Peeters, Nico

Nico Peeters

12.4.1893 – 21.2.1945

  • Geb. am 12. April 1893 in Hertogenbosch.
  • Gest. am 21. Februar 1945 im KZ Dachau.

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Nico Peeters, NL (0,5 MB)


Nicolaas Bernardus „Nico“ Peeters wurde am 12. April 1893 in ’s-Hertogenbosch in den Niederlanden geboren. Seine Eltern waren taubstumm, deshalb mussten Nico und seine Geschwistern mit ihnen in Gebärdensprache kommunizieren. Nicos Eltern hatten immer viel Besuch und das hat Nico später in seinem eigenen Haus weitergeführt.

1915, mit 22 Jahren, musste Nico Peeters während des Ersten Weltkriegs Militärdienst leisten, aber nachdem er 1917 von einem betrunkenen Vorgesetzten misshandelt wurde, desertierte er und versteckte sich zwei Jahre lang. 1919 meldete er sich schließlich freiwillig bei der Polizei. Seine Fahnenflucht wurde mit vier Monaten Gefängnis bestraft.

1921 heiratete Nico seine Frau Bertha, geb. de Mul. Ihre erste Tochter, Roos, kam noch im selben Jahr zur Welt, und die zweite, Tonny, kam 1923 zur Welt. Nico leitete mit seinem Bruder in Den Haag eine Zigarrenfabrik und führte mit Bertha im eigenen Haus eine Pension.

Nico kümmerte sich viel um weltpolitische Ereignisse und als die deutsche Besatzung im Mai 1940 begann, wusste er, dass er etwas tun musste. Schon Ende Mai bot er ein Versteck an, für die, die eines brauchten. Einer von ihnen, Jan Janzen, war ein berühmter Kommunist, und daher kam es dazu, dass Nico ihm bei der Produktion von Flugblättern geholfen hat, obwohl er selbst kein Kommunist war.

Am 2. Februar 1942 wurde Nico verraten und verhaftet. Bertha, Roos und Tonny wussten, dass sie die illegalen Flugblätter irgendwie wegbringen mussten, bevor ihr Haus durchsucht wurde, und verbargen sie unter einem großen Haufen Schnee. Sie haben auch weiter Menschen versteckt, unter anderem ein siebenjähriges jüdisches Mädchen.

Zunächst wurde Nico im Gefängnis Oranje-Hotel in Scheveningen festgehalten. Hier schaffte er es,  heimlich Kontakt mit seiner Familie halten, indem er mit der Kleidung, die er alle zwei Wochen umtauschen durfte, Briefe herausschmuggelte. 

Am 17.  Juli 1942 wurde Nico Peeters nach Amersfoort transportiert, wo er gezwungen wurde, seinen Beruf weiter auszuüben und Zigarren zu machen. März 1943 wurde er ins KZ Haaren übergestellt, dort arbeitete er im Küchendienst. Das war für ihn eine Erleichterung, weil er dabei mehr Essen bekam als er in Amersfoort erhalten hatte. Während er in Haaren war, schaffte er es, sogar seine Familie zu sehen, weil Bertha operiert werden musste, und seine Schwägerin daher vom Ortskommandanten in Den Haag die Genehmigung für einen Familienbesuch bekam, wenn auch nur unter deutscher Überwachung.

Von Haaren aus ging es über Vught nach Dachau, wo Nico am 24. Mai 1944 eintraf. Im Außenlager Köttern musste er für Messerschmidt Zwangsarbeit leisten.

Ab Frühjahr 1945 wurde allmählich klar, dass die Achsenmächte den Krieg verlieren würden, und Nicos Familie freute sich schon auf den Tag, an dem er zurückkehren würde. Aber statt des Familienvaters kam Ende April ein Brief, durch den sie erfuhren, dass Nico schon am 21. Februar 1945 an Flecktyphus gestorben war.

Tonny erinnert sich, dass diese Nachricht für die ganze Familie ein heftiger Schock war, besonders weil sie so sicher gewesen waren, dass Nico irgendwann frei kommen würde. Sie denkt aber, dass es für Roos und sie nicht ganz so schlimm war wie für ihre Mutter, weil sie jünger waren und viel mehr Leben vor sich hatten. Trotzdem weiß sie, dass die Kriegserfahrungen sie geprägt haben. Sie nimmt daher jedes Jahr bei der Dachauer Gedenkfeier im Amsterdamse Bos teil. Ihr ist nicht nur das Gedenken an ihren eigenen Vater wichtig, sondern auch dass sich die Jugend mit der Kriegsgeschichte beschäftigt.  

Verfasser des Gedächtnisblatts

Hannah Burger und Joshua Stom (Schüler), 2015.

Weitere Infos im Blog

19.2.2021: Zum Tod von Tonny Geeldhoed-Peeters

[Qu.: GB]