Piotr Wodnik

25.04.1917 -11.04.2012

  • Geb. am 25. April 1917 in Krążkowy bei Kępno.
  • Soldat der polnischen Armee.
  • Vom 5. Mai 1940 bis 26. Juni. 1940 Haft im Konzentrationslager Dachau.
  • Vom 26. Juni 1940 bis 5. Mai 1945 Haft im Konzentrationslager Gusen.
  • Gest. am 11. April 2012 in Wrocław.

Gedächtnisblatt als pdf-Datei:
Piotr Wodnik, deutsch (1 MB)
Piotr Wodnik, PL  (1 MB)


Piotr Wodnik wurde am 25. April 1917 in Krążkowy, in Polen, in eine katholische Familie geboren.  Er hatte drei Brüder und drei Schwestern. Von 1924 bis 1937 ging er zur Schule.  Außerhalb des Unterrichts engagierte er sich an der Schule im sozialen Bereich. 1930 ging er zu den Pfadfindern, wo er Anführer einer kleinen Gruppe und Bibliothekar wurde. Das Abitur hat er im Frühling 1937 bestanden. Am 11. September 1937 trat er in das polnische Heer ein und erfüllte seine Bürgerpflichten im 57. Infanterieregiment namens Karl der II., König von Rumänien, in Posen.  Er nahm an der September-Verteidigung 1939 teil und kehrte nach Hause zurück.

Am 3. Mai 1940 wurde Piotr Wodnik verhaftet und als politischer Gefangener ins Konzentrationslager Dachau transportiert. Am 5. Mai wurde er unter der Häftlingsnummer 8055 registriert. Er kam erst in Quarantäne. Wodnik erinnert sich, dass die Häftlinge dort mit unerträglichem Drill gequält wurden. Im KZ Dachau wurde er in den Block 5 verlegt. Er arbeitete in verschiedenen Kommandos, unter anderem in der Plantage und in Werkstätten.

Am 26. Juni 1940 wurde er ins Konzentrationslager Mauthausen-Gusen I überführt. Während seiner Haft in Gusen erlebte er, wie Mitglieder der SS-Besatzung sich auf besonders bestialische und barbarische Weise gegenüber den wehrlosen Gefangenen verhielten, sie verletzten und zahlreiche Morde begingen. Schwere Arbeit, Unterernährung und ständige Furcht um das eigene Leben führten dazu, dass Wodnik im Oktober 1943 an Durchfall erkrankte.  Er kam für zwei Wochen aufs Revier in die Infektionsabteilung. Während der Behandlung führte der SS-Arzt zusätzlich Versuche mit Phlegmonen an ihm durch. Das Lager wurde von den Amerikanern am 5. Mai 1945 befreit

Als er sich soweit erholt hatte, dass er nach Hause zurückkehren konnte, beschloss Wodnik, sich in Wrocław (Breslau) niederzulassen. Im November 1945 begann er, in der Bezirksdirektion der Polnischen Bahn zu arbeiten. Im Dezember 1950 heiratet er Janina Borowiec. Piotr hatte mit ihr Sohn Marek und Tochter Halina. Neben der beruflichen Tätigkeit studierte er Rechtswissenschaften an der Breslauer Universität Trotz seines großen Engagements im Beruf nahm er aktiven Anteil am Sozialleben.

Er starb am 11. April 2012 in Breslau.

Verfasser des Gedächtnisblatts

Maurycy Przyrowski (ASF-Freiwiliger), Aida Kowalska, 2016.

Weitere Infos im Blog

23.3.2016: Jahrespräsentation – neun Biographien vorgestellt

[Qu.: GB]