Henk van de Water

1924

  • Geb. am 29.1.1924.
  • Versuchte, als Zwangsarbeiter zu fliehen.

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Deutsche Übersetzung des Texts (0,8 MB)


Henk van de Water wurde am 29. Januar 1924 in Eindhoven geboren. Seine Mutter starb bei einer Geburt, als er drei Jahre alt war. Als sein Vater wieder heiratete, verstand sich Henk gar nicht gut mit seiner Stiefmutter. Sie wollte ihn nicht zuhause haben und er wurde in ein Internat geschickt. 

Ein Fluchtversuch missglückte, als er dreizehn war, und führte dazu, dass er von der Schule geworfen wurde. Mit sechzehn, als auch seine Stiefmutter bei einer Geburt starb, zog er mit seinem Vater in eine Pension.

Während der deutschen Besatzung arbeitete Henk bei Phillips bis zur Sankt-Nikolaus-Bombardierung von 6. Dezember 1942.

Im Frühjahr 1943 wurde Henk als Zwangsarbeiter nach Stuttgart geschickt. Er wollte eigentlich nicht gehen, weil er Angst hatte, aber er musste wohl, da Untertauchen keine Möglichkeit für ihn war. Er hatte nicht die Unterstützung, die man dazu brauchte.

In Stuttgart musste Henk zuerst Gleise reparieren, aber dazu war er nicht stark genug. Deshalb wurde er zum Paketdienst übergestellt, wo er Waggons be- und entladen musste.

Seine Arbeit wurde zwar besser, aber er hatte immer noch Heimweh nach den Niederlanden und seinen Vater. Er stellte zweimal einen Urlaubsantrag, aber als diese verweigert wurden, beschloss er, nicht mehr zu arbeiten. Er versuchte zweimal zu fliehen. Diese Fluchtversuche missglückten  – beim ersten lief er in direkt in ein anderes Lager, in dem er dann ins Gefängnis kam, und beim zweiten Fluchtversuch stieg er in den falschen Zug.

Er wurde in Garmisch-Patenkirchen festgenommen und leistete in einer Brauerei Zwangsarbeit, bis er schließlich wegen Arbeitsverweigerung nach Dachau transportiert wurde. Dort traf er am 3. Februar 1945 ein. Er musste sein Geld und seinen Koffer abgeben und wurde kahl geschoren.

Bald erkrankte Henk, erst an Ohrenentzündung und danach an Flecktyphus. Daher war er im Krankenrevier, als er am 29. April befreit wurde.

Nach dem Krieg wurde Henk nach Schloss Valkenburg geschickt, um sich zu erholen. Dort traf er seinen Vater wieder. Er begegnete dort Prinzessin Juliana, die die ehemaligen Häftlinge besucht hat.

Henk arbeitete zuerst wieder bei Phillips, wurde dann aber mit seinem Entschädigungsgeld Marktkaufmann und führte mit seiner Frau Ria einen Stand am Markt in Eindhoven. Gedenkfeiern sind für ihn immer noch wichtig. Er fürchtete sich lange Zeit vor jeder Art von Uniform. Erst nachdem er einmal wieder in Dachau war, hat er diese Furcht verloren.

Heute ist Henk einen Mann voller Lebensfreude, der ein leidenschaftlicher Fußballfan ist.

Verfasser des Gedächtnisblatts

Jelle Tabak und Ischa Schrijver