Jean-René Lafond

15.11.1912 – 14.6.1999

  • Geb. 15.11.1912 in Saint-Julien-Beychevelles in der Gironde in Frankreich.
  • Gest. am 14.6.1999.

Biographie in Kürze

Jean-René Lafond wurde am 15.11.1912 in Saint-Julien-Beychevelles in der Gironde in Frankreich geboren. Dachdecker, Obergefreiter der Reserve, Ausbilder von Flugzeugmechanikern. Widerstand gegen die deutschen Besatzer: Flugblattaktionen, Fälschung von Personalausweisen, Passierscheinen und Lebensmittelkarten, Rettung und Rückführung von amerikanischen und englischen Piloten. Im Juli 1944 Verhaftung. Lafond wurde im Gestapogefängnis Bordeaux schwer gefoltert. Vom Gefängnis Fort du Hâ im August mit dem Train Fantôme (Geisterzug) nach Dachau deportiert. Er durchlitt mehrere schwere Krankheiten, verbrachte 120 Tage im Krankenrevier. Nach der Befreiung arbeitete Lafond wieder als Dachdecker. Er organisierte jährliche Gedenkfeiern für die ehemaligen Kameraden im Widerstand. Jean-René Lafond starb am 14.6.1999.

Gedächtnisblatt

Gedächtnisbuch als pdf-Datei – deutsche Fassung
Jean-René Lafond  (5 MB)

Gedächtnisbuch als pdf-Datei – französische Fassung
Jean-René Lafond F (5 MB)

Verfasserin des Gedächtnisblatts

Marine Charbonneau (ASF-Freiwillige), 2024

Weitere Infos im Blog

5.11.2024: TikTok-Video über Jean-Renè Lafond

8.5.2024:„Von nun an ist mein Blick auf die Zukunft gerichtet, auf die zukünftigen Generationen“

11.4.2024: Jahrespräsentation 2024: ein persönlicher Blick

23.3.2024: Ein Vierteljahrhundert: 25. Jahrespräsentation des Gedächtnisbuchs

16.12.2024: Angehörigenbesuch in der Gironde

 

 

Ella Lingens

18.11.1908 – 12.8.1945

  • Geb. am 18. November 1908 in Wien.
  • Gest. am 30. Dezember 2022 in Wien.

Biographie in Kürze

Ella Lingens war Ärztin in Wien, evangelisch, verheiratet und hatte einen dreijährigen Sohn, als sie im Frühjahr 1942 verhaftet wurde. Sie gehörte der SPÖ an und hatte Juden versteckt oder ihnen zur Flucht verholfen. Ella Lingens war zweieinhalb Jahre in Auschwitz inhaftiert, wo sie als Ärztin im Revier arbeitete. Im Dezember 1944 wurde sie ins Konzentrationslager Dachau gebracht. Sie musste im Außenlager Agfa-Kamerawerk München ebenfalls als Ärztin arbeiten. Kurz vor Kriegsende wurde sie in das kleine Frauenrevier im Stammlager verlegt. Nach dem Krieg Teilnahme als Zeugin in Auschwitz-Prozessen. Ella Lingens hat ihre Erinnerungen in ihrem Buch „Gefangene der Angst“ niedergeschrieben.

Gedächtnisbuch als pdf-Datei

Ella Lingens (3 MB)

Verfasserin des Gedächtnisblatts

Simona Salvatore (Schülerin), 2024

Weitere Infos im Blog

23.3.2022: Ein Vierteljahrhundert: 25. Jahrespräsentation des Gedächtnisbuchs

 

 

Robert Savosnick

8.10.1915 – 12.4.1998

  • Geb. am 8. Oktober 1915 in Trondheim.
  • Deportation in das Lager Auschwitz, Todesmarsch nach Kutno, dann KZ Dachau und Außenlager.
  • Gest. am 12. April 1998 auf Zypern.

Biographie in Kürze

Robert Savosnick war Medizinstudent und stammte aus einer norwegisch-jüdischen Familie. Sein Bruder wurde während der deutschen Besatzung wegen seiner Widerstandstätigkeit von den Deutschen gesucht und floh nach Schweden, stattdessen wurde 1942 der Vater verhaftet.
Robert wurde am 8.10.1915 in Trondheim in Norwegen geboren. Im November 1942 wurde er zusammen mit 529 norwegischen Juden nach Auschwitz deportiert. Schwere Zwangsarbeit in Auschwitz III, Buna-Monowitz. Zeitweise als Häftlingspfleger eingesetzt. Im Oktober 1943 wurde Savosnick ins KZ Warschau verlegt, im Juli 1944 musste er den Todesmarsch nach Kutno mitmachen. Von dort mit dem Zug nach Dachau transportiert, kurze Zeit später ins Außenlager Allach-Karlsfeld. Savosnick konnte in allen Lagern zeitweise als Häftlingspfleger arbeiten, musste aber auch in anderen Kommandos Zwangsarbeit leisten. Er wurde in Allach befreit. Nach Beendigung des Medizinstudiums Kinderarzt in Trondheim. Robert Savosnick starb am 12.4.1998 auf Zypern.

Gedächtnisbuch als pdf-Datei

Robert Savosnick  (3,1 MB)

Verfasserin des Gedächtnisblatts

Charlotte Werner, Schülerin (2024)

Weitere Infos im Blog

23.3.2024: Ein Vierteljahrhundert: 25. Jahrespräsentation des Gedächtnisbuchs

Arthur Godlewsky

18.5.1892 – 31.8.1942

  • Geb. am 18.5.1892 in Sulzbach in der Oberpfalz.
  • Ermordet am 31.8.1942 in Auschwitz.

Biographie in Kürze

Geboren am 18.5.1892 in Sulzbach in der Oberpfalz. Ausbildung zum Lehrer an der Israelitischen Präparandenschule Höchberg bei Würzburg und am Israelitischen Lehrerseminar Köln. Arthur Godlewsky war um 1913 Lehrer in Lichtenfels. Während des Ersten Weltkrieges war er in Frankreich an der Front eingesetzt. Mehrere Auszeichnungen als Frontkämpfer. 1919 war er Mitglied der monarchistischen, rechtskonservativen Freikorps. Ab 1921 war er Religionslehrer, Kantor und Schächter in der bayerischen Pfalz, darunter in Rülzheim. Seine letzte Stelle trat er 1938 in Konstanz an. Von 12.11. bis 8.12.1938 im KZ Dachau. Am 22.10.1940 Deportation nach Frankreich, Camp de Gurs, dann Camp de Noé. Am 28.8.1942 wurde Arthur Godlewsky mit seiner Frau Else aus dem Sammellager Drancy nach Auschwitz deportiert. Arthur Godlewsky und Else wurden am 31.8.1942 in Auschwitz ermordet. Er wurde 50 Jahre alt.

Gedächtnisblatt als PDF-Datei

Arthur Godlewsky (3,7 MB)

Verfasser des Gedächtnisblatts

Ole Gerkens, Schüler (2024)

Weitere Infos im Blog

23.3.2024: Ein Vierteljahrhundert: 25. Jahrespräsentation des Gedächtnisbuchs

Albert (Abram) Grossman

3.3.1922 – 30.3.1994

  • Geb. am 3. März 1922 in Pabianice in Polen.
  • Gestorben am 30.3.1994.

Biographie in Kürze

Geboren 3.3.1922 in Pabianice in Polen. Weber im familieneigenen Betrieb. Ab Februar 1940 im Ghetto Pabianice. Ab Mai 1941 Zwangsarbeitslager Bentschen (Zbąszyń). Er musste schwere Arbeit für die Reichsbahn verrichten. Im Oktober 1943 Einweisung ins Konzentrationslager Auschwitz, ab Januar 1944 KZ Warschau. Im Juli 1944 Todesmarsch nach Kutno, von dort Transport nach Dachau, dann Außenlager Mühldorf. Befreiung entweder aus einem Transportzug in Seeshaupt oder nach Flucht aus dem Lager. Einziger Überlebender seiner 11-köpfigen Familie. 1949 Emigration in die USA.  Als Weber in Paterson, New Jersey, später Inhaber eine Imbissstube in Ridgewood. Albert Grossman starb am 30.3.1994. 

Gedächtnisblatt als pdf-Datei

Albert (Abram) Grossman (3,3 MB)

Verfasserin des Gedächtnisblatts

Anna Scharl, Schülerin, 2024

Weitere Infos im Blog

23.3.2024: Ein Vierteljahrhundert: 25. Jahrespräsentation des Gedächtnisbuchs

 

Edgar Mannheimer

23.12.1925 – 26.12.1993

  • Geboren am 23.12.1925 in Neutitschein, Mähren/CZ.
  • 1943 Deportation ins Ghetto Theresienstadt, dann nach Auschwitz.
  • Gestorben am 26.12.1993 in Zürich.

Biographie in Kürze

Edgar Mannheimer, Schuster, Kunsthändler, ist der jüngere Bruder von Max Mannheimer. Beide stammten aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Neutischein in der Tschechoslowakei.
Geboren am 23 Dezember 1925 in Neutitschein, Mähren. Nach Anschluss der überwiegend deutschsprachigen Gebiete ans Deutsche Reich Flucht nach Ungarisch Brod. Schusterlehre. 1943 Deportation der Familie ins Ghetto Theresienstadt, dann nach Auschwitz. Ermordung der Eltern, der Schwester und zweier Brüder. Im Oktober 1943 Verlegung ins KZ Warschau zusammen mit seinem Bruder Max. Im Juli 1944 Todesmarsch nach Kutno, von dort Transport nach Dachau, dann Außenlager Karlsfeld und Mühldorf. Nach der Befreiung zunächst Rückkehr nach Neutitschein. Ab 1948 erst Likörfabrikant in München, dann Kunsthändler. International erfolgreich als Experte für Antiquitäten, insbesondere Uhren. Ab 1956 in Zürich. Edgar Mannheimer starb am 26.12.1993 in Zürich.    

Gedächtnisbuch als pdf-Datei

Edgar Mannheimer (2,9 MB)

Verfasserin des Gedächtnisblatts

Verfasst von Sophia Weiß, Schülerin (2024).

Weitere Infos im Blog

31.3.2024: Ein Vierteljahrhundert: 25. Jahrespräsentation des Gedächtnisbuchs

 

Adam Kozłowiecki

 1.4.1911 – 28.9.2007

  • Geb. 1. April 1911 in Huta Komorowska, Kreis Kolbuszewa, Polen.
  • Geistlicher.
  • Haft im Montelupich-Gefängnis, dann in Wiśnicz, ab Juni 1940 in Auschwitz und von Dezember 1940 bis zur Befreiung 1945 im Konzentrationslager Dachau.
  • Gest. am 28. September 2007 in Lusaka.

Biographie in Kürze

Geboren am 1.4.1911 in Huta Komorowska, Kreis Kolbuszewa, Polen. Ordensgeistlicher, Jesuit, Erzieher. 1939 in Krakau als Angehöriger der polnischen Intelligenz zusammen mit anderen Jesuiten verhaftet. Haft im Montelupich-Gefängnis, dann in Wiśnicz, ab Juni 1940 in Auschwitz und von Dezember 1940 bis zur Befreiung 1945 im Konzentrationslager Dachau. Ab 1946 Missionar in der polnischen Missionsstation in Lusaka, Nordrhodesien. Ab 1950 Apostolischer Vikar von Lusaka. 1955 Bischof, 1959 Erzbischof der Diözese von Lusaka. Einsatz für die Rechte der Afrikaner. 1964, als die Republik Sambia unabhängig wurde, stellte er sein Amt zur Verfügung, 1969 wurde der Rücktritt angenommen. 1998 Erhebung zum Kardinal. Kardinal Adam Kozłowiecki starb am 28.9.2007 in Lusaka.

Gedächtnisblatt als pdf-Datei

Adam Kozłowiecki (2,3 MB)

Verfasser des Gedächtnisblatts

Marcel Gabor, Schüler, 2024.

Weitere Infos im Blog

9.12.2025: Advent und Weihnachten in der Hölle des Konzentrationslagers Dachau
23.3.2024: Ein Vierteljahrhundert: 25. Jahrespräsentation des Gedächtnisbuchs
27.9.2022: Für eine verantwortungsvolle Erinnerungskultur

 

 

 

Karl Frey

25.10.1900 – 25.6.1975

  • Geb. 25.10.1900 in Neustadt an der Donau.
  • Mehrmalige Haft wegen seiner KPD-Mitgliedschaft.
  • Gest. am 25.6.1975 in München.

Biographie in Kürze

Karl Frey wurde am 25.10.1900 in Neustadt an der Donau geboren. Er war Kaufmann im Holz- und Hopfengroßhandel, seit 1928 Inhaber des väterlichen Geschäfts. Frey war Mitglied im TSV Neustadt und in der Leichtathletik aktiv. Als Mitglied der KPD wurde er im Dezember 1933 zum ersten Mal ins Konzentrationslager Dachau eingeliefert, nach einem Jahr Haft entlassen, wenige Monate später als „Zweimaliger“ inhaftiert. Bis 26.4.1945 Haft in den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen. Drei Tage vor der Befreiung gelang ihm die Flucht aus dem Außenlager Gestapo München. Frey trat als Zeuge in Kriegsverbrecherprozessen und Spruchkammerverfahren auf. Karl Frey starb am 25.6.1975 in München.

Gedächtnisblatt als pdf-Datei

Karl Frey (2 MB)

Verfasser*innen des Gedächtnisblatts

Das Gedächtnisblatt wurde im Rahmen der AG „Gruppe Courage“ der Johann-Turmair-Realschule Abensberg im Schuljahr 2022/23 erstellt. Verfasser*innen des Blatts: Raiko Exner, 10a, Stefan Fischer, 10a, Michael Förstl, 10a, Veronika Münch, 10b, Jonas Schlauderer, 10 b. Verantwortliche Lehrkraft: Maria Rauscher.

Weitere Infos im Blog

29.3.2023: Acht neue Gedächtnisblätter. Bericht über die Jahrespräsentation 2023
22.7.2022: Johann-Turmair-Realschule Abensberg startet Recherche

 

Otto Beer

3.6.1891 – 25.11.1941

  • Geb. am 3. Juni 1891 in Graben-Neudorf bei Karlsruhe.
  • Jugendfunktionär des FC Bayern.
  • Ermordet am 20.11.1941 in Kaunas.

Gedächtnisblatt als pdf-Datei

Otto Beer  (1,9 MB)

Kurzbiographie

Geboren am 3.6.1891 in Graben-Neudorf bei Karlsruhe. In den 1920er Jahren Großhändler für Textilwaren in München. Bereits als Schüler trat er der Fußballabteilung Bayern im Münchner Sport-Club bei, dem späteren FC Bayern München. Ab 1926 Jugendfunktionär und hauptverantwortlich für den Aufbau einer Schülerabteilung. Mit der Jugendarbeit leistete er einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des FC Bayern auf nationaler Ebene. 1932 gewannen die Bayern ihre erste deutsche Meisterschaft. Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde Beer aus dem Verein ausgeschlossen. Vom 10.11.1938 bis 12.12.1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Auswanderungsversuche scheiterten. Otto Beer, seine Frau Nelly und die Söhne Ernst Rudolf und Kurt Gustav wurden am 20.11.1941 aus München nach Kaunas deportiert und am 25.11.1941 ermordet.

Verfasser des Gedächtnisblatts

Klaus Schultz (von 1997 – 2020 Diakon in der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau), 2023.