Namen statt Nummern – KZ-Häftlinge in Auschwitz und Dachau
Die neue Wanderausstellung des Gedächtnisbuchs ist zum ersten Mal zu sehen. Sie wird im Ignaz-Taschner-Gymnasium Dachau gezeigt, dessen Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Deutsch-polnischen Projekts unmittelbar an der Erstellung beteiligt waren.
Marine Charbonneau als Referentin bei der Ausstellungseröffnung
Die Ausstellung beleuchtet schlaglichtartig die Lebensgeschichten von neun Häftlingen der Lager Auschwitz und Dachau. Zusätzlich gibt es eine Einführung in die Geschichte dieser Lager.
Ergänzt wird die Ausstellung durch eine Vitrine mit Kunstwerken, die die beteiligten Schüler*innen unmittelbar nach dem Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau angefertigt haben, sowie eine Stellwand mit Gedächtnisblättern.
Zusammen mit der polnischen Fassung der Ausstellung wird „KZ-Häftlinge in Auschwitz und Dachau“ mit den polnischen Projektpartner*innen am 23. März 2024 nach Oświęcim reisen.
Zur Ausstellungseröffnung am 5. März 2024 wird es in den nächsten Tagen einen gesonderten Blogbeitrag geben.
Öffnungszeiten und Ausstellungsort: Die Ausstellung ist von 7. März 2024 bis 21. März 2024, Montag bis Donnerstag von 14.00-16.00 Uhr zu sehen. Sie wird in der Aula des Ignaz-Taschner-Gymnasiums in Dachau, Landsberger Straße 1, gezeigt.
(7.3.24; IS)
25. Februar 2024
Einladung zur Präsentation neuer Biographien des Gedächtnisbuchs
Am 22. März 2024 findet um 19 Uhr in der Kirche des Karmel in Dachau die Vorstellung der neuen Gedächtnisblätter statt. Wir laden herzlich dazu ein!
Marine Charbonneau bei Angehörigen von Jean-René Lafond in der Gironde
Zehn neue Gedächtnisblätter stellen ehrenamtliche Verfasserinnen und Verfasser der Öffentlichkeit vor. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die Lebensgeschichten von
o Adam Kozłowiecki,
o Edgar Mannheimer,
o Jean-René Lafond,
o Abram Grossman,
o Herta Mühlfelder,
o Arthur Godlewsky,
o Robert Savosnick,
o Benjamin Goldfeld,
o Jakob Bamberger
o und Ella Lingens.
Unter den Autoren sind die Enkelin und die Urenkelin von Benjamin Goldfeld, Schüler und Schülerinnen des Ignaz-Taschner-Gymnasiums Dachau sowie die derzeit im Gedächtnisbuch tätige Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste Marine Charbonneau. Marine führte im Verlauf ihrer Recherche in der Gironde ein Interview mit Angehörigen von Jean-René Lafond.
Die Biographien entstanden im Rahmen eines deutsch-polnischen Partnerprojekts mit der Internationalen Jugendbegegnungsstätte (IJBS) Auschwitz/Oświęcim. Gäste aus Polen nehmen an der Veranstaltung teil. Die musikalische Umrahmung übernimmt das Ensemble ¿weroena? aus Oświęcim.
In einem ökumenischen Gottesdienst erinnert die Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau am 25. Februar 2024 um 15 Uhr an den Beginn des Ukrainekriegs und fragt, wie sich die Lebensverhältnisse der in der Ukraine lebenden Überlebenden des KZ Dachau und ihrer Familien seit Kriegsbeginn verändert haben.
Vera (Vira) Zolotar bei der Gedächtnisbuchpräsentation im März 2023
Die Presseerklärung zum Gottesdienst lautet folgendermaßen:
„Am frühen Morgen des 24. Februar 2022 überfielen auf Befehl von Präsident Putin Streitkräfte der Russischen Föderation die Ukraine – bis heute dauern die Kämpfe an. Zum zweiten Jahrestag gedenken wir der Zehntausende Kriegsopfer und der Millionen vor dem Krieg Geflüchteten. Wir erinnern an das Leid, das dieser verbrecherische Angriffskrieg auch über hochbetagte Menschen bringt, die den deutschen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion, Besatzungsterror, Zwangsarbeit und Holocaust überlebt hatten. Besonders denken wir an die nun abermals gefährdeten Überlebenden des Konzentrationslagers Dachau, an unsere früheren Freiwilligen von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) aus der Ukraine und ihre Familien.
Im Gottesdienst berichtet Vira Zolotar, Tochter des ukrainischen KZ-Dachau-Überlebenden Volodymyr Dschelali (1925-2020), über den russischen Angriff auf ihre Heimatstadt Mariupol, ihre schwierige Flucht nach Deutschland und ihr Leben als eine der etwa 1.500 ukrainischen Kriegsflüchtlinge im Landkreis Dachau. Die Musikpädagogin hatte ihren Vater mehrfach zu Zeitzeugengesprächen bei der Internationalen Jugendbegegnung Dachau begleitet und ebenso am 27. Januar 2018, als er im völlig überfüllten Foyer des Dachauer Rathauses bei der Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus sprach. Die Präsentation des ihm im Projekt „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“ gewidmeten Gedächtnisblattes erlebte der Zeitzeuge 2021 leider nicht mehr.
Elena Petuhova erzählt von ihren bewegenden telefonischen Kontakten zu den drei KZ-Dachau-Überlebenden Iwan Kutschmin, Pavlo Scharun und Vasyl Volodko. Die junge Politikwissenschaftlerin aus der Russischen Föderation nahm im Frühjahr 2023 als Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau Verbindung zu den in der Ukraine vom Krieg bedrohten Zeitzeugen auf und initiierte eine Spendenaktion. Heute setzt sie ihr Engagement ehrenamtlich fort.
Iwan Kutschmin ist inzwischen am 26. August 2023 in Charkiw im Alter von 97 Jahren eines natürlichen Todes gestorben. Pavlo Scharun (96) und Vasyl Volodko (99), beide leiden unter massiven gesundheitlichen Einschränkungen, werden weiterhin unterstützt, auch durch das Maximilian-Kolbe-Werk, für dessen Ukraine-Nothilfe die Versöhnungskirche seit dem russischen Überfall Spenden sammelt.
Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernimmt das junge ensemble quintessenz, das aus einem Quintett des Dachauer Ignaz-Taschner-Gymnasiums hervorgegangen ist: Julia Neumann (Geige), Eva Reisky (Geige), Jutta Wörther (Bratsche, Leitung), Tizian Foidl (Cello) und Leopold Floß (Piano). Es erklingen auch Werke von ukrainischen Komponisten. Den Gemeindegesang begleitet der Organist Franz Werner.
Die liturgische Leitung liegt bei Pastoralreferentin Judith Einsiedel von der Katholischen Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau und Kirchenrat Dr. Björn Mensing, Pfarrer und Historiker an der Versöhnungskirche, der Vasyl Volodko und Volodymyr Dschelali bei Zeitzeugengesprächen in Dachau noch persönlich begegnet ist. Der orthodoxe Erzpriester Apostolos Malamoussis (München) hat seine Teilnahme zugesagt.“
Gedächtnisblätter bzw. Informationen im Verzeichnis der Gedächtnisblätter auf der Website des Gedächtnisbuchs: Wladimir Dschelali (Volodymyr Dschelali) und Wassyl Wolodko (Vasyl Volodko)
(17.2.24; PM Versöhnungskirche, IS)
14. Februar 2024
Reflexionsrunde im Dachauer W-Seminar
Ein Erfahrungsaustausch war am 6. Februar 2024 Thema im W-Seminar am Dachauer Ignaz-Taschner-Gymnasium. Ein weiterer Punkt: die nächsten Schritte bei der Fertigstellung der Gedächtnisblätter und im deutsch-polnischen Projekt.
Sabine Gerhardus, die Projektleiterin des Gedächtnisbuchs, berichtet:
Letzten Dienstag haben Marine und ich uns seit langem wieder mit dem W-Seminar getroffen.
Wir haben eine Reflexionsrunde gemacht. Ich habe den Schülern zwei Fragen gestellt: „Ihr habt euch nun ein Jahr lang mit der Biografie eines ehemaligen Häftlings beschäftigt. In diesem Seminar hat ja dabei nicht nur die Geschichte des KZ Dachau eine Rolle gespielt, sondern auch die des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Das war bestimmt nicht immer leicht auszuhalten. Gab es etwas, was dich besonders bedrückt hat? Uns was hat dir Mut gemacht oder dich bestärkt?“ Es war eine sehr offene Runde, in der wir gut in den Gedankenaustausch gekommen sind.
Anschließend haben wir noch zusammen die Ausstellung in der Schule, den Besuch der polnischen Reisegruppe, die Fertigstellung der Gedächtnisblätter und die Präsentation der Gedächtnisblätter am 22. März 2024 besprochen.
(14.2.24; Sabine Gerhardus/IS)
5. Februar 2024
Recherchen zur Biographie von Benjamin Goldfeld
Eine wichtige und manchmal überraschende Quelle sind die Entschädigungsakten von Überlebenden des KZ Dachau. Die Akten zu Benjamin Goldfeld konnten Projektleiterin Sabine Gerhardus und die Enkelin von Benjamin Goldfeld Ende Januar 2024 im Landesentschädigungsamt in München einsehen.
Michaela Ban bei der Recherche
Das Gedächtnisblatt zu Benjamin Goldfeld ist ein richtiges Familienprojekt geworden. Benjamin Goldfeld war polnischer Jude, hat die Konzentrationslager Auschwitz-Blechhammer, Groß-Rosen und Buchenwald überlebt, wurde in Theresienstadt oder während eines Evakuierungsmarsches befreit und kam im Mai 1945 nach Dachau.
Goldfeld wohnte fünf Jahre im Landkreis und betrieb in Dachau eine kleine Trikotagenfertigung. Er freundete sich mit einer Dachauerin an, Rosina Haberditzel, die aber nicht in die USA auswandern wollte. Goldfeld hingegen konnte nicht in Deutschland bleiben und so trennten sie sich. Aber zu seiner Tochter Rosemarie, die in Dachau geboren wurde, hielt er Zeit Lebens Kontakt und besuchte sie und ihre Familie in den 1970er Jahren.
Lisa Ban, seine Urenkelin, wollte mehr über das Schicksal ihres Urgroßvaters erfahren und nahm am W-Seminar Namen statt Nummern am Ignaz-Taschner-Gymnasium teil. Sie verfasste eine Seminararbeit und ein Gedächtnisblatt über Benjamin Goldfeld. An den abschließenden Recherchen im Landesentschädigungsamt arbeitet nun auch ihre Mutter Michaela Ban mit. Sie hat ihren Großvater bei seinen Besuchen in Dachau noch kennengelernt. Michaela Ban wird bei der Jahrespräsentation des Gedächtnisbuchs am 22. März 2024 die Biografie vorstellen.
Viel Hintergrundarbeit war zu leisten im vergangenen Jahr, aber es wie immer gab es auch öffentliche Veranstaltungen. Immerhin acht Gedächtnisblätter konnten bei der Jahrespräsentation 2023 vorgestellt werden.
Ausstellungseröffnung in Pennsylvania
Bei einer Gedenkveranstaltung unterzeichneten die Angehörigen von Vera Neumeyer deren Gedächtnisblatt. Wir freuen uns, dass nun die Biographie der Dachauer Tanzpädagogin vorliegt, deren Arbeit bis heute unterschätzt wird.
Mit Marine Charbonneau hat eine Französin 2023 die Freiwilligenarbeitarbeit für Aktion Sühnezeichen Friedensdienste aufgenommen. Wie schön, dass sie gerne Beiträge für den Blog schreibt – immer sehr interessante Einblicke in die erinnerungskulturelle Tätigkeit einer sehr aktiven ASF-Freiwilligen.
Die Wanderausstellung „Namen statt Nummern“ des Gedächtnisbuchs konnte im vergangenen Jahr sogar einmal in den USA gezeigt werden. Nicht ganz einfach, die transatlantischen Modalitäten, die mit einer solchen Präsentation verbunden sind – aber es ist gelungen!
International wird es im nächsten Jahr weitergehen, soviel sei schon verraten, mit einem deutlichen Schwerpunkt auf unserem deutsch-polnischen Erasmus+Projekt.
Weitere Infos gibt es hier im Blog zum Zurückblättern und auf der Seite „Chronik“, zu der folgender Link führt: Chronik 2020-2023
(27.1.2024; Irene Stuiber)
21. Januar 2024
Das Gedächtnisbuch trauert um Erwin Schild (1920-2024)
Am Samstag, den 6. Januar 2024 starb Erwin Schild in seinem 104. Lebensjahr in seiner zweiten Heimatstadt Toronto. Erwin Schild hat die Herzen der Menschen berührt, die mit ihm zu tun hatten – ob privat, beruflich oder auch bei seinen Reisen nach Europa und bei seinem unermüdlichen Engagement für den jüdisch-christlichen Dialog.
V.l.n.r.: Sabine Gerhardus, Laura Schild und Erwin Schild in Ottawa 2012
Dass er Zuversicht und Hoffnungsfreude mit anderen teilen konnte, machte eine Begegnung mit ihm zu einer ganz besonderen Erfahrung. Im November 2014 sprach Erwin Schild im Dachauer Rathaus über seine Erinnerungen und appellierte an Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit. Jeder Flüchtling habe das Recht, bei jedem von uns Zuflucht zu finden. Nie dürften wir die Hoffnung aufgeben, dass die Menschen doch lernen würden, sich vom Hass abzuwenden. Nun ist die leise, aber kraftvolle und ermutigende Stimme Erwin Schilds verstummt.
Als Erwin Schild 2012 die Gedächtnisbuch-Ausstellung Namen statt Nummern an der Carleton-University in Ottawa eröffnete, hielt er eine Rede, die an eine Predigt erinnerte. „Unsere Ausstellung unterstreicht […] die unglaubliche Kraft des menschlichen Durchhaltevermögens, des Glaubens und des Mutes – und das Beharren darauf, dass das Böse nicht das letzte Wort hat. Die Ausstellung weist feige Versuche zurück, zu vergessen, zu verscharren und abzustreiten, sondern nimmt in Trauer und Demut die Verantwortung an, zu wissen und zu handeln.“ Und er fuhr fort mit Worten, die heute nicht aktueller sein könnten: „Die Zukunft beginnt heute, wenn wir die Stimmen hören, die uns zur Verantwortung rufen. Eine Stimme erklingt aus dem Zeugnis unserer Ausstellung `Namen statt Nummern´. Wir können die Vergangenheit, die unsere Ausstellung zeigt, nicht ändern, aber wir können eine andere Zukunft bauen.“
Erwin Schild ist in Köln aufgewachsen. Er war 18 Jahre alt und Student der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg, als am 9. November 1938 mitten in der Nacht bewaffnete Horden in seinen Schlafraum im Wohnheim drangen, die Studenten bedrohten und die gesamte Einrichtung kurz und klein schlugen. Am nächsten Tag wurde er zusammen mit seinen Mitstudenten erst ins Gefängnis und dann ins Konzentrationslager Dachau gebracht. Die Erinnerungen an diese schreckliche Zeit und die Ermordung seiner Eltern ließen ihn nie mehr los. Seine Lebensgeschichte hat Steffi Falk 2005 für das Gedächtnisbuch aufgeschrieben. Ausführlicher ist sie in einem seiner vier Bücher nachzulesen: The Very Narrow Bridge. Die Reder anlässlich der Ausstellungseröffnung „Namen statt Nummern“ ist in „The Crazy Angel“ veröffentlicht.
Erwin Schild war möglicherweise der letzte Überlebende des Konzentrationslagers Dachau, der während der Novemberpogrome 1938 Terror und Gewalt der Nazis gegen die jüdische Bevölkerung erleben musste. Über 40 Jahre lang war Erwin Schild Rabbiner der Adath Israel Congregation in Toronto. Er war Seelsorger und Lehrer, ein Vorbild für seine Gemeindemitglieder wie für Familie und Freunde.
Am 8. Januar 2024 versammelten sich Familie, Freunde und Gemeindemitglieder in der Synagoge der Adath Israel Gemeinde in Toronto, um sich in einer bewegenden Trauerfeier von ihrem hochverehrten Rabbi Emeritus zu verabschieden. Diese Trauerfeier ließ sich über einen Livestream verfolgen.
Wie groß die Trauer, aber auch die Dankbarkeit für die Begegnung mit ihm sind, war den Rednern anzumerken. Der Erste Rabbiner der Gemeinde, Rabbi Adam Cutler, Erwin Schilds ältester Sohn Daniel, seine Tochter Judith, zwei seiner Enkel und weitere Weggefährten erinnerten an persönliche Erlebnisse mit ihrem Mentor, Vater und Großvater: „Schmerzlich vermissen wir seine Weisheit, seine Führung und seine Herzensgüte“, so Adam Cutler. Daniel Schild zitierte aus einer Erinnerung seines Vaters an das Konzentrationslager Dachau: „Als ich in Dachau inhaftiert war, hatte ich mir geschworen: Sollte ich lebend herauskommen, was nicht sehr wahrscheinlich war, würde ich niemals zulassen, dass mich ein zukünftiges Unglück niederdrückt oder besiegt. An dieses Gelübde habe ich mich gehalten.“
Ich kann mich dem Wunsch seines Enkels Aaron Weinroth nur anschließen: „Leider liegt es nun an unseren unvollkommenen Fähigkeiten, seine Arbeit fortzusetzen. Wir müssen hoffen, dass er uns gut gelehrt hat, und unser Bestes tun.“ Erwin, danke für die Brücken, die Du gebaut hast, für Deine Freundschaft und Ermutigung. Ruhe in Frieden!
Tim Locke, der Enkel der in Auschwitz ermordeten Vera Neumeyer, berichtet in seinem Blog ausführlich über seinen Dachau-Besuch im November 2023.
In diesem Haus wohnte Vera Neumeyer 1938 (Foto 2024)
In dem Haus, in dem Tim Locke aufgewachsen ist, war die Großmutter auf einem Foto präsent: „The photo of Vera was in a frame by my mother’s bed, her beautiful face among two other pictures – a postcard of Dachau and the outside of the Neumeyer house.“
Im November 1938 vertrieben die Nazis die Dachauer Juden aus der Stadt. Es geschah vor aller Augen. Dieser schreckliche Vorgang jährte sich im November 2023 zum 85. Mal. So nennt Tim Locke seinen Blogbeitrag Dachau revisited: 85 years after the nightmare
Er berichtet ausführlich von seinen Erfahrungen während des Besuchs, dem Besuchsprogramm inklusive eines Podiumgesprächs und auch von der medialen Resonanz.
(15.1.24; IS)
7. Januar 2024
Gedächtnisbuch-Ausstellung in Pennsylvania
Im November 2023 zeigte die Shippensburg University in Pennsylvania die Wanderausstellung „Namen statt Nummern“ des Gedächtnisbuchs. Präsentiert wurde sie in der Ezra Lehman Memorial Library vom 6. bis zum 29. November.
Ausstellungseröffnung in Pennsylvania
David Wildermuth, Associate Professor of German an dieser Universität, und Monika Moyrer, Länderbeauftragte und Programmkoordinatorin in den USA von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, eröffneten die Ausstellung.
Monika Moyrer erläuterte zur Eröffnung die Besonderheiten des Gedächtnisbuch-Projekts: „What is special about this project? As we know, upon entrance into a concentration camp, prisoners were de-humanized by taking away their name. Instead they received a number. In this case, the project participants reconstruct individual life stories of Dachau prisoners and save them from oblivion. They reconnect with relatives, conduct interviews and reconstruct the biography, until the person behind the number comes alive.“
Dass die Ausstellung in Shippensburg gezeigt wurde, geht auf die Anregung von Sarah Brunner zurück, die 2022/23 das Gedächtnisbuch als Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste unterstützt hat und davor an der Shippensburg University ihren Bachelor erworben hatte.