Johann Ruckdeschel

1.6.1883 – 1945

  • Geb. am 1. Juni 1883 in Hampelhof bei Helmbrechts, Oberfranken.
  • Gest. im Bereich der Lager um Buchenwald.
  • Maurer und KPD-Mitglied.
  • Kam am 14. Juli 1933 ins KZ Dachau und wurde am 14. Dezember des gleichen Jahres wieder entlassen. Er wurde am 5. Juni 1941 ein weiteres Mal ins KZ eingeliefert und blieb bis zum 17. August 1944. Danach kam er in die Konzentrationslager Mauthausen, Auschwitz und schließlich Buchenwald. Dort wurde er am 26. Januar 1945  registriert. Danach verliert sich seine Spur.

Gedächtnisblatt

Bei manchen Gedächtnisblättern ist eine Veröffentlichung auf unserer Website aufgrund der Klärung der verschiedenen rechtlichen Gegebenheiten bzw. der Wünsche der Porträtierten oder ihrer Angehörigen schwierig oder nicht möglich.

Dieses Gedächtnisblatt ist in der Versöhnungskirche in Dachau einsehbar.

Verfasser des Gedächtnisblatts

Norbert Aas (Historiker), 2006.

[Qu.: GB]

Dr. Siegmund Rindskopf

10.6.1877 – ?

  • Geb. am 10. Juni 1877 in Großlangheim, Landkreis Kitzingen.
  • Jüdischer Lehrer.
  • Wurde im Anschluss an die Reichspogromnacht am 9. November 1938 in das KZ Dachau gebracht und am 1. Dezember 1938 wieder entlassen. Am 4. April 1942 wurde er zusammen mit seiner Frau und Tochter nach Piaski deportiert,  ein weiteres Lebenszeichen von ihm gibt es nicht.

Gedächtnisblatt

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Verfasserin des Gedächtnisblatts

Lisa Hollerith (Schülerin), 2014.

[Qu.: GB]

Hermann Scheipers

24.7.1913 – 2.6.2016

  • Geb. am 24. Juli 1913 in Ochtrup.
  • Katholischer Geistlicher.
  • Am 4. Okt. 1940 wurde er gefangen genommen und ins Polizeigefängnis in Leipzig gebracht. Am 28. März 1941 kam er ins KZ Dachau. Ihm ist während des Todesmarsches im April 1945 die Flucht gelungen.
  • Gest. am 2. Juni 2016 in Ochtrup.

Gedächtnisblatt als PDF-Datei

Hermann Scheipers (4 MB)

Verfasser des Gedächtnisblatts

Wilma Geurts (Sekretärin) und Martin Geurts (Goldschmiedemeister), 2010.

Weitere Infos im Blog

8.2.2018: Ochtrup: Stolperstein und Erinnerungstafel für Anna und Hermann Scheipers

8.6.2016: Ökumenische Trauerfeier für Mirjam Ohringer und Hermann Scheipers

4.6.2016: Wir trauern um Prälat Hermann Scheipers

22.5.2016: Namen statt Nummern: Ausstellung auf dem Katholikentag

[Qu.: GB]

Alojs Andritzki

2.7.1914 – 3.2.1943

  • Geb. am 2. Juli 1914 in Radibor, sächsische Oberlausitz.
  • Katholischer Geistlicher.
  • Verhaftung am 21. Januar 1941, er kam am 2. Oktober des gleichen Jahres in das KZ Dachau.
  • Gest. am 3. Februar 1943 im KZ Dachau.

Gedächtnisblatt als pdf-Datei

Alojs Andritzki DE (2 MB)
Alojs Andricki Sorb (2 MB)

Verfasser des Gedächtnisblatts

Sylvia Zimmermann (Soziologin),  Steffen Nebelung (Berufskraftfahrer),  Beate Schwede (Krankenschwester), 2015 .

Weitere Infos im Blog

22.5.2016: Namen statt Nummern: Ausstellung auf dem Katholikentag

[Qu.: GB]

 

Josef Andrä

1.4.1880 – 6.5.1945

  • Geb. am 1. April 1880 in Asbach bei Petershausen.
  • Schäfflermeister.
  • Wurde schon 1940 für ein paar Monate verhaftet, kam am 23. Februar 1945 ins KZ Dachau, blieb dort bis zu seinem Tod nach der Befreiung.
  • Gest. am 6. Mai 1945 im befreiten KZ Dachau.

Gedächtnisblatt

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Verfasserin des Gedächtnisblatts

Isabella Weber ( Schülerin), 2012.

[Qu.: GB]

Ludwig Wittmann

1.12.1889 – 18.9.1942

  • Geb. am 1. Dezember 1889 in Aberzhausen, Mittelfranken.
  • Bauer.
  • Wurde am 18. Februar 1942 gefangengenommen und ins Nürnberger Polizeigefängnis gebracht, von wo er am 27. März 1942 ins KZ Dachau überführt wurde.
  • Gest. am 18. September 1942 im KZ Dachau.

Gedächtnisblatt

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Verfasser des Gedächtnisblatts

Norbert Herler (technischer Angestellter), 2003.

[Qu.: GB]

Julius Schapiro

1.2.1895 – 26.1.1945

  • Geb. am 1. Februar 1895 in Burghaslach.
  • Jüdischer Religionslehrer, Kantor und zeitweise Schulleiter.
  • Im KZ Dachau vom 11. November 1938 bis zum 16. November 1938. Später kam er noch ins KZ Riga-Kaiserwald, Stutthof und Buchenwald.
  • Gest. am 26. Januar 1945 in Buchenwald.

Gedächtnisbuch als pdf-Datei

Julius Schapiro (1 MB)


Julius Schapiro stammte aus einer kinderreichen Kaufmannsfamilie in Burghaslach. Sein ältester Bruder Leopold wurde Lehrer in Gailingen. Julius erhielt seine Lehrerausbildung an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg (ILBA). Um 1922 bis 1924 war er Religionslehrer, Kantor und Schächter in Bechhofen. Das Amt war verknüpft mit dem Dienst der Friedhofsverwaltung.  1925 war Schapiro Lehrer der jüdischen Schule Leipzig. 1927/28 arbeitete er als Lehrer in Künzelsau, von dort zog er 1928 nach Bamberg, wo er Religionslehrer und Kantor an der Israelitischen Kultusgemeinde Bamberg war. Von 1939 bis 1941 war Schapiro Leiter der privaten jüdischen Volksschule Bamberg in der „Weißen Taube“. Im Januar 1935 übernahm er die Leitung des Synagogenchors.

Julius Schapiro war vom 11.11.1938 bis 16.11.1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Er wurde am 29.11.1941 zusammen mit seiner Frau Eleonora und der jüngeren Tochter Ruth von Nürnberg aus nach Riga-Jungfernhof deportiert. Datum und Umstände der Ermordung der beiden Frauen sind nicht bekannt. Julius Schapiro kam zunächst ins KZ Riga-Kaiserwald und wurde am 16.8.1944 ins KZ Stutthof und weiter nach Buchenwald verschleppt, wo er am 26.1.1945 starb. Die Tochter Judith konnte 1938 nach Palästina emigrieren.

Verfasserin des Gedächtnisblatts

Anna Nüßlein (Schülerin), 2015.

[Qu.: GB; BLLV]

Andreas Zollner

8.2.1906 – 2.11.1976

  • Geb. am 8. Februar 1906 in München.
  • Friseur, Fensterputzer, Kontorist, Personalchef.
  • Mitglied im kommunistischen Jugendverband, Organisationsleiter, Revisor, Propagandaleiter und Politischer Leiter in der KPD.
  • Am 10. März 1933 verhaftet, vom 12. März bis 19. Dezember 1935 im KZ Dachau.
  • Ab 15. April 1937 zweite Haft im KZ Dachau, ca. einen Monat lang.
  • Von 15. Dezember 1937 bis 7. Juli 1938 Haft in Münchner Gefängnissen und im KZ Dachau.
  • Gest. am 2. November 1976 in München.

 

Andreas Zollner wurde als vierter Sohn des Ehepaares Heinrich und Katharina Zollner am 8. Februar 1906 in München geboren. Mit seinen Geschwistern Josef, Kaspar, Heinrich und Katharina wuchs er in München auf. Im Alter von 14 Jahren begann er eine Friseurlehre, die er drei Jahre später erfolgreich beendete. Nach seinem Abschluss ging er auf Wanderschaft, in der er bis nach Hamburg gelangte. 1925 kam er nach München zurück und trat dem kommunistischen Jugendverband bei. 1928 heiratete er Anna Kofler, mit der er ein Jahr zuvor schon eine Tochter bekommen hatte, Annelies. Es war schwer, Arbeit als Friseur zu bekommen, sodass er sich als Isolierer und Fliesenleger durchschlug. Inzwischen war er auch in die Kommunistische Partei Deutschlands eingetreten. 1930 wurde seine Sohn Anderl geboren, in einer Zeit, in der sowohl Andreas als auch seine Frau Anna arbeitslos waren.

Er war jedoch politisch sehr aktiv, wurde Organisationsleiter, Revisor, Propagandaleiter und Politischer Leiter in der KPD. Daher dauerte es auch nicht lange, bis er nach dem Verbot der KPD am 10. März 1933 zum ersten Mal verhaftet und zwei Tage später ins KZ Dachau eingewiesen wurde. Zwei seiner Brüder, Josef und Kaspar, der eine Zeuge Jehovas und der andere SPD-Mitglied, wurden auch gefangen genommen und waren eine Zeit lang mit Andreas zusammen im KZ. Andreas musste im KZ als Lagerfriseur arbeiten und wurde so ein wichtiger Verbindungsmann der inhaftierten Kommunisten, bis er am 19. Dezember 1935 entlassen wurde.

Eineinhalb Jahre später, am 15. April 1937 kam er wieder für einen Monat ins KZ. Nach seiner Entlassung fand er Arbeit als Pyrotechniker. Am 15. Dezember des gleichen Jahres wurde er erneut im KZ Dachau inhaftiert, da er zu einer Bemerkung über Mussolini und Hitler genickt hatte. Ein halbes Jahr lang wurde er mehrmals zwischen Dachau und verschiedenen Gefängnissen hin- und herverlegt. Am 7. Juli 1938 konnte er, allerdings ohne Ausstellung eines Entlassungsscheines, die Gestapo-Zentrale im Wittelsbacher Palais als vorerst freier Mann verlassen.

Zunächst fand er zwar eine Anstellung als Friseur in einem Damensalon, nach acht Wochen entließ ihn die Chefin jedoch wieder, weil sie erfuhr, dass er ein ehemaliger KZ-Häftling war. Die Gestapo vermittelte ihm einen Arbeitsplatz als Fensterputzer. Als der Krieg ausbrach wurde er wieder verhaftet, und nach dem Attentat auf Hitler im November 1939 versuchte man, ihm das Attentat anzuhängen. Im März 1940 stürzte Andreas Zollner beim Fensterputzen aus einer Höhe von 17 Metern und brach sich beide Beine mehrmals. Wegen schlechter ärztlicher Behandlung wäre er fast an den infizierten Wunden gestorben, doch nachdem ihm das linke Bein amputiert wurde, ging es ihm bald besser. Andreas arbeitete ab Oktober 1941 als Kontorist bei der Bavaria Filmkunst AG und ein Jahr später begann er, eine Widerstandsgruppe aufzubauen. Zwei Jahre später bekam er noch einen Sohn, Peter. Nachdem der Krieg geendet hatte, wurde er Personalchef der Bavaria Filmkunst AG und wurde auch schnell wieder politisch aktiv. Am 2. November 1976 erlag Andreas den Folgen eines Schlaganfalls und starb im Alter von 70 Jahren.

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Verfasserin des Gedächtnisblatts

Elisabeth Schomäcker (PR- und Marketingberaterin), 2006.

[Qu.: GB]

Rupert Weinberger

24.12.1905 – 31.1.2000

  • Geb. am 24. Dezember 1905 in München.
  • Versicherungsbeamter, Maurer.
  • Bergsteiger, Wintersportler.
  • 1932 Teilnehmer der Ersten Deutschen Arbeiter Kaukasus Expedition.
  • Am 9. August 1933 Verhaftung, von 11. August 1933 bis 30. November 1937 Haft im KZ Dachau.
  • Gest. am 31. Januar 2000.

„Die Erfüllung eines Traums“

Am Heiligen Abend 1905 wird in München der Sohn der Maurerseheleute Wilhelm und Erika Weinberger geboren: Rupert Weinberger. Er wächst in München auf, besucht die Volksschule und die Realschule, verlässt 1922 die Kreisoberrealschule III – das heutige Klenze-Gymnasium – nach der 6. Jahrgangsstufe mit einem sehr guten Zeugnis. Mit dem mittleren Schulabschluss findet er eine Lehrstelle  bei der Münchener und Achener Mobilar-Feuer-Versicherungs-Gesellschaft. Wegen „guter Eignung“ wird ihm das dritte Lehrjahr erlassen und er wird ab 1. Mai 1924 als Beamter weiter beschäftigt. Zu seinen Aufgaben gehört es, Anträge zu prüfen, Korrespondenzen, buchhalterische und rechnerische Arbeiten zu erledigen. Allerdings erhält er schon wenige Monate später eine Kündigung: Wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage in der Inflationszeit sehe man sich gezwungen, den Beamtenapparat „auf den Friedensstand“ zurückzuführen und Weinberger zum 30. September 1924 zu entlassen. Jetzt entschließt er sich, Handwerker zu werden und beginn wieder eine Lehre: er wird Maurer, wie sein Vater.

Gedächtnisblatt

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Verfasserin des Gedächtnisblatts

Alicia Gold (Schülerin in Grafing), 2016.