Franz Klein

18.4.1906 – 25.12.1977

  • Geb. am 18. April 1906 in Montigny, Kreis Metz in Elsass/Lothringen.
  • Spengler.
  • KPD-Ortsgruppenleiter, nach dem Krieg KPD-Stadtrat in Dachau.
  • Von 10. März 1933 bis Dezember 1934 im Amtsgerichtsgefängnis Dachau, ab April im KZ Dachau.
  • Gest. am 25. Dezember 1977 in Dachau.

 

Franz Klein wurde am 18. April 1906 in Montigny, Kreis Metz in Elsass/Lothringen geboren. Nach der  Ausweisung aus Elsass/Lothringen übersiedelte seine Familie 1918 nach München. Er machte eine Lehre als Spengler. 1923 zog Klein nach Dachau. 1927 trat er der KPD bei, ab 1928 war er KPD-Ortsgruppenleiter in Dachau. Franz Klein setzte sich gegen die erstarkenden Nationalsozialisten ein. Die Mitglieder der KPD-Ortsgruppe störten NSDAP-Versammlungen, wie Klein später erzählte:

Immer wenn die Nazis eine Versammlung abhalten wollten, „haben wir die vier Ecken des Lokals besetzt. In jeder Ecke 25 Mann. Nachdem die Versammlung eröffnet war, meldete sich Moosrainer zu Wort. ‚Wie viel Redezeit erhält die KPD‘? war seine Frage. Antwort: ‚In einer nationalsozialistischen Versammlung gibt‘s für Moskowiter überhaupt keine Redezeit‘. Daraufhin standen wir alle von der KPD auf und haben die Internationale angestimmt und gesungen. Daraufhin musste die Polizei einschreiten wegen Ruhestörung. Damit war die Versammlung der NSDAP aufgelöst.“

So stand Klein ganz vorne auf der Liste der Gegner, die die Nazis in Dachau mit der ersten Verhaftungswelle ausschalten wollten. Gleich nach Etablierung der nationalsozialistischen Regierung in Bayern wurde er am 10. März 1933 als erster Schutzhäftling ins Amtsgerichtsgefängnis Dachau gebracht. Am 29. April 1933 wurde er zusammen mit zwei anderen Gefangenen zu Fuß ins Konzentrationslager Dachau gebacht, wo er zahlreiche Bekannte wiedersah, „lauter Kommunisten, die ich alle gekannt hab“. In einem Interview berichtete er später von Schikanen und Misshandlungen der Gefangenen durch die SS. Weil er Briefe aus dem Lager geschmuggelt hatt, musste Klein selbst in Dunkelarrest:  „Aber ich hatte Glück, es waren nur 8 Tage Dunkelarrest. Es war immer dunkel und einmal am Tag gab es Wasser und Brot. … Ich hörte, wie in den anderen Zellen jeden Abend um 8 oder 9 Uhr zwei (SS-Männer) hineingegangen sind. Sie haben den Gefangenen die Hosen runtergezogen und mit dem Ochsen(fiesel) auf den nackten Arsch geschlagen. Das haben sie bei mir nicht gemacht, ich glaube, weil ich aus Dachau war, damit ich später nichts erzähl.“

Im Dezember 1934 wurde Klein endlich entlassen. Trotz der Drohnung, dass er wieder verhaftet werden könne, engagierte er sich weiter und sammelte Geld zur Unterstützung der Familien von verhafteten Kameraden.

1937 heiratete Franz Klein Josefine Hilger, die Ehe wurde 1946 geschieden. 1947 Heirat mit Margarete Richter, aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.

1945 bis 1956 war Klein KPD-Stadtrat in Dachau.  Am 25. Dezember 1977 ist Franz Klein in Dachau gestorben.

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Franz Klein (7 MB)

Verfasserin des Gedächtnisblatts

Nina Schiffner, Enkelin von Franz Klein und Anton Mang, 2014

Weitere Infos

Siehe auch Geschichtswerkstatt im Landkreis Dachau.

Weitere Infos im Blog

22.5.22: Neu online: Biographien zur Geschichte der Stadt Dachau

11.4.2015: 13.4.2015: BR berichtet über Gedächtnisbuch in Sendung zur Identität Dachaus

Martin Anson

16.7.1909 – 4.8.2003

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  • Geb. am 16. Juli 1909 in Leutershausen/Mittelfranken als Martin Ansbacher.
  • Im Zuge der Reichspogromnacht am 11. November 1938 im KZ Dachau inhaftiert.
  • 1939 nach Schottland emigriert.
  • Textilfabrikant.
  • Gest. am 4. August 2003 in Glasgow.

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Martin Anson  (2 MB)

 

Martin Anson wurde am 16. Juli 1909 in Leutershausen (Mittelfranken) als Martin Ansbacher geboren. Nach Abschluss des Gymnasiums machte er eine Ausbildung zum Kaufmann. Im August 1932 zog seine Familie nach Landshut. Im Sommer 1932 eröffnete Martin zusammen mit seinem Großcousin Wilhelm Ansbacher in der Landshuter Altstadt das »Textilhaus M. & W. Ansbacher«. Martin und Wilhelm wurden Mitglieder im Achdorfer Fußballclub und spielten in einer Mannschaft. Auch das Geschäft lief sehr gut, bis 1935 oder 1936 die NSDAP dafür sorgte, dass der Mietvertrag gekündigt wurde. Obwohl die Chance für einen jüdischen Kaufmann, irgendwo Geschäftsräume zu mieten, bereits 1935/36 ziemlich gering war, suchten die Ansbachers nach geeigneten neuen Räumen. Am Isargestade 728 fanden sie, was sie suchten. Der Hausbesitzer unterschrieb den Mietvertrag trotz aller Drohungen der NSDAP.

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In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 – der so genannten Reichspogromnacht – wurde auch die Familie Ansbacher nicht verschont. Nach der gewalttätigen Verwüstung der Wohnungen wurden die Familienmitglieder in das SA-Hauptquartier gebracht. Die Frauen wurden am nächsten Tag entlassen, die Männer, unter denen auch Martin, Wilhelm und ihre Väter waren, in das Landshuter Stadtgefängnis eingeliefert. Am 15. November erfolgte die Verlegung in das Konzentrationslager Dachau. Dort mussten sie das unmenschliche Lagerleben kennen lernen. Die Entlassung von Martins Vater und seinem Vetter Fritz kam sehr überraschend. Der Grund war wohl, dass ein NS-Treuhänder das Haus, in dem die beiden Familien wohnten, kaufen wollte. Man versprach Gustav Ansbacher, wenn er den Vertrag unterschriebe, würde der Käufer dafür sorgen, dass auch Martin und Wilhelm aus dem KZ entlassen würden. Durch diesen Tausch kamen sie im Januar 1939 frei.

Ende April / Anfang Mai 1939 wanderte Martin Ansbacher nach Schottland aus. Seine Eltern folgten ihm im Juni 1939. Er kam zunächst in einer Kleiderfabrik in Glasgow unter. Später machte er eine Ausbildung als Techniker und arbeitete in einer Reparaturwerkstatt für Motorräder der britischen Armee. Wegen seiner kaufmännischen Erfahrung wurde Martin Ansbacher sogar Leiter der Ersatzteilabteilung und arbeitete in der Produktionsleitung mit.

Nach Ende des Krieges begann er eine Tätigkeit als Vertreter für Küchengeräte, Kinderwagen, Damenblusen, Spielwaren und Damenstrümpfe. 1946 heiratete er die ehemalige Augsburgerin Beate Einstein. 1948 erwarben Martin und Beate Ansbacher die britische Staatsangehörigkeit und änderten gleichzeitig ihren Namen von Ansbacher auf Anson. Nach einiger Zeit beschlossen Martin und Beate (jetzt Pat), ein eigenes Geschäft für schottische Strickwaren unter dem Firmennamen MABAN zu eröffnen. Martin und Pat Anson haben zwei Söhne. Am 8. April 2003 ist Martin Anson gestorben.

Verfasserin des Gedächtnisblattes

Christine Schindlbeck (Schülerin), 2001.

Infos im Blog

22.5.2023: Ein Gedächtnisblatt vor über 20 Jahren – ein Besuch heute

Weitere Infos

Siehe auch: Namen statt Nummern. Ausstellungsbroschüre zur gleichnamigen Wanderausstellung. Infos und Bestellmöglichkeit.

Interviews mit Martin Anson siehe auch auf Gathering the Voices.

[Qu: SG Broschüre; FG1]

Albert Wengenroth

16.5.1898 – 12.2.1945

  • Geb. am 16. Mai 1898 in Westerburg / Westerwald.
  • Streckenarbeiter bei der Reichsbahn.
  • Vorsitzender der SPD-Ortsgruppe Westerburg, Kreisvorsitzender, Stadtverordneter, Magistratsmitglied, Kreistagsabgeordneter.
  • Bezirkspersonalrat bei der Eisenbahndirektion Frankfurt / Main.
  • Ausschussmitglied der Reichsbahnbetriebskrankenkasse Frankfurt / Main.
  • 1933 Stadtverordneter der SPD als Nichtmitglied.
  • Verhaftung am 22. August 1944, am 16. September 1944 Einweisung ins KZ Dachau.
  • Gest. am 12. Februar 1945 im KZ Dachau.

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Albert Wengenroth  ( 4 MB)

Erinnerungen an Albert Wengenroth

  • Ausstellung und Vortrag im Rahmen der Int. Wanderausstellung „Namen statt Nummern“ des Gedächtnisbuchs in Westerburg im Herbst 2009. In Folge: Gründung einer Bürgerinitiative zur Umbenennung der Albertstraße.
  • Am 3. Dez. 2009 Beschluss des Stadtrats: Umbenennung der Albertstraße in „Albert-Wengenroth-Straße“.

Verfasserin des Gedächtnisblattes

Maria Meurer (Ruhestandsbeamtin, Stadtarchivarin Westerburg a.D.) unterstützt von Burghard Kniese, 2011.

[GB]

Henry Landman

12.6.1920 – 12.12.2014

  • Geb. als Heinz Landmann am 12. Juni 1920 in Augsburg.
  • Ab 10. November 1938 im KZ Dachau.
  • Im März 1939 Flucht nach Großbritannien, im November 1939 Emigration nach New York. Auch den Eltern und Geschwistern gelang die Flucht in die USA, wo sie nach einiger Zeit einen Pelzhandel eröffnen konnten.
  • Am 27. Januar 1943 Eintritt in die US Armee.
  • Am 28. April 1945 Rückkehr nach Augsburg als amerikanischer Soldat.
  • Gest. am 29. Dezember 2014 in New York.

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Henry Landman (2,7 MB)

Verfasserin des Gedächtnisblatts

Veronika Stumpf (Schülerin), 2004

Weitere Infos im Blog

9.11.21: Gedenken an die Novemberpogrome

30.4.2015: Augsburger Allgemeine Zeitung schreibt über Henry Landman

29.4.2015: Henry (Heinz) Landman und der 70. Jahrestag der Befreiung von Dachau

29.4.2015: Henry (Heinz) Landman and the 70th Anniversary of the Liberation of Dachau

16.1.2015: Trauer um Henry Landman

[Qu.: Wsite; FG1]

 

Karel Kašák

15.12.1906 – 4.7.1991

  • Geb. am 15. Dezember 1906 in Rokycany / CZ.
  • Journalist in Kladno.
  • Verhaftet am 9. Juni 1939 zusammen mit 106 anderen Vertretern der Kladnoer Intelligenz. Inhaftierung im Gestapo-Gefängnis Brünn, Transport über Konzentrationslager Mauthausen nach Dachau. Von 16. Juni 1939 bis Juli 1943 Konzentrationlager Dachau, 1939 einige Monate Buchenwald.
  • In Dachau wird Kašák als botanischer Maler in der „Plantage“ eingesetzt und erhält als „Ehrenhäftling“ Privilegien.
  • Heimliche Foto-Aufnahmen und Tagebuchaufzeichnungen, sowie Schmuggel von Briefen und Fotografien.
  • Im Juli 1943 „Entlassung“ und „Konfination“ – Zwangsverpflichtung als Zivilangestellter in der Plantage.
  • Weiterhin heimliche Dokumentation aus dem Lager zusammen mit Familie Seidenberger aus dem benachbarten Ort Hebertshausen.
  • Gest. am 4. Juli 1991 in Prag.

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Karel Kašák (3 MB)

Verfasserin des Gedächtnisblatts

Helena Robl (Schülerin, Ignaz-Taschner-Gymnasium Dachau), 2012

[Qu.: GB]

Cezary Jurkiewicz

26.8.1911 – 17.10.1978 (?)

  • Geb. am 26. August 1911 in Trempel / Bromberg (heute Bydgoscsz) D/PL.
  • Am 15. August 1932 Eintritt in den Orden der Pallottiner.
  • Am 11. Juni 1938 Priesterweihe.
  • Von 1940 bis 1945 Haft in Bromberg,  KZ Sachsenhausen, KZ Dachau.
  • Colleg und Ordenshaus St. Stanislaus Kostka in Osny / Paris, Seelsorger in Oignies und im Stammhaus der Pallottiner in Paris.
  • Seit Oktober 1978 verschwunden.

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Cezary Jurkiewicz (3 MB)

Verfasserin des Gedächtnisblatts

Susanne Guski-Leinwand (Diplom-Psychologin, Nichte), 2009.

[Qu.: FG1]

Heinrich Grüber

24.6.1891 – 29.11.1975

  • Geb. am 24. Juni 1891 in Stolberg / Rheinland.
  • Evangelischer Pfarrer und Mitglied der Bekennenden Kirche, Leiter des „Büro Grüber“, einer Anlaufstelle für verfolgte Christen jüdischer Herkunft, wo sie Hilfe zur Emigration fanden.
  • Verhaftet am 19. Dezember 1940, KZ Sachsenhausen, Einlieferung in das KZ Dachau am 10. Oktober 1941, Entlassung am 23. Juni 1943.
  • 1961 Zeuge im Eichmann-Prozess.
  • Bevollmächtigter des Rates der EKD bei der Regierung der DDR.
  • Gest. am 29. November 1975 in Berlin.

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Heinrich Grüber  (2 MB)

Verfasser des Gedächtnisblatts

Willi Stöhr (Pfarrer) zusammen mit Dr. Hans-Rolf Grüber (Sohn), 2006.

[Qu.: FG1]

Stanislaus Gajek

27.9.1922 – 2015

  • Geb. am 27. September 1922 in Zelejowa (PL).
  • Landwirt, später Staplerfahrer.
  • Von 1944 bis 1945 Gestapo-Gefängnis Saarbrücken, KZ Dachau. Wurde nach der KZ-Haft als Zwangsarbeiter auf einem Hof im Landkreis Dachau eingesetzt. Nach dem Krieg heiratete er die Tochter des Landwirts.
  • Gest. 2015.

 

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Gedächtnisblatt  Seite 1

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Stanislaus Gajek (1 MB)

Verfasserin des Gedächtnisblatts

L. E. (Schülerin), 2013.

 

Veist Bloch

17.10.1873 – 1941

  • Geb. am 17. Oktober 1873 in Kirchen /Kreis Lörrach.
  • Handelsmann, Viehhändler.
  • Von 1914 bis 1920 Mitglied der Feuerwehr und Schatzungsrat der jüdischen Gemeinde.
  • Von 11. November 1938 bis Dezember 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert.
  • Am 30. Mai 1939 über Basel in die USA emigriert.
  • Gest. 1941 in den USA.

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Veist Bloch (2,3 MB)

Verfasser des Gedächtnisblatts

Ulrich Nädelin (Offizier der Bundeswehr a.D.), 2006.

[FG1]