Jefimas Glikas

18.5.1924

  • Geb. am 18. Mai 1924 in Kaunas/Litauen.
  • Litauischer Jude.
  • Von Juli 1941 bis Juli 1944 Ghetto Kaunas, anschließend Konzentrationslager Stutthof und Auschwitz. Von Ende 1944 bis Anfang Mai 1945 KZ Dachau, Außenlager Landsberg.
  • Abteilungsleiter in einer Schuhfabrik in Vilnius.

Gedächtnisblatt als pdf-Datei

Jefimas Glikas (3 MB)

Verfasserinnen des Gedächtnisblatts

Laura Steinhöfel und Christine Werner (Schülerinnen), 2001.

[Qu.: Wsite]

Josef Fleischberger

27.3.1896 – 27.8.1979

  • Geb. am 27. März 1896 in Frontenhausen.
  • Kommunist.
  • Vom 27. Juli 1935 bis 21. Dez. 1938 im KZ Dachau.
  • Gest. am 27. August 1979 in Nürnberg.

Gedächtnisblatt als pdf-Datei

Josef Fleischberger (3 MB)

 

Das Gedächtnisblatt basiert auf einem Interview mit der Tochter Josef Fleischbergers, Gerda Pöppel, sowie Gerichtsakten aus dem Staatsarchiv Nürnberg und Zeitungsartikeln aus dem Stadtarchiv Nürnberg.

Verfasser des Gedächtnisblatts

Gerda Reuß (Enkelin) und die AG Geschichte an der Hauptschule Hummelsteiner Weg, Nürnberg, 2002.

[Qu.: Wsite; FG1]

Ernst Federn

26.8.1914 – 24.6.2007

  • Geb. am 26. August 1914 in Wien.
  • Politischer Häftling,  Jude, Psychoanalytiker.
  • Vom 24. Mai 1938 bis 23. September 1938 im KZ Dachau, anschließend KZ Buchenwald. Insgesamt 6 Jahre KZ-Haft.
  • Gest. am 24. Juni 2007.

Gedächtnisblatt als pdf-Datei

Ernst Federn (2 MB)

Wir danken Wilhelm Rösing für die Erlaubnis zur Publikation des Titelfotos. Auch weitere Fotos des Gedächtnisblatts hat er in seinem auf DVD erhältlichen Film über Ernst Federn verwendet, weitere Informationen zum Film finden sich unter dem Link www.roesingfilm.de.

 

Anfänge der politischen Arbeit

Politisches Engagement war ein wichtiger Bestandteil im Leben der Familie Federn. Schon seit seinem 14. Lebensjahr engagierte sich Ernst Federn für die Sozialdemokratische Partei Österreichs. Als in den dreißiger Jahren auch in Österreich die politischen Strukturen immer autoritärer wurden, fing er an – damals 20 Jahre alt –, im Untergrund gegen den österreichischen Faschismus zu kämpfen. 1936 und 1937 war er zweimal in Untersuchungshaft, einmal wegen Verdachts auf Hochverrat.

Verhaftung durch die Gestapo

Am 14. März 1938, zwei Tage nach der Okkupation Österreichs durch die Wehrmacht, wurde er von der Gestapo verhaftet. Am 24. Mai 1938 deportierte die SS Ernst Federn mit vielen anderen Juden und politischen Gefangenen im so genannten zweiten »Prominententransport« in das KZ Dachau. In der fünfstündigen Fahrt von Wien nach Salzburg wurden die Häftlinge andauernd von betrunkenen SS-Männern geprügelt und gedemütigt. In Salzburg wurde eine andere SS-Wachmannschaft eingesetzt, die die Gefangenen nicht misshandelte. Nach der Ankunft in Dachau mussten die Häftlinge im Laufschritt, massiven Schlägen ausgesetzt, in das Konzentrationslager einziehen.

Konzentrationslager Dachau

Ernst Federn wurde als »politischer Jude« kategorisiert. In den ersten Wochen der Gefangenschaft verschlechterte sich sein Befinden zusehends. Er hatte seine Schuhe mit denen eines anderen verwechselt und lief sich auf diese Weise seine Füße wund. Die Tatsache, dass er sich häufig im Laufschritt bewegen musste, machte alles noch schlimmer. Am 29. Juni waren seine Füße so geschwollen, dass er nicht mehr gehen konnte. Die SS-Führer bestraften ihn mit einer Stunde »Baumhängen«. Das war eine alte Militärstrafe, bei der man mit den Händen auf dem Rücken gebunden am Baum aufgehängt wurde und unglaubliche Schmerzen hatte. Als er wieder in seinen Block zurückkam, erkundigten sich die Blockbewohner nach seinem Befinden, worauf Federn, ohne sich bewusst zu sein was er sagte, antwortete: »Wisst ihr, das Runterkommen ist so schön, dass es das Aufhängen wieder aufhebt.« Dieser Ausspruch hatte anscheinend eine enorme psychologische Wirkung auf seine Mithäftlinge. Er motivierte die anderen Häftlinge in ihrem Willen zu überleben. Ernst Federn bekam keine weiteren Sanktionen, wurde einem anderen Kommando zugeteilt und war von diesem Moment an im Lager berühmt. Von dieser Zeit an ging es ihm besser. Auch die Tatsache, dass er im Lager alte Familienfreunde traf und von den politischen Häftlingen, die in der Überzahl waren, sofort als Politischer aufgenommen wurde, erleichterte teilweise seine Zeit in Dachau. Bis Ende September 1938 war Federn in Dachau inhaftiert.

Konzentrationslager Buchenwald

Am 23. September 1938 wurde Ernst Federn nach Buchenwald deportiert. Als er dort ankam, galt Buchenwald als das schlimmste nationalsozialistische Konzentrationslager. Er selbst erinnert sich: »Es war sehr schlimm, man hat das Gefühl gehabt, das kann man nicht überleben.« Ernst Federn verrichtete verschiedene Arbeiten. Im Herbst 1938 arbeitete er mit Schaufel und Spitzhacke im Schachtkommando des Baukommandos 1. Im Winter 1938/39 bekam er davon schwere Erfrierungen an den Händen und musste ärztlich behandelt werden. Kurze Zeit später musste er erneut den Arzt aufsuchen, diesmal wegen Erfrierungen an den Zehen. Er kam ins jüdische Lagerlazarett und konnte sechs Wochen dort bleiben. Später wurde er Maurer und am Bau der Gustloff-Werke eingesetzt.

Nachkriegszeit

Nach der Befreiung durch die Amerikaner musste Ernst Federn noch einige Zeit im Lager bleiben. Es gelang ihm mit Hilfe von gefälschten Papieren, am 1. Mai 1945 in einem englischen Flugzeug mit belgischen Überlebenden nach Brüssel zu fliegen. Dort wandte er sich der sozialdemokratischen Partei zu, die ihm half, sein Leben zu ordnen. Er hielt Vorträge und schrieb Aufsätze über die NS-Zeit und seine Erfahrungen mit ihren Verbrechen. Sein eigentliches Ziel waren die USA, in die sein Vater 1938 emigriert war. Ernst Federn wartete noch die Ankunft seiner Verlobten Hilde Paar im November 1946 ab, um sie dann am 2. Februar 1947 zu heiraten.

Emigration in die USA

Am 1. Januar 1948 emigrierten beide nach New York. Dort studierte Ernst Federn Sozialarbeit und erwarb an der Columbia Universität New York den Magister. Von 1950 bis 1953 machte er eine Lehranalyse und arbeitete als Supervisor, Familienberater und Psychotherapeut erst in New York und ab 1961 in Cleveland. 1972 siedelte Ernst Federn mit seiner Frau nach Wien zurück, um als sozialpsychologischer Berater in Wiener Strafanstalten zu arbeiten.

Verfasser des Gedächtnisblatts

Maximilian Geßl (Schüler), 2001.

[Qu.: Wsite; FG1]

Felix Concaret

25.10.1899 – 25.3.1945

  • Geb. am 25. Oktober 1899 in Nicole / Frankreich.
  • Lehrer, Schuldirektor, Widerstand.
  • Verhaftung 14. Juni 1944, deutsches Gefängnis Fort du Hâ in Bordeaux, deportiert mit dem Train Fantôme. KZ Dachau ab 28. August 1944, im September verlegt nach Mauthausen und Melk.
  • Gest. am 25. März 1945 im Außenlager Melk.

Gedächtnisblatt als pdf-Datei

Felix Concaret (3 MB)

Verfasserin des Gedächtnisblatts

Verfasst 2005 von Jenny Hausmann (Schülerin).

[Qu.: Wsite; FG1]

Uri Chanoch

28.3.1928 – 1.9.2015

  • Geb. am 28. März 1928 in Kaunas/Litauen.
  • Litauischer Jude.
  • Ab 1941 mit seiner Familie im Ghetto Kaunas, 1943 Konzentrationslager Kaunas. Im Juli 1944 Deportation ins KZ Stutthof. Trennung von Mutter und Schwester, beide starben in Stutthof. Weitertransport ins Außenlager Kaufering des KZ Dachau. Trennung von Bruder und Vater. Vom 15. Juli 1944 bis zur Befreiung am 29. April 1945 im KZ Dachau.
  • 1946 Emigration nach Palästina.
  • Angestellter, Inhaber einer Exportfirma.
  • Gest. am 1. September 2015 in Israel.

Gedächtnisblatt als pdf-Datei

Uri Chanoch (2 MB)

Verfasserin des Gedächtnisblatts

Julia Bichlmaier (Schülerin), 2001.

[Qu.: Wsite; FG1]

Titus Brandsma

23.2.1881 – 26.7.1942

  • Geb. am 23. Februar 1881 als Anno Sjoerd Brandsma in Oegeklooster bei Bolsward in Friesland/NL.
  • Karmeliterpater, Philosophieprofessor.
  • Widerstand in der katholischen Kirche Hollands.
  • Verhaftet am 19. Jan. 1942, Koepelgefängnis in Arnheim, Gefängnis Scheveningen bei Den Haag, Durchgangslager Amersfoort, ab 19. Juni 1942 KZ Dachau, am 26. Juli 1942 dort ermordet.
  • Seligsprechung am 3. November 1985.

Gedächtnisblatt als pdf-Datei

Titus Brandsma (2,1 MB)

Verfasserin des Gedächtnisblatts

Silke Hutt (Studentin, Berlin), 2004.

[Qu.: Wsite]

Wasyl Petrowytsch Bondar

1.2.1926

  • Geb. am 1. Februar 1926 in Selena Dibrowa / Gebiet Kiew / Ukraine.
  • Zusammen mit drei Bründern und einer Schwester (von neun Kindern) Überlebender des „Holodomor“, der großen Hungersnot in der Ukraine 1933.
  • Am 22. Juni 1942 zur Zwangsarbeit nach Pirmasens verschleppt, Fluchtversuch, Lager in Saarbrücken, 26.
  • November 1944 bis Ende April 1945 im KZ Dachau.

Gedächtnisblatt als pdf-Datei

Gedächtnisblatt in ukrainischer Sprache als pdf-Datei:
Wasyl Petrowytsch Bondar (1,7 MB)

Übersetzung des Gedächtnisblatts:
Bondar Gedächtnisblatt Übersetzung (83 kB)

Verfasserin des Gedächtnisblatts

Verfasst 2007 von Olga Gnatenko (Studentin, Poltawa/Ukraine).

[Qu.: Wsite; FG1]

Ansbacher, Martin

siehe Anson, Martin

[Qu: Wsite; FG1]

Korbinian Aigner

11.5.1885 – 5.10.1966

  • Geb. am 11. Mai 1885 in Hohenpolding.
  • Katholischer Pfarrer.
  • November 1939 Gefängnishaft in Freising und München. Ab 12. September 1940 KZ Sachsenhausen, von Oktober 1941 – 29. April 1945 KZ Dachau.
  • Gest. am 5. Okt. 1966 in Freising.

Gedächtnisblatt als pdf-Datei

Korbinian Aigner (0,6 MB)

Verfasser des Gedächtnisblatts

Hans Niedermayer, Oberstudiendirektor, Poing.

[Qu: Wsite; FG1]