Shippensburg University in Pennsylvania die Wanderausstellung „Namen statt Nummern“ des Gedächtnisbuchs. Präsentiert wurde sie in der Ezra Lehman Memorial Library vom 6. bis zum 29. November.

Ausstellungseröffnung in Pennsylvania

David Wildermuth, Associate Professor of German an dieser Universität, und Monika Moyrer, Länderbeauftragte und Programmkoordinatorin in den USA von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, eröffneten die Ausstellung.

Monika Moyrer erläuterte zur Eröffnung die Besonderheiten des Gedächtnisbuch-Projekts: „What is special about this project? As we know, upon entrance into a concentration camp, prisoners were de-humanized by taking away their name. Instead they received a number. In this case, the project participants reconstruct individual life stories of Dachau prisoners and save them from oblivion. They reconnect with relatives, conduct interviews and reconstruct the biography, until the person behind the number comes alive.“

Dass die Ausstellung in Shippensburg gezeigt wurde, geht auf die Anregung von Sarah Brunner zurück, die 2022/23 das Gedächtnisbuch als Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste unterstützt hat und davor an der Shippensburg University ihren Bachelor erworben hatte.

(7.1.2024; IS)

Weihnachtsgrüße aus Frankreich

Marine Charbonneau, 2023/24 Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste im Gedächtnisbuch, nutzt den weihnachtlichen Familienbesuch in Frankreich auch zu Aktivitäten rund um das Gedächtnisbuch. Hier ihr neuester Bericht.

Militärarchiv in Vincennes

Am Freitag, dem 22. Dezember, kehrte ich nach Frankreich zurück, um die Weihnachtsfeiertage hier zu verbringen. Ich fuhr in die Stadt Vincennes, die sich östlich im Großraum von Paris befindet, um zum ersten Mal das Militärarchiv zu erkunden. Der Rahmen war sehr beeindruckend, da sich das Archiv im Inneren des mittelalterlichen Schlosses von Vincennes befindet, das nun Sitz des Service historique de la Défense ist, des zentralen Archivs des französischen Verteidigungsministeriums und der französischen Armee.

Unvertraut mit dem System wurde ich herzlich von Mitarbeitern des Archivs empfangen, die mich während des gesamten Besuchs führten. In einem großen Saal, der mit Holzfußböden und eleganten Gemälden geschmückt war, erkundete ich zwei Dossiers über Jean-René Lafond, über den ich eine Biographie für das Gedächtnisbuch verfasse. Diese Erfahrung war für mich eine Quelle von Überraschungen und Erleichterung, denn ich konnte Antworten auf viele Fragen erhalten. Mein Besuch war nicht vergeblich, denn etwa 250 Dokumente erwarteten mich! Ich freue mich darauf, diese Entdeckungen bald mit seiner Familie in Saint-Estèphe zu teilen.

Nach diesem Besuch lernte ich Paul kennen, einen ehemaligen französischen Freiwilligen in Dachau im Jahr 2019. Wir trafen uns in einem kleinen japanischen Café in der Hauptstadt; endlich bin in der Lage, ein Gesicht zu einer Stimme hinzuzufügen. Seit Oktober haben wir schriftlich und telefonisch Erfahrungen über unseren Freiwilligendienst in Dachau ausgetauscht.

Version française

Paul und Marine

Vendredi 22 décembre, de retour en France pour les fêtes de Noël, je me suis rendue dans la ville de Vincennes située dans la banlieue est de Paris, afin de découvrir les archives militaires pour la première fois. Le cadre était très impressionnant car les archives se trouvaient à l’intérieur du château médiéval de Vincennes, maintenant siège du service historique de la Défense. 

Peu familière avec le système, j’ai été accueillie chaleureusement par des agents qui m’ont guidé pendant tout au long de la visite. Dans une vaste salle ornée de parquets en bois et de tableaux élégants, j’ai exploré mes deux dossiers concernant Jean-René Lafond sur lequel je rédige ma bibliographie commémorative pour le Projet du Livre de la Mémoire. Cette expérience a été pour moi source de surprises et de soulagement, car j’ai pu obtenir des réponses à de nombreuses interrogations. Ma visite n’a pas été vaine, car près de 250 documents m’attendaient ! Je me réjouis d’avance du moment de partager ces découvertes avec la famille de Saint-Estèphe.

A la suite de cette visite, j’ai fait la connaissance de Paul, ancien volontaire français à Dachau en 2019. Nous nous sommes retrouvés dans un petit café japonais de la capitale, enfin capables de mettre un visage sur une voix. Depuis octobre, nous avons échangé par écrit et par téléphone au sujet de notre expérience au Mémorial. 

(26.12.23; Marine Charbonneau/IS)

Video-Workshop zu Max Mannheimers Kunst

Im November 2023 nahm Marine Charbonneau, ASF-Freiwillige im Gedächtnisbuch, an einem Workshop zu Max Mannheimers Leben und seiner Kunst teil. Hier folgt ihr Bericht, in Deutsch und Französisch.

Screenshot aus dem Video

 

Freitag, der 17. November, war ein sehr interessanter Nachmittag. Ich ging zum Max Mannheimer Haus, um an einem Workshop über sein Leben und seine Kunst teilzunehmen. Wir waren 6 junge Frauen und wir haben online Videos über Max Mannheimers Leben geschaut. Dann hat uns die Organisatorin gebeten, selbst ein kurzes Video zu machen.

Wir haben eine bestimmten Punkt in seinem Leben ausgewählt, über den wir reden wollten. Carlotta (eine Freiwillige im Max Mannheimer Haus, die ich schon von dem Ausbildungskurs in deren KZ-Gedenkstätte Dachau kannte) und ich haben uns entschieden, uns mit seinen Kunstwerken zu beschäftigen. Mit Büchern, Fotos und unseren Handys konnten wir unserer Fantasie freien Lauf lassen.

Während des ganzen Nachmittags hatten Carlotta und ich mit viel Vergnügen ein Video gemacht. Wir hatten uns selbst am Handy aufgenommen und es war eine Gelegenheit für mich, ein Video auf Deutsch zu machen, das ich weiter jeden Tag lerne. Am Ende der Tags haben wir uns abwechselnd interviewt. Am Sonntag, den 20. November 2023, waren wir glücklich, der Film über den Workshop bei der 25-Jahres-Feier des Max Mannheimer Hauses zu entdecken.

Version française

Le vendredi 17 novembre était une après-midi très intéressante. Je suis allée à la Max-Mannheimer Haus pour participer à un Workshop sur sa vie et son art. Nous étions 6 jeunes femmes et nous avons commencé par regarder des vidéos en ligne sur la vie de Max Mannheimer. Par la suite, l’organisatrice nous a proposé de réaliser nous-même une courte vidéo en choisissant un point en particulier de sa vie sur lequel nous voulions nous exprimer. Carlotta (une volontaire de la Max-Mannheimer Haus qui suit avec moi les Ausbildungsklass) et moi avons décidé de parler de ses œuvres d’art. A l’aide de livres, de photos et de notre téléphone, nous avons laissé notre imagination parler. Pendant toute l’après-midi, Carlotta et moi avons pris beaucoup de plaisir à réaliser cette vidéo. Nous nous sommes enregistrés avec le téléphone et c’était pour moi l’opportunité de réaliser une vidéo en allemand que je continue d’apprendre tous les jours. Pour finir la journée, nous avons été chacune notre tour interviewées. Le dimanche 19 novembre nous avons eu le plaisir de découvrir le film qui avait été fait au sujet de notre workshop lors de la cérémonie des 25 ans de la Max-Mannheimer Haus.

(18.12.2023; Marine Charbonneau/IS)

 

Angehörigenbesuch in der Gironde

Marine Charbonneau, Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste im Gedächtnisbuch, besuchte in den letzten Novembertagen die Familie von Jean-René Lafond in der Gironde. Hier folgt ihr Bericht:

Im Rahmen der Arbeit an einer Biografie über Jean-René Lafond für das Gedächtnisbuch reiste ich Ende November in das kleine Dorf Saint-Estèphe in der Gironde, das in der Nähe von Bordeaux in Frankreich liegt. Dort konnte ich die Region Médoc kennenlernen und mir wurde schnell klar, dass dies sowohl die Region der Schlösser als auch der endlosen Weinberge ist.

Das Wunderbarste an all dem war jedoch die Begegnung mit der Familie Lafond, die mich so herzlich aufgenommen hat. Nach einigen Telefonaten, um meine Reise von Dachau nach Saint-Estèphe zu organisieren, konnte ich endlich Jean-Claude, den Sohn von Jean-René Lafond und seine Frau Maryse sowie Claudine , die Tochter von Jean-René Lafond, kennenlernen. Ich konnte ihnen mein Projekt genauer erklären und vor allem konnte ich durch ihre Aussagen und unsere Gespräche ihren Vater, einen nach Dachau deportierten Widerstandskämpfer aus Bordeaux und Gründer eines Maquis in der Region, ein wenig besser kennenlernen.

Es liegt noch viel Arbeit vor mir, aber ich freue mich darauf, diese Arbeit am 22. März 2024 bei der Jahrespräsentation des Gedächtnisbuchs vorstellen zu können.

Die Atmosphäre war während meines gesamten Aufenthalts sehr offen und ich bin jetzt noch motivierter für dieses Schreibprojekt, das mir sehr am Herzen liegt. Ein großes Dankeschön an meine Gastgeber für ihre Gastfreundschaft und ihre Hilfe!

Version française

Dans le cadre de l’écriture de ma biographie sur Jean-René Lafond pour le Livre de la Mémoire, je me suis rendue à la fin novembre dans le petit village de Saint-Estèphe en Gironde, près de Bordeaux, en France. J’ai pu y découvrir la région du Médoc et j’ai rapidement compris que c’était à la fois la région des châteaux, mais également des vignes à perte de vue.

Mais ce qui était le plus merveilleux dans tout cela, c’était la rencontre avec la famille Lafond qui m’a accueilli si chaleureusement. Après quelques échanges téléphoniques pour organiser mon voyage de Dachau jusqu’à Saint-Estèphe, j’ai enfin pu rencontrer Jean-Claude (fils de Jean-René Lafond) et sa femme Maryse, ainsi que Claudine (fille de Jean-René Lafond). J’ai pu leur expliquer mon projet de manière plus approfondie et surtout, j’ai pu au travers de leur témoignage et de nos discussions connaître un petit peu plus leur père, ancien déporté à Dachau, résistant bordelais et fondateur d’un maquis de la région.

Il me reste encore beaucoup de travail, mais j’ai hâte de pouvoir présenter ce travail le 22 mars 2024, lors de la cérémonie annuelle du livre de la mémoire à Dachau.

L’atmosphère était très ouverte pendant tout le long de mon séjour chez eux et je suis encore plus motivée par ce projet d’écriture qui me tient beaucoup à cœur. Un grand merci à eux pour leur accueil et pour leur aide.

(16.12.2023; Marine Charbonneau/IS)