Stolpersteine in Dachau
„Die Initiative, die ‚Stolpersteine‘ nach Dachau zu holen, ging von Andreas Kreutzkam (Dachauer Forum – katholische Erwachsenenbildung) und von Klaus Schultz (EvangelischeVersöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau) aus.
Demnigs ‚Kunstprojekt für Europa‘ war zu diesem Zeitpunkt – im November 1994 – schon weit verbreitet, Tausende Stolpersteine in bald hundert Städten hatte der Bildhauer verlegt. ‚Ein dezentrales Denkmal, das wächst und wächst‘, wie er selbst sagt.
Fast überall hatte Demnig Anklang gefunden, nur an wenigen Orten war er auf nachhaltige Abwehr gestoßen. So in der bayerischen Landeshauptstadt München. …..
Ganz anders in Dachau. Der Kulturausschuss des Stadtrats votierte im November 2004 einstimmig für die Verlegung. Oberbürgermeister Peter Bürgel (CSU) brauchte nicht erst um Zustimmung zu werben. Sprecher aller Fraktionen äußerten sich positiv. Nur die Nachkommen der ermordeten Juden sollten noch um ihr Einverständnis gebeten werden. Ruth Locke erklärte sich ’sehr einverstanden‘. Frank Wallace schrieb: ‚Es ist mir eine große Genugtuung, dass die beiden Stolpersteine direkt vor dem Haus in den Boden eingelassen werden‘.“
Zitat aus: Vor Sonnenaufgang – Das Schicksal der jüdischen Bürger Dachaus, Hans Holzhaider, Süddeutsche Zeitung, Edition 2006
Im Jahr 2014 wurden auf Anregung von Pfarrer Björn Mensing von der Versöhnungskirche Dachau und dem Zeitgeschichtsreferent Dr. Dr. hc. Günter Heinritz im Rahmen der Geschichtswerkstatt und dem Trägerkreis Gedächtnisbuch von der Stadt Dachau weitere Stolpersteine verlegt.
Weitere Informationen, wo die Stolpersteine in Dachau verlegt wurden, finden Sie hier
Weitere Infos im Blog
16.2.2016: Einladung: Ausstellungseröffnung in Sulzemoos
22.5.2014: Fotos: Verlegung Stolpersteine in Dachau
22.5.2014: Veranstaltung: Verlegung neuer Stolpersteine