BR berichtet über Seminar am Theodolinden-Gymnasium

Ein Radiobericht des Bayerischen Rundfunks widmet sich dem W-Seminar des Gedächtnisbuchs am Münchner Theodolinden-Gymnasium. Am 22. März 2026 werden die Schüler*innen ihre Gedächtnisblätter in Dachau in der Kirche des Karmel präsentieren.

B 2 sendete den Bericht am Spätnachmittag des 20. März 2026. Online lassen sich die 4 Minuten unter diesem Link

https://www.br.de/nachrichten/wissen/gedaechtnisbuch-schueler-erforschen-biographien-von-kz-haeftlingen,VEIoF0O

nachhören und nachlesen.

Das Gedächtnisbuch liegt im Gesprächsraum der Evangelischen Versöhnungskirche auf der KZ-Gedenkstätte. Die Jahrespräsentation findet gleich nebenan am 22. März 2026 in der Kirche des Karmel statt.

Hier weiter unten im Blog und in unserem Veranstaltungskalender finden Sie dazu Einzelheiten
https://www.gedaechtnisbuch.org/praesentation-der-neuen-gedaechtnisblaetter/

Nach der Veranstaltung werden wir hier im Blog über die Präsentation berichten.

(21.03.26; Foto: Silke Bergau; IS)

Weitere Infos zur Jahrespräsentation des Gedächtnisbuchs

Das Gedächtnisbuch lädt herzlich zur Jahrespräsentation am 22. März 2026 in der Kirche des Karmel in Dachau ein. 14 neue Biografien werden vorgestellt. 13 haben Schüler*innen des Münchner Theodolinden-Gymnasiums verfasst, bei einer ist der Autor der frühere Diakon der Versöhnungskirche und Mitgründer des Gedächtnisbuchs Klaus Schultz.

Priester Walerian Krzymiński segnet seine Großnichte

Weitere Informationen liefert die Pressemitteilung zur Veranstaltung, die wir hier dokumentieren:

Am Sonntag, den 22. März 2026 lädt der Trägerkreis „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“ zur Projektpräsentation „Namen statt Nummern“ ein. Schüler und Schülerinnen des Theodolinden-Gymnasiums München stellen Lebensgeschichten von Häftlingen des Konzentrationslagers Dachau vor. Darunter sind: der nach dem Krieg in die USA emigrierte Ukrainer Nick Hope, der Schlosser und Sozialpolitiker Richard Piper, der katholisch-konservative Politiker Alois Hundhammer, die jüdischen Fördermitglieder des FC Bayern Max und Albert Grünzeug, der sudetendeutsche Sozialdemokrat Franz Meissel, der jüdische Gymnasiallehrer Ludwig Frank, der polnische Priester Walerian Krzymiński, der kommunistische Polierer Emil Meier und andere.

Über ein Jahr lang haben die Schüler die Biographien erforscht, sie haben Archive aufgesucht, Interviews mit Nachkommen geführt, Literatur gelesen. Die Geschichten, die sie herausgefunden haben, bewegen die Schüler sehr. So schreibt Mila Ruchatz zu ihrer Recherche über ihren Urgroßonkel, den polnischen Priester Walerian Krzymiński: „Die Recherche zu dieser Arbeit fiel mir nicht leicht. Die genauen Informationen darüber, wie katholische Geistliche, und insbesondere polnische katholische Geistliche, in Dachau gedemütigt, gefoltert und ermordet wurden, waren sehr belastend. Das Thema berührt mich nicht nur wissenschaftlich, sondern auch persönlich, da die polnische Identität Teil von mir ist, ebenso die Geschichte von Walerian Krzymiński.“ Mit ihrer Arbeit möchte Mila nicht nur informieren, sondern auch motivieren, sich Wissen anzueignen und das Privileg, in einer freien Gesellschaft zu leben, bewusst zu nutzen: „Möge sie dazu anregen, die eigene Stimme entschieden für Demokratie, Freiheit und Menschenwürde zu erheben.“

Die Veranstaltung findet am Sonntag, den 22. März um 16.00 Uhr in der Kirche des Karmel Dachau statt. Die musikalische Umrahmung übernehmen zwei Schülerinnen des Theodolinden-Gymnasiums, Karoline Prokert und Katharina Thomforde, sowie Mathias Götz. 

Ort und Zeit
Präsentation der neuen Gedächtnisblätter „Namen statt Nummern“, Sonntag, den 22. März 2026 um 16.00 Uhr, Kirche des Karmel Heilig Blut, Alte Römerstraße 91, 85221 Dachau

Anmeldung
Beim Dachauer Forum unter Telefon 08131 99688-0 oder digital auf der Website
https://www.dachauer-forum.de/veranstaltung/namen-statt-nummern-2026/

 

Marine stellte Biografie von Justin Blanc vor

Die Lebensgeschichte des französischen Resistance-Mitglieds Justin Blanc hatte Marine, ASF-Freiwillige in Dachau im Jahr 2024/25, zum Thema ihres Gedächtnisblatts gemacht. Anfang März konnte sie diese Biografie bei einem Gottesdienst in der Versöhnungskirche vorstellen.

 

Wir dokumentieren hier den Originaltext ihres Vortrags:

„Liebe Gesellschaft,

ich bin geehrt, heute auf die großherzige Einladung von Frank hin die Geschichte von Justin Blanc vorstellen zu dürfen. Er ist einer der 200.000 Menschen, die zwischen 1933 und 1945 nach Dachau verschleppt wurden. Justin Blanc war weder laut noch berühmt noch mächtig – er war ein einfaches, typisches Kind der provenzalischen Landschaft. Es ist mir eine Ehre, durch seine Geschichte an das Schicksal eines Kindes aus jenem Kanton zu erinnern, in dem meine eigenen Großeltern und Urgroßeltern lebten und in dem mein Vater aufgewachsen ist.

Justin Blanc wurde in einem kleinen Dorf geboren, eingebettet in die trockenen Wälder der Provence, auf roter Erde, zwischen Hügeln und Tälern. Er war der einzige Sohn einer bescheidenen Schreinerfamilie. Dort, in der Rue du Rastel, wuchs er auf – in einer Umgebung voller Vertrautheit und Einfachheit.

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, war Justin noch minderjährig. Doch an seinem 18. Geburtstag meldete er sich freiwillig zur Marine. Später trat er in die Militärluftfahrt ein und diente in französischer Algerien. Wie viele junge Männer jener Zeit sah er mehr von der Welt, als er sich vielleicht je hätte träumen lassen – und er zahlte dafür einen Preis: Eine schwere Lungeninfektion zwang ihn 1920 zur Rückkehr nach Frankreich.

Wieder zuhause übernahm er den Beruf seiner Vorfahren und wurde Schreiner. Als sein Vater starb, übernahm Justin Verantwortung für die Familie. 1926 heiratete er Joséphine Barolat-Massole, die Tochter einer Nachbarfamilie italienischer Immigranten. Sie lebten gemeinsam mit Teilen beider Familien in einem einfachen Haushalt – bescheiden, aber voller Würde. So verlief ihr Leben still und unauffällig, bis der Krieg es erneut veränderte.

Mit der Besetzung Frankreichs durch Nazi-Deutschland begann Justin Blanc, im Verborgenen zu handeln. Er schloss sich durch eine Vereinbarung mit Bekannten aus seiner Zeit beim Wehrdienst, mit denen er sich angeblich wieder beim Syrisch-Libanesischen Feldzug 1941 engagiert hatte, der Sektion für Landung und Fallschirmabwurf (SAP) an und wurde Leiter des Fayence-Netzwerks. Seine Aufgabe war gefährlich und entscheidend: Er koordinierte die nächtlichen Landefelder, markierte sie mit Feuern und sorgte für den Empfang der abgeworfenen Container – Waffen, Lebensmittel, Medikamente für die Maquisards – diese junge Männer, die sich der Zwangsarbeit verweigert hatten und versteckt in den Wäldern lebten.

In einer Landschaft, in der jeder jeden kannte, konnte Geheimhaltung nur schwer gelingen. Dazu waren die Franzosen nicht geeignet: Manche unterstützten das Vichy-Regime ausdrücklich, andere schämten sich und waren über die deutsche Besetzung empört, wieder andere fühlten sich nicht besonders betroffen, sei es aus Opportunismus oder aus echtem Desinteresse. Bald wussten Gestapo und französische Miliz von den Aktivitäten der Widerständler in dem Kanton. Und so kam der 10. Juli 1944: Der 45-jährige Justin Blanc wurde bei einer Razzia in Montauroux und Callian verhaftet und nach Nizza verschleppt.

Dort wurde er verhört und vermutlich gefoltert. Er verriet jedoch niemanden und bis zur Befreiung wurde kein weiterer Teilnehmer des Fayence-Netzwerks verhaftet. Als sich die Nachricht von der bevorstehenden Landung der Alliierten in der Provence verbreitete, stellte die Gestapo einen Konvoi mit 13 provenzalischen Widerstandskämpfern zusammen. Justin war einer der Ältesten.

Ihre Reise führte sie über Genua, Bergamo und Verona tief hinein ins Herz des feindlichen  Dritten Reiches. Anfang November gelangten sie nach Ingolstadt, dann für eine Nacht in das Polizeipräsidium München, und am 9. November 1944 schließlich in das Konzentrationslager Dachau. Der Konvoi hatte die vertraute Provence im Sommer verlassen und war im Herbst im kalten, fremden Bayern angekommen.

Dort wurde die Gruppe getrennt. Justin kam mit zwei weiteren Männern aus dem Kanton Fayence, Honoré Bourguignon und Camille Laroute, in die Baracke 27. Der Winter war hart, das Lager überfüllt, Krankheit und Hunger allgegenwärtig. Die drei älteren Männer des provenzalischen Konvois starben nacheinander. Justin war der letzte von ihnen.

In der Nacht des 3. Februar 1945 starb er in Baracke 15, einem Nebengebäude des Krankenreviers. Was mit seinem Körper geschah, wissen wir nicht. Wahrscheinlich wurde er wie viele andere in ein Massengrab am Etzenhausener Berg gebracht. Nur wenige Monate später, am 29. April 1945, wurde das Lager befreit.

Einer der Mitgefangenen, Roger Bricoux, überlebte und kam im Juli 1945 nach Montauroux, um der Gemeinde von Justins letzten Tagen zu berichten. Durch ihn wissen wir, dass Justin inmitten der Dunkelheit des Lagers nicht allein war, sondern von Kameraden umgeben, mit denen er den langen Weg von der Provence bis nach Bayern geteilt hatte.

Letztes Jahr jährte sich Justin Blancs Tod zum 80. Mal.

Heute stehen wir hier, um seine Geschichte lebendig zu halten – und um alle 200.000 Häftlinge von Dachau in Erinnerung zu bewahren. Vielleicht wissen wir nicht, wie religiös Justin war. Er stammte aus einer Familie mit republikanischen, antiklerikalen Werten. Doch heute können wir ihm – und all den anderen – etwas schenken, das über Glaubensgrenzen hinausgeht: die Wärme unserer Herzen.

Möge unsere Erinnerung ihnen Frieden bringen. Möge unser Gedenken ein Zeichen der Versöhnung sein. Und mögen Justin Blanc, die zwölf Provenzalen und alle, die in Dachau litten, in der Heimat Ruhe finden, die sie nie wieder betreten durften.

Danke.“

Hier gehts zum Gedächtnisblatt:
https://www.gedaechtnisbuch.org/gedaechtnisblaetter/?f=B&gb=14773

(15.3.26; Foto: Klaus Schulz, Text: Marine/IS)

Einladung zur Jahrespräsentation des Gedächtnisbuchs

Die ehrenamtlichen Verfasser*innen, überwiegend Schüler*innen des Münchner Theodolinden-Gymnasiums, stellen am 22. März 2026 die von ihnen verfassten Biografien von Häftlingen des KZ-Dachau vor. Wir laden herzlich dazu ein!

Foto aus dem Gedächtnisblatt über Walerian Krzyminski

Die Veranstaltung findet in der Kirche im Karmel Heilig Blut in Dachau am Sonntag, den 22. März um 16 Uhr statt.

Die Autor*innen stellen unter anderem folgende Personen vor:

  • den Schlosser und Sozialpolitiker Richard Piper,
  • den Polierer und KommunistenEmil Meier,
  • die jüdischen Fördermitglieder des FC Bayern Max und Albert Grünzeug,
  • den sudetendeutschen Sozialdemokraten Franz Meissel,
  • den jüdische Gymnasiallehrer Ludwig Frank
  • sowie den polnischen Priester Walerian Krzyminski. 

Musikalische Begleitung bieten Mathias Götz, Karoline Prokert und Katharina Thomforde.

Weitere Informationen finden sich im Veranstaltungskalender auf dieser Seite oder in diesem PDF der Einladung:
Jahrespräsentation 22. März 2026

Wir bitten um Anmeldung unter
www.dachauer-forum.de

(7.3.2026; IS)

1. März 2026: Präsentation zweier Gedächtnisblätter in Veranstaltungen der Versöhnungskirche

Am 1. März 2026 präsentieren zwei Autorinnen von Gedächtnisblätter Biografien von Dachau-Häftlingen in Veranstaltungen der Versöhnungskirche.

Anna Schlichenmayer 2022 bei ihrer Recherche in der Münchner Tengstraße

Im vormittäglichen Gottesdienst am 1. März 2026 stellt die ehemalige Freiwillige von Aktion Sühnzeichen Friedensdienste Marine ihre Biografie des französischen Widerstandskämpfers Justin Blanc vor.

Weitere Informationen zum Gottesdienst auf der Website der Versöhnungskirche
https://www.versoehnungskirche-dachau.de/gottesdienste

Hier geht es zum Gedächtnisblatt
Justin Blanc

Ab 16 Uhr wird dann am selben Tag die neue Ausstellung der Versöhnungskirche „Die Rückkehr der Namen“ eröffnet. In dieser Veranstaltung präsentiert die Studentin Anna Schlichenmayer die Lebensgeschichte Josef Gunzenhäusers, die sie noch als Schülerin in einem W-Seminar des Gedächtnisbuchs erarbeitet hat.

Auch hier findet sich ausführliche Veranstaltungsankündigungen sowohl zur Ausstellung wie auch zur Vernissage auf der Website der Versöhnungskirche
https://www.versoehnungskirche-dachau.de/ausstellungen
https://www.versoehnungskirche-dachau.de/veranstaltungen

Hier findet sich das Gedächtnisblatt
Josef Gunzenhäuser

(25.2.2026; IS)

W-Seminar Treuchtlingen: Umgang mit Archivmaterial

In der ersten Hälfte des Februars 2026 beschäftigte sich das W-Seminar in Treuchtlingen mit der Auswertung des bisher gefundenen Archivmaterials. Eine Reihe praktischer Fragen ergab sich aus den vorliegenden Archivalien.

W-Seminar Treuchtlingen (2025)

 

Alle Schüler*innen präsentierten in den vergangenen Wochen vor den beiden Lehrerinnen Christine Venter und Sigrid Mayer und ihren Mitschüler*innen den Stand ihrer Recherchearbeit. Die Lehrerinnen äußerten sich erfreut darüber, was bereits unternommen wurde und auch darüber, was die Seminarteilnehmer bisher für ihre Biographien gefunden haben.

Aus den vorliegenden Materialen ergeben sich viele neue Fragen. Sabine Gerhardus berichtet: „Anhand einer Meldekarte, die eine Schülerin mitgebracht hatte, konnte ich mit dem Kurs das Thema deutsche Schreibschrift nochmal aufgreifen, Lesen üben, und gleichzeitig die Auswertung einer Meldekarte besprechen. Das Lesen fällt noch schwer, aber das ist kein Wunder, hatten sie ja erst eine kurze Einführung gehabt. Ich habe Strategien besprochen, wie man sich so einer Quelle am besten nähern kann.“

Eine Schülerin hat eine Liste mit Fragen erstellt, die sie sich anhand des Archivmaterials stellt. Viele dieser Fragen betreffen den Datenschutz und die Persönlichkeitsrechte von in den Archivalien erwähnten Personen, aber auch die Vorgehensweisen und Auflagen von Archiven. Auch hier fand das Seminar einen Einstieg in eine sehr umfangreiche Thematik.

In der Woche vor den Ferien war Sabine Gerhardus für die Schülerinnen telefonisch erreichbar: Dadurch bestand für die Seminarteilnehmenden die Möglichkeit, ganz individuell Fragen zu klären.

(18.2.26; IS)

Midterm-Seminar des Europäischen Solidaritätskorps

Khrystyna Maksymliuk, Freiwillige im Gedächtnisbuch und an der Versöhnungskirche, hatte vom 2. bis zum 6. Februar 2026 Gelegenheit, anderen europäischen Freiwilligen von ihren Erfahrungen in Dachau zu berichten und auch deren Eindrücke von anderen Orten zu hören. Hier ihr Bericht vom Seminar.

„Letzte Woche hatte ich die Gelegenheit, an einem Seminar des Europäischen Solidaritätskorps in Benediktbeuern teilzunehmen, einem malerischen Ort im Süden Bayerns. Zusammen mit anderen Freiwilligen waren wir in einem örtlichen Kloster untergebracht, das für seine reiche und faszinierende Geschichte bekannt ist. Eine Woche an einem solchen Ort zu verbringen, schuf eine ruhige und besinnliche Atmosphäre, die perfekt zum Geist des Seminars passte.

Das Seminar brachte Freiwillige aus verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichen Hintergründen zusammen, die alle durch ihr Engagement im Europäischen Solidaritätskorps verbunden waren. Einer der wertvollsten Aspekte der Woche war die Möglichkeit, unsere Freiwilligenerfahrungen zu teilen, über die damit verbundenen Herausforderungen nachzudenken und Wege zu finden, diese zu bewältigen.

Ein zentrales Thema des Seminars war das Konfliktmanagement. Durch interaktive Aufgaben übten wir dieses aktiv, mit dem Ziel zu lernen, besser damit umzugehen und unsere Kommunikation effektiver zu gestalten.

Außerdem beschäftigten wir uns mit übergeordneten Themen wie der Europäischen Union, ihren Grundwerten und der Rolle der Medien in der heutigen Welt. Es war wirklich spannend, diese wichtigen Themen intensiver zu beleuchten und die Perspektiven von Menschen aus ganz Europa zu hören.

Ein weiteres Highlight war die Vielfalt an Workshops während der Woche. Diese Einheiten, die oft mit Unterstützung der Freiwilligen selbst organisiert wurden, ermöglichten es uns, tiefer in bestimmte Interessengebiete einzutauchen, neue Fähigkeiten zu entwickeln und kreativ zusammenzuarbeiten.

Was das Seminar jedoch besonders prägte, war die offene und unterstützende Atmosphäre, die von den Teamern geschaffen wurde. Sie förderten Offenheit, Neugier und gegenseitigen Respekt, was es erleichterte, wichtige und manchmal auch sensible Themen anzusprechen.

Rückblickend war das Seminar eine unglaublich bereichernde Erfahrung. Ich habe viele neue Einsichten gewonnen und einen breiteren Blick auf Freiwilligenarbeit und europäische Zusammenarbeit entwickelt. Darüber hinaus habe ich inspirierende Menschen kennengelernt, die ähnliche Werte und Motivationen teilen. Eine Woche im Kreis so engagierter und aufgeschlossener Menschen zu verbringen, war eine große Freude!“

(11.2.2026; Khrystyna Maksymliuk/IS)

 

 

22. Februar 2026: Fürbitte für Wassyl Wolodko im Radiogottesdienst aus der Versöhnungskirche

Am 22. Februar 2026 überträgt der Deutschlandfunk den Gottesdienst aus der Versöhnungskirche. Im Rahmen dieses Gottesdiensts trägt die ASF-Freiwillige Khrystyna Maksymliuk ein Fürbittengebet für den ukrainischen 101-jährigen Dachau-Überlebenden Wassyl Wolodko (auch Vasyl Volodko) vor. Das bereits vor Jahren entstandene Gedächtnisblatt zu Wassyl Wolodko kann ebenfalls in der Versöhnungskirche eingesehen werden.

Ausschnitt Titelblatt des Gedächtnisblatts für Wassyl Wolodko

Ein umfangreiches Programm kennzeichnet die Veranstaltung: Am 22. Februar 2026 jährt sich die Ermordung von Sophie Scholl, Hans Scholl und Christoph Probst zum 83. Mal. Im Gottesdienst liest Julia Cortis aus den Briefen dieser Mitglieder der Weißen Rose. Die Sängerin Helena Huber trägt Lieder vor, die für die drei von besonderer Bedeutung waren, begleitet von Franz Wich. Die Predigt übernimmt Oberkirchenrat Thomas Prieto Peral, Regionalbischof im Kirchenkreis Schwaben-Altbayern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Die liturgische Leitung liegt bei Kirchenrat Björn Mensing von der Versöhnungskirche. Katharina Versluis-Probst, Enkeltochter von Christoph Probst, reist aus den Niederlanden an und spricht über sein Vermächtnis für die Familie. Marlene Anwender (18), Schülerin des Münchner Sophie-Scholl-Gymnasiums, sagt, was die Namensgeberin ihrer Schule heute für sie bedeutet. 

Weitere Informationen zum Gottesdienst finden sich auf der Website der Versöhnungskirche:
https://www.versoehnungskirche-dachau.de/gottesdienste

Hier finden sich Informationen zum Gedächtnisblatt über Wassyl Wolodko:
https://www.gedaechtnisbuch.org/gedaechtnisblaetter/?f=W&gb=11792

(4.2.2026; IS)

 

Workshop „Altdeutsche Schrift richtig lesen“ in Treuchtlingen

Wer alte Handschriften ein wenig schreiben und daher auch leichter lesen kann, erleichtert sich die Arbeit mit zeitgeschichtlichen Archivalien sehr. Das Treuchtlinger W-Seminar ging dazu ins Museum.

Die Lehrerin Sigrid Meyer berichtet über den Workshop am 20. Januar 2026:

„Das W-Seminar „Namen statt Nummern“ der Q12 an der Senefelder-Schule Treuchtlingen verlegte den Unterricht am vergangenen Dienstag von der Schule ins Museum Treuchtlingen, um bei Frau Lilly Rotaru den Workshop „Altdeutsche Schrift richtig lesen“ zu besuchen.

Während der Veranstaltung schrieb Frau Rotaru stilecht an einer alten Schultafel dem Kurs die Buchstaben der Sütterlin-Schrift vor und die Schülerinnen und Schüler durften auf Übungsblättern die Buchstaben nachschreiben und einüben. So war es dann schnell möglich, dass jeder und jede den eigenen Namen in der alten Schrift aufs Papier brachte.

Am Ende wurde noch ein Backrezept in Sütterlin-Schrift ausgeteilt, welches gemeinsam entschlüsselt wurde. So erhielt das Seminar einen ersten praktischen Einblick in diese alte Schriftform, welcher ihnen bei der Entschlüsselung ihrer Dokumente bestimmt weiterhelfen wird.“

(26.1.26; Sigrid Meyer/IS)