W-Seminar Treuchtlingen: Start in die Arbeit mit Archivalien

Am 13. Januar 2026 stand der Einstieg in die Arbeit mit Archiven und Archivalien auf dem Programm des W-Seminars am Gymnasium der Senefelder-Gesamtschule in Treuchtlingen.

Blick ins Seminar 2025

Sabine Gerhardus präsentierte im Seminar einige Beispiele für Archivalien. Damit hatten die Teilnehmer*Innen schon einmal ein Bild vor Augen, wie Quellen aus Archiven aussehen können und mit welchen Arten von Handschriften sie rechnen müssen.

Die Schüler*Innen überlegten sich jeweils drei Rechercheideen für die zu recherchierende Biografie. Zunächst braucht es ja konkrete Ansprechpartner. An welche Archive wendet man sich am besten?

Ausführlich wurde die Kontaktaufnahme mit den Archiven besprochen. Hierzu hatten die Schüler*innen einige Fragen. Welche Informationen sollen in der Anfrage an das Archiv stehen?

Wer noch etwas klären will oder unsicher ist, kann sich gerne per Mail an Sabine Gerhardus wenden: info@gedaechtnisbuch.de.

(15.1.26; Foto: Khrystyna Maksymljuk, Ausschnitt; IS)

2025 im Rückblick

Zwölf neue Biographien von Häftlingen des KZ Dachau konnten die Autor*innen des Gedächtnisbuchs bei der Jahrespräsentation im März 2025 vorstellen. Einer der Porträtierten war der 101-jährige Jean Lafaurie, der einen Monat später zur Befreiungsfeier Dachau besuchte. Bei dieser Gelegenheit überreichte ihm die Autorin Noémie Hernandez, Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, das ihm gewidmete Gedächtnisblatt.

Publikum bei der Jahrespräsentation am 22. März 2025

Heute, zum Jahresbeginn 2026, sind mehr als 25 neue Gedächtnisblätter im Entstehen, der Großteil davon in den W-Seminaren an Gymnasien in München und Treuchtlingen. Das Münchner Seminar in Städtischen Theodolinden-Gymnasium geht gerade in die Endphase der Bearbeitung, die Ergebnisse werden am 22. März 2026 bei der Jahrespräsentation zu sehen sein.

Mit Unterstützung der KEB Bayern wurde die Wanderausstellung des Gedächtnisbuchs in Altötting, Eggenfelden und Zwiesel gezeigt. Die Ausstellungen begleitete jeweils ein umfangreiches Rahmenprogramm. Im Anschluss an die Veranstaltungen bot sich die Gelegenheit zum Gespräch – und es zeigte sich, dass der Gesprächsbedarf sowohl über die historischen Vorkommnisse an den jeweiligen Orten wie auch über die derzeitige politische Situation sehr groß ist.

„Names, not Numbers“ hieß es Ende April/Anfang Mai in der Beth El Synagoge in East Windsor im amerikanischen Bundesstaat New Jersey. Hier war die englische Fassung der Wanderausstellung des Gedächtnisbuchs zu sehen.

Weitere Einzelheiten aus dem vergangenen Jahr gibt es in den älteren Beiträgen hier im Blog. Bitte einfach nach unten scrollen.

(3.1.2026; Foto: Filmstill Julian Monatzeder (Ausschnitt); IS)

W-Seminar Theodolinden-Gymnasium: Alle Seminararbeiten liegen vor

Ausreichend Lektüre zum Jahresende hat Gedächtnisbuch-Projektleiterin Sabine Gerhardus auf ihrem Schreibtisch liegen. Alle Seminararbeiten aus dem von ihr und der Lehrerin Silke Bergau betreuten W-Seminar am Städtischen Theodolinden-Gymnasium in München sind jetzt auch bei ihr.

Sabine Gerhardus berichtet:

„Frau Bergau hat mir die Seminararbeiten aus unserem W-Seminar gebracht. Alle enthalten einen Entwurf für das Gedächtnisblatt, einen zum Teil sehr ausführlichen Lebenslauf mit Quellenangaben und die Bearbeitung eines historischen Hintergrundthemas, das mit der Biographie zusammenhängt.

Ich lese die Arbeiten mit großem Interesse und freue mich darüber, wir intensiv sich einige Schüler mit der Geschichte ihrer Person auseinandergesetzt haben. Die Gedächtnisblätter werden jetzt noch zur Publikation vorbereitet.

Ich danke allen Schülern und Schülerinnen und Frau Bergau für alle Mühe, die interessanten Arbeiten und wünsche allen schöne Ferien, frohe Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.“

(23.12.25; IS)

Planungen rund um das W-Seminar in Treuchtlingen

Einen Doppeltermin hatte Sabine Gerhardus im Dezember 2025 in Treuchtlingen. Zum einen ging die Arbeit im Treuchtlinger W-Seminar weiter, zum anderen traf sie sich mit der Leiterin des Museums Treuchtlingen und dem Geschäftsführer der KEB Weißenburg-Gunzenhausen.

Nach Treuchtlingen begleitet wurde Sabine Gerhardus von Khrystyna Maksymljuk, derzeit Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste im Gedächtnisbuchprojekt.

Sabine Gerhardus berichtet: „Am 2. Dezember habe ich das W-Seminar an der Senefelder-Schule wieder getroffen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben ihre digitalen Arbeitsordner erhalten. Ich konnte Ihnen die Arbeit mit unseren „Lebensläufen“ zeigen.“

Diese Lebensläufe sind Dateien, die alle wichtigen Informationen und Quellenangaben enthalten. Sie werden von den Schüler*innen jeweils über die von ihnen porträtierte Person erstellt.

Auch ein Treffen mit Magdalena Paschke vom Museum Treuchtlingen und dem Geschäftsführer der KEB Weißenburg-Gunzenhausen, Matthias Hirschmüller, stand auf dem Programm.  „Khrystyna und ich trafen im Museumscafé Magdalena Paschke und Matthias Hirschmüller. Im gemütlichen Café konnten wir uns kennenlernen und über unsere Kooperationsideen austauschen. Sowohl Frau Paschke als auch Herr Hirschmüller haben großes Interesse an unserer Arbeit.“

Die Ergebnisse dieser Besprechung können sich sehen lassen: Die Ausstellung „Namen statt Nummern“ und die Ergänzung „Geistliche im KZ Dachau“ sollen ab September 2026 im großen Ausstellungsraum des Museums gezeigt werden. Auch ein Rahmenprogramm ist in Planung, bei der die Schüler und Schülerinnen des W-Seminars an der Senefelder-Schule Gelegenheit bekommen sollen, ihre Arbeit vorzustellen.“

Sabine Gerhardus meint: „Es gibt schon viele Ideen – ich bin gespannt, was alles entstehen wird!“

Wie auf dem Foto zu sehen ist, zeigt das Museum zur Zeit eine Ausstellung über Franken und Treuchtlingen um 1920 – sicher auch für die Teilnehmenden des W-Seminars von Interesse!

(17.12.25; Foto: Khrystyna Maksymljuk; IS)

Advent und Weihnachten in der Hölle des Konzentrationslagers Dachau

Eine ökumenische Lesung mit musikalischer Begleitung veranstalten das Karmel Heilig Blut, die evangelische Versöhnungskirche und die Katholische Seelsorge am Sonntag, dem 14.12.2025. Unter den Verfassern der vorgetragenen Texte finden sich auch Häftlinge des KZ Dachau, die bereits in einem Gedächtnisblatt gewürdigt wurden.

Die Advents- und Weihnachtszeit war für Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau mit christlicher Prägung eine besondere Herausforderung. Wie konnten sie getrennt von ihren Familien unter den unmenschlichen, höllischen Bedingungen des Lagers das Licht und die Freude dieser Zeit im Kirchenjahr erfahren? 

Eine ökumenische Gedenkveranstaltung spürt dem am Dritten Advent nach mit einer Lesung aus Tagebüchern, Briefen, Predigten und Erinnerungen von Häftlingen aus mehreren Ländern. Die Schauspielerin und Radiomoderatorin Conny Glogger liest Texte der katholischen Priester Alfred Berchtold, Jean Bernard, Franz Sales Heß, Adam Kozłowiecki, Gregor Schwake und Egelmar Unzeitig sowie der evangelischen Theologen Karl Adolf Groß und Martin Niemöller. 

Zwischen den Lesungen erklingt adventliche und weihnachtliche Musik, die den Gefangenen im KZ Dachau Trost vermittelte. Unter der Leitung von Clayton Bowman musizieren der Klassik Chor München und die Harfenistin Olivia Neuhauser Werke von Tomás Luis de Victoria, Benjamin Britten und John Rutter, sowie die  Weihnachtslieder O Tannenbaum und Stille Nacht. 

Weitere Informationen zu der Veranstaltung finden sich rechts im Terminkalender auf dieser Website sowie unter
https://www.versoehnungskirche-dachau.de/veranstaltungen

Zu einigen der in der Veranstaltung zitierten Personen liegen Gedächtnisblätter vor. Zwei dieser Biografien stehen hier auf dieser Website online:
Adam Kozłowiecki
und Hubert (Engelmar) Unzeitig.

(9.12.25; IS)

Spuren suchen – Berichte aus dem Treuchtlinger W-Seminar

Khrystyna Maksymljuk, ASF-Freiwillige im Gedächtnisbuch, berichtet für uns über das W-Seminar am Gymnasium der Senefelder-Gesamtschule, Treuchtlingen. Hier ihre Berichte über die beiden letzten Workshops.

Am 21. Oktober 2025 setzte das W-Seminar am Gymnasium der Senefelder-Gesamtschule in Treuchtlingen seine Arbeit im Rahmen des Projekts „Namen statt Nummern“ fort. Die Projektleiterin des Gedächtnisbuchs, Sabine Gerhardus, war zu Gast und besprach mit den Schülerinnen und Schülern den Zeitplan sowie die nächsten Schritte in der Forschungsarbeit.

Gemeinsam ging die Gruppe der Frage nach, was es bedeutet, Spuren eines Lebens zu suchen. In einer lebhaften Diskussion wurden Fragen gestellt wie: „Wie findet man Hinweise auf das Leben einer Person?“, „Welche Details können auf jemanden hinweisen?“ oder „Wo lassen sich heute noch Dokumente entdecken?“ Dabei zeigte sich, dass historische Forschung oft mit kleinen Details beginnt – einer alten Adresse, einem Eintrag in einem Register oder einem vergilbten Foto –, die den Zugang zu einer ganzen Lebensgeschichte eröffnen können.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Bedeutung des historischen Kontexts. Die Schülerinnen und Schüler erkannten, dass Fakten allein nicht genügen: Jede Biografie muss in die politischen, gesellschaftlichen und menschlichen Umstände der damaligen Zeit eingebettet werden. Nur so kann das Erinnern den Menschen gerecht werden, deren Spuren sie heute erforschen.

So geht das Seminar mit neuem Wissen und Motivation weiter. Jede und jeder Teilnehmende schlüpft in die Rolle eines Historikers oder einer Historikerin, fügt Puzzleteile zusammen und gibt vergessenen Menschen wieder eine Stimme.

 

Geschichte verstehen – Das W-Seminar erforscht historische Methoden

Am 11. November 2025 machte das W-Seminar am Gymnasium der Senefelder-Gesamtschule in Treuchtlingen weiter im Projekt „Namen statt Nummern“. Sabine Gerhardus sprach mit den Schülerinnen und Schülern über die nächsten Schritte ihrer Forschungsarbeit. Im Mittelpunkt stand diesmal die Bedeutung, den historischen Hintergrund jener Zeit zu verstehen – die gesellschaftlichen, politischen und behördlichen Strukturen, die das Leben der Menschen im Nationalsozialismus prägten.

Sabine Gerhardus regte die Teilnehmenden an, Hypothesen zu entwickeln und Ideen zu sammeln, wie sich Spuren zu den zu erforschenden Personen finden lassen.

Ein zentrales Thema war das Provenienzprinzip: Also die Frage, bei welcher Behörde ein Vorgang aktenkundig geworden sein könnte und auf welcher Verwaltungsebene. Gemeinsam überlegten die Schülerinnen und Schüler, ob Dokumente auf kommunaler, regionaler oder staatlicher Ebene entstanden sein könnten. Dieses Verständnis hilft ihnen, historische Quellen besser einzuordnen und die Entstehung von Akten nachzuvollziehen.

Abschließend sprachen sie über die verschiedenen Arten von Archiven und darüber, wie man das jeweils zuständige Archiv ermittelt – vom Stadt- oder Staatsarchiv bis hin zu kirchlichen oder militärischen Archiven. Schritt für Schritt lernen die Schülerinnen und Schüler so nicht nur die praktischen Methoden historischer Forschung kennen, sondern auch, wie man Historikerinnen und Historiker denken: fragend, verknüpfend und rekonstruktiv – um den Spuren der Vergangenheit neues Leben zu verleihen.

(12.11.2025; Khrystyna Maksymljuk)

Gedenkstättenfahrt nach Wittenberg, zur Lichtenburg und nach Torgau

Von Wittenberg aus führte die diesjährige Gedenkstättenexkursion zur KZ-Gedenkstätte Lichtenburg und nach Torgau. Veranstaltet wurde die Fahrt von den Trägern des Gedächtnisbuchs Dachauer Forum, Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau, Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau und Lagergemeinschaft Dachau sowie der KZ-Gedenkstätte Dachau.

Die alten Gemäuer der Lichtenburg haben eine lange Geschichte hinter sich. Sie wurde in der Renaissance als Schloss erbaut und diente später ab 1812 bis 1928 als Strafanstalt, zunächst als sächsisches, nach dem Wiener Kongress als preussisches Gefängnis.

In der Nazizeit gehörte die Lichtenburg zu den frühen KZs, bereits ab Juli 1933 brachten die Nationalsozialisten hier männliche Schutzhäftlinge unter. Das KZ für Männer wurde schließlich aufgelöst, die letzten männlichen Gefangenen brachten die Nazis im August 1936 in das KZ Buchenwald. Aus der Lichtenburg wurde ein Frauen-KZ, dessen Insassinnen deportierte die SS 1939 nach Ravensbrück. Im Anschluss daran diente das Schloss Lichtenburg als SS-Versorgungslager und SS-Hauptzeugamt. Von September 1941 bis zum Kriegsende existierte im Schloss ein KZ-Außenlager des Konzentrationslagers Sachsenhausen.

Ein Teil des großen Gebäudekomplexes ist  zur KZ-Gedenkstätte umgebaut worden. Weite Teile der Anlage stehen leer, werden gerade renoviert oder städtisch genutzt und waren den Exkursionsteilnehmern nicht zugänglich. Die Lichtenburg verblüffte durch ihre schiere Größe und die baulichen Spuren aus fünf Jahrhunderten.

 

Torgau

Amerikanische und sowjetische Soldaten reichten sich Ende April 1945 auf einer zerstörten Brücke bei Torgau auf der Elbe die Hand. Dieses Foto ging um die Welt – und die Geschichte hinter dem Bild erfuhren die Teilnehmer der Gedenkstättenfahrt am sowjetischen Mahnmal an der Elbe. Tatsächlich war Torgau nicht der Ort, an dem amerikanische und sowjetische Soldaten zum ersten Mal aufeinandertrafen. Und das Foto wurde am 26. April 1945 gestellt, einem Tag nach dem Zusammentreffen der Soldaten in Torgau. Es wurde trotzdem zu einem weltberühmten ikonographischen Bild.

Vor der modernen Justizvollzugsanstalt Torgau im Fort Zinna stehen große Tafeln, die an das grausame Wirken der Wehrmachtsjustiz an diesem Ort erinnern. Genaueres über die historischen Vorgänge in der NS-Zeit erläuterte dann die Ausstellung „Mut und Ohnmacht“ im Schloss Hartenfels in der Stadt Torgau.

Die Ausstellung nimmt sowohl Opfer wie auch Täter in den Blick und zeigt auch manche ungebrochene Nachkriegskarriere eines Nazirichters. Ein weiterer Teil der Ausstellung beleuchtet das sowjetische Speziallager in Torgau ab 1945 bzw. die Umerziehungsjustiz der DDR, die an diesem Ort auch Jugendliche betraf.

 

Wittenberg

Am Unterkunftsort Wittenberg stand eine Stadtführung durch die malerische, allerdings jahreszeitlich bedingt etwas leere Altstadt auf dem Programm. Ein Nachmittag stand zur freien Verfügung. Die meisten Teilnehmenden nutzten diese Zeit, um Schlosskirche, Stadtkirche und Museen der Lutherstadt Wittenberg von innen zu sehen.

Ausdrücklich inbegriffen in die Stadtführung war die Darstellung der Judensau aus dem Jahr 1290 an der Stadtkirche samt Erläuterungstafel und modernem Mahnmal. Die Teilnehmenden der Gedenkstättenfahrt besuchten eine öffentliche Abendveranstaltung, die der Problematik der Judensaudarstellungen allgemein und speziell in Wittenberg auf den Grund ging.

 

Trauer um Brigitte Fiedler

Brigitte Fiedler nahm regelmäßig an Gedenkstättenfahrten teil, auch dieses Jahr wollte sie wieder mitfahren. Ihr Tod am 8. Oktober 2025 hat eine schmerzhafte Lücke in den Kreis der Exkursionsteilnehmer gerissen. Häufig wandten sich Gespräche und Gedanken ihr zu. Wir vermissen sie.

(3.11.2025; Irene Stuiber)

9. November: Erinnerung an die Opfer der Novemberpogrome

Am 9. November 2025 um 11 Uhr findet in der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte ein ökumenischer Gedenkgottesdienst statt. Erinnert wird an Julius Kohn (1886-1943), der in Dachau wohnte, an Abraham Müller (1883-1938) und an Erwin Schild (1920-2024). Zu den beiden letztgenannten liegen Gedächtnisblätter vor.

Ausführliche Informationen zur Gedenkveranstaltung finden sich im Veranstaltungskalender rechts auf dieser Website bzw. auf der Website der Versöhnungskirche:
https://www.versoehnungskirche-dachau.de/gottesdienste

Hier geht es zu den Gedächtnisblättern:

Abraham Müller
Erwin Schild

(19.10.2025; Foto: Lisa Mainz, Ausschnitt, entnommen dem Gedächtnisblatt zu Abraham Müller; IS)

Neues W-Seminar „Namen statt Nummern“ startet in Treuchtlingen

Am 8. Oktober 2025 begann am Gymnasium der Senefelder-Gesamtschule in Treuchtlingen das neue W-Seminar des Gedächtnisbuchs. Neun Schüler*innen aus Treuchtlingen und der Umgebung nehmen am Projekt „Namen statt Nummern“ teil.

Im Laufe des Seminars erforschen die Schüler*innen Biografien von Opfern des Nationalsozialismus für das Gedächtnisbuch erforschen und dokumentieren sie. Begleitet wird das Seminar von Religionslehrerin Christine Venter und Deutschlehrerin Sigrid Meyer.

Zum Auftakt lud Sabine Gerhardus, Projektleiterin des Gedächtnisbuchs, zu einer Vorstellungsrunde. In einem offenen Gespräch diskutierten die Teilnehmenden ihre Beweggründe für die Teilnahme, ihre Erwartungen und auch persönliche Familiengeschichten rund um den Zweiten Weltkrieg. Schnell wurde deutlich: Dieses Seminar ist weit mehr als nur ein Schulprojekt – es ist eine persönliche Auseinandersetzung mit Geschichte und Erinnerung.

Viele Schülerinnen und Schüler erklärten, sie wollten sich mit dem Thema befassen, weil sie mehr über die Geschichte des Nationalsozialismus und über Einzelschicksale erfahren wollen. Sie möchten den Opfern ihre Identität, ihr Gesicht und ihre Würde zurückgeben – aus anonymen Zahlen wieder Menschen machen. Andere reizt die kreative und forschende Arbeit in Archiven sowie die Möglichkeit, zu einem bewussteren Umgang mit der Vergangenheit beizutragen.

Mit ihrer Teilnahme an „Namen statt Nummern“ setzen die Jugendlichen ein Zeichen gegen das Vergessen.

Wir wünschen allen Teilnehmern einen guten Start und ein interessantes Seminar!

(12.10.25; Khrystyna Maksymljuk)