W-Seminar Treuchtlingen: Umgang mit Archivmaterial

In der ersten Hälfte des Februars 2026 beschäftigte sich das W-Seminar in Treuchtlingen mit der Auswertung des bisher gefundenen Archivmaterials. Eine Reihe praktischer Fragen ergab sich aus den vorliegenden Archivalien.

W-Seminar Treuchtlingen (2025)

 

Alle Schüler*innen präsentierten in den vergangenen Wochen vor den beiden Lehrerinnen Christine Venter und Sigrid Mayer und ihren Mitschüler*innen den Stand ihrer Recherchearbeit. Die Lehrerinnen äußerten sich erfreut darüber, was bereits unternommen wurde und auch darüber, was die Seminarteilnehmer bisher für ihre Biographien gefunden haben.

Aus den vorliegenden Materialen ergeben sich viele neue Fragen. Sabine Gerhardus berichtet: „Anhand einer Meldekarte, die eine Schülerin mitgebracht hatte, konnte ich mit dem Kurs das Thema deutsche Schreibschrift nochmal aufgreifen, Lesen üben, und gleichzeitig die Auswertung einer Meldekarte besprechen. Das Lesen fällt noch schwer, aber das ist kein Wunder, hatten sie ja erst eine kurze Einführung gehabt. Ich habe Strategien besprochen, wie man sich so einer Quelle am besten nähern kann.“

Eine Schülerin hat eine Liste mit Fragen erstellt, die sie sich anhand des Archivmaterials stellt. Viele dieser Fragen betreffen den Datenschutz und die Persönlichkeitsrechte von in den Archivalien erwähnten Personen, aber auch die Vorgehensweisen und Auflagen von Archiven. Auch hier fand das Seminar einen Einstieg in eine sehr umfangreiche Thematik.

In der Woche vor den Ferien war Sabine Gerhardus für die Schülerinnen telefonisch erreichbar: Dadurch bestand für die Seminarteilnehmenden die Möglichkeit, ganz individuell Fragen zu klären.

(18.2.26; IS)

Midterm-Seminar des Europäischen Solidaritätskorps

Khrystyna Maksymliuk, Freiwillige im Gedächtnisbuch und an der Versöhnungskirche, hatte vom 2. bis zum 6. Februar 2026 Gelegenheit, anderen europäischen Freiwilligen von ihren Erfahrungen in Dachau zu berichten und auch deren Eindrücke von anderen Orten zu hören. Hier ihr Bericht vom Seminar.

„Letzte Woche hatte ich die Gelegenheit, an einem Seminar des Europäischen Solidaritätskorps in Benediktbeuern teilzunehmen, einem malerischen Ort im Süden Bayerns. Zusammen mit anderen Freiwilligen waren wir in einem örtlichen Kloster untergebracht, das für seine reiche und faszinierende Geschichte bekannt ist. Eine Woche an einem solchen Ort zu verbringen, schuf eine ruhige und besinnliche Atmosphäre, die perfekt zum Geist des Seminars passte.

Das Seminar brachte Freiwillige aus verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichen Hintergründen zusammen, die alle durch ihr Engagement im Europäischen Solidaritätskorps verbunden waren. Einer der wertvollsten Aspekte der Woche war die Möglichkeit, unsere Freiwilligenerfahrungen zu teilen, über die damit verbundenen Herausforderungen nachzudenken und Wege zu finden, diese zu bewältigen.

Ein zentrales Thema des Seminars war das Konfliktmanagement. Durch interaktive Aufgaben übten wir dieses aktiv, mit dem Ziel zu lernen, besser damit umzugehen und unsere Kommunikation effektiver zu gestalten.

Außerdem beschäftigten wir uns mit übergeordneten Themen wie der Europäischen Union, ihren Grundwerten und der Rolle der Medien in der heutigen Welt. Es war wirklich spannend, diese wichtigen Themen intensiver zu beleuchten und die Perspektiven von Menschen aus ganz Europa zu hören.

Ein weiteres Highlight war die Vielfalt an Workshops während der Woche. Diese Einheiten, die oft mit Unterstützung der Freiwilligen selbst organisiert wurden, ermöglichten es uns, tiefer in bestimmte Interessengebiete einzutauchen, neue Fähigkeiten zu entwickeln und kreativ zusammenzuarbeiten.

Was das Seminar jedoch besonders prägte, war die offene und unterstützende Atmosphäre, die von den Teamern geschaffen wurde. Sie förderten Offenheit, Neugier und gegenseitigen Respekt, was es erleichterte, wichtige und manchmal auch sensible Themen anzusprechen.

Rückblickend war das Seminar eine unglaublich bereichernde Erfahrung. Ich habe viele neue Einsichten gewonnen und einen breiteren Blick auf Freiwilligenarbeit und europäische Zusammenarbeit entwickelt. Darüber hinaus habe ich inspirierende Menschen kennengelernt, die ähnliche Werte und Motivationen teilen. Eine Woche im Kreis so engagierter und aufgeschlossener Menschen zu verbringen, war eine große Freude!“

(11.2.2026; Khrystyna Maksymliuk/IS)

 

 

22. Februar 2026: Fürbitte für Wassyl Wolodko im Radiogottesdienst aus der Versöhnungskirche

Am 22. Februar 2026 überträgt der Deutschlandfunk den Gottesdienst aus der Versöhnungskirche. Im Rahmen dieses Gottesdiensts trägt die ASF-Freiwillige Khrystyna Maksymliuk ein Fürbittengebet für den ukrainischen 101-jährigen Dachau-Überlebenden Wassyl Wolodko (auch Vasyl Volodko) vor. Das bereits vor Jahren entstandene Gedächtnisblatt zu Wassyl Wolodko kann ebenfalls in der Versöhnungskirche eingesehen werden.

Ausschnitt Titelblatt des Gedächtnisblatts für Wassyl Wolodko

Ein umfangreiches Programm kennzeichnet die Veranstaltung: Am 22. Februar 2026 jährt sich die Ermordung von Sophie Scholl, Hans Scholl und Christoph Probst zum 83. Mal. Im Gottesdienst liest Julia Cortis aus den Briefen dieser Mitglieder der Weißen Rose. Die Sängerin Helena Huber trägt Lieder vor, die für die drei von besonderer Bedeutung waren, begleitet von Franz Wich. Die Predigt übernimmt Oberkirchenrat Thomas Prieto Peral, Regionalbischof im Kirchenkreis Schwaben-Altbayern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Die liturgische Leitung liegt bei Kirchenrat Björn Mensing von der Versöhnungskirche. Katharina Versluis-Probst, Enkeltochter von Christoph Probst, reist aus den Niederlanden an und spricht über sein Vermächtnis für die Familie. Marlene Anwender (18), Schülerin des Münchner Sophie-Scholl-Gymnasiums, sagt, was die Namensgeberin ihrer Schule heute für sie bedeutet. 

Weitere Informationen zum Gottesdienst finden sich auf der Website der Versöhnungskirche:
https://www.versoehnungskirche-dachau.de/gottesdienste

Hier finden sich Informationen zum Gedächtnisblatt über Wassyl Wolodko:
https://www.gedaechtnisbuch.org/gedaechtnisblaetter/?f=W&gb=11792

(4.2.2026; IS)

 

Workshop „Altdeutsche Schrift richtig lesen“ in Treuchtlingen

Wer alte Handschriften ein wenig schreiben und daher auch leichter lesen kann, erleichtert sich die Arbeit mit zeitgeschichtlichen Archivalien sehr. Das Treuchtlinger W-Seminar ging dazu ins Museum.

Die Lehrerin Sigrid Meyer berichtet über den Workshop am 20. Januar 2026:

„Das W-Seminar „Namen statt Nummern“ der Q12 an der Senefelder-Schule Treuchtlingen verlegte den Unterricht am vergangenen Dienstag von der Schule ins Museum Treuchtlingen, um bei Frau Lilly Rotaru den Workshop „Altdeutsche Schrift richtig lesen“ zu besuchen.

Während der Veranstaltung schrieb Frau Rotaru stilecht an einer alten Schultafel dem Kurs die Buchstaben der Sütterlin-Schrift vor und die Schülerinnen und Schüler durften auf Übungsblättern die Buchstaben nachschreiben und einüben. So war es dann schnell möglich, dass jeder und jede den eigenen Namen in der alten Schrift aufs Papier brachte.

Am Ende wurde noch ein Backrezept in Sütterlin-Schrift ausgeteilt, welches gemeinsam entschlüsselt wurde. So erhielt das Seminar einen ersten praktischen Einblick in diese alte Schriftform, welcher ihnen bei der Entschlüsselung ihrer Dokumente bestimmt weiterhelfen wird.“

(26.1.26; Sigrid Meyer/IS)

W-Seminar Treuchtlingen: Start in die Arbeit mit Archivalien

Am 13. Januar 2026 stand der Einstieg in die Arbeit mit Archiven und Archivalien auf dem Programm des W-Seminars am Gymnasium der Senefelder-Gesamtschule in Treuchtlingen.

Blick ins Seminar 2025

Sabine Gerhardus präsentierte im Seminar einige Beispiele für Archivalien. Damit hatten die Teilnehmer*Innen schon einmal ein Bild vor Augen, wie Quellen aus Archiven aussehen können und mit welchen Arten von Handschriften sie rechnen müssen.

Die Schüler*Innen überlegten sich jeweils drei Rechercheideen für die zu recherchierende Biografie. Zunächst braucht es ja konkrete Ansprechpartner. An welche Archive wendet man sich am besten?

Ausführlich wurde die Kontaktaufnahme mit den Archiven besprochen. Hierzu hatten die Schüler*innen einige Fragen. Welche Informationen sollen in der Anfrage an das Archiv stehen?

Wer noch etwas klären will oder unsicher ist, kann sich gerne per Mail an Sabine Gerhardus wenden: info@gedaechtnisbuch.de.

(15.1.26; Foto: Khrystyna Maksymliuk, Ausschnitt; IS)

2025 im Rückblick

Zwölf neue Biographien von Häftlingen des KZ Dachau konnten die Autor*innen des Gedächtnisbuchs bei der Jahrespräsentation im März 2025 vorstellen. Einer der Porträtierten war der 101-jährige Jean Lafaurie, der einen Monat später zur Befreiungsfeier Dachau besuchte. Bei dieser Gelegenheit überreichte ihm die Autorin Noémie Hernandez, Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, das ihm gewidmete Gedächtnisblatt.

Publikum bei der Jahrespräsentation am 22. März 2025

Heute, zum Jahresbeginn 2026, sind mehr als 25 neue Gedächtnisblätter im Entstehen, der Großteil davon in den W-Seminaren an Gymnasien in München und Treuchtlingen. Das Münchner Seminar in Städtischen Theodolinden-Gymnasium geht gerade in die Endphase der Bearbeitung, die Ergebnisse werden am 22. März 2026 bei der Jahrespräsentation zu sehen sein.

Mit Unterstützung der KEB Bayern wurde die Wanderausstellung des Gedächtnisbuchs in Altötting, Eggenfelden und Zwiesel gezeigt. Die Ausstellungen begleitete jeweils ein umfangreiches Rahmenprogramm. Im Anschluss an die Veranstaltungen bot sich die Gelegenheit zum Gespräch – und es zeigte sich, dass der Gesprächsbedarf sowohl über die historischen Vorkommnisse an den jeweiligen Orten wie auch über die derzeitige politische Situation sehr groß ist.

„Names, not Numbers“ hieß es Ende April/Anfang Mai in der Beth El Synagoge in East Windsor im amerikanischen Bundesstaat New Jersey. Hier war die englische Fassung der Wanderausstellung des Gedächtnisbuchs zu sehen.

Weitere Einzelheiten aus dem vergangenen Jahr gibt es in den älteren Beiträgen hier im Blog. Bitte einfach nach unten scrollen.

(3.1.2026; Foto: Filmstill Julian Monatzeder (Ausschnitt); IS)

W-Seminar Theodolinden-Gymnasium: Alle Seminararbeiten liegen vor

Ausreichend Lektüre zum Jahresende hat Gedächtnisbuch-Projektleiterin Sabine Gerhardus auf ihrem Schreibtisch liegen. Alle Seminararbeiten aus dem von ihr und der Lehrerin Silke Bergau betreuten W-Seminar am Städtischen Theodolinden-Gymnasium in München sind jetzt auch bei ihr.

Sabine Gerhardus berichtet:

„Frau Bergau hat mir die Seminararbeiten aus unserem W-Seminar gebracht. Alle enthalten einen Entwurf für das Gedächtnisblatt, einen zum Teil sehr ausführlichen Lebenslauf mit Quellenangaben und die Bearbeitung eines historischen Hintergrundthemas, das mit der Biographie zusammenhängt.

Ich lese die Arbeiten mit großem Interesse und freue mich darüber, wir intensiv sich einige Schüler mit der Geschichte ihrer Person auseinandergesetzt haben. Die Gedächtnisblätter werden jetzt noch zur Publikation vorbereitet.

Ich danke allen Schülern und Schülerinnen und Frau Bergau für alle Mühe, die interessanten Arbeiten und wünsche allen schöne Ferien, frohe Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.“

(23.12.25; IS)

Planungen rund um das W-Seminar in Treuchtlingen

Einen Doppeltermin hatte Sabine Gerhardus im Dezember 2025 in Treuchtlingen. Zum einen ging die Arbeit im Treuchtlinger W-Seminar weiter, zum anderen traf sie sich mit der Leiterin des Museums Treuchtlingen und dem Geschäftsführer der KEB Weißenburg-Gunzenhausen.

Nach Treuchtlingen begleitet wurde Sabine Gerhardus von Khrystyna Maksymliuk, derzeit Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste im Gedächtnisbuchprojekt.

Sabine Gerhardus berichtet: „Am 2. Dezember habe ich das W-Seminar an der Senefelder-Schule wieder getroffen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben ihre digitalen Arbeitsordner erhalten. Ich konnte Ihnen die Arbeit mit unseren „Lebensläufen“ zeigen.“

Diese Lebensläufe sind Dateien, die alle wichtigen Informationen und Quellenangaben enthalten. Sie werden von den Schüler*innen jeweils über die von ihnen porträtierte Person erstellt.

Auch ein Treffen mit Magdalena Paschke vom Museum Treuchtlingen und dem Geschäftsführer der KEB Weißenburg-Gunzenhausen, Matthias Hirschmüller, stand auf dem Programm.  „Khrystyna und ich trafen im Museumscafé Magdalena Paschke und Matthias Hirschmüller. Im gemütlichen Café konnten wir uns kennenlernen und über unsere Kooperationsideen austauschen. Sowohl Frau Paschke als auch Herr Hirschmüller haben großes Interesse an unserer Arbeit.“

Die Ergebnisse dieser Besprechung können sich sehen lassen: Die Ausstellung „Namen statt Nummern“ und die Ergänzung „Geistliche im KZ Dachau“ sollen ab September 2026 im großen Ausstellungsraum des Museums gezeigt werden. Auch ein Rahmenprogramm ist in Planung, bei der die Schüler und Schülerinnen des W-Seminars an der Senefelder-Schule Gelegenheit bekommen sollen, ihre Arbeit vorzustellen.“

Sabine Gerhardus meint: „Es gibt schon viele Ideen – ich bin gespannt, was alles entstehen wird!“

Wie auf dem Foto zu sehen ist, zeigt das Museum zur Zeit eine Ausstellung über Franken und Treuchtlingen um 1920 – sicher auch für die Teilnehmenden des W-Seminars von Interesse.

(17.12.25; Foto: Khrystyna Maksymliuk; IS)

Advent und Weihnachten in der Hölle des Konzentrationslagers Dachau

Eine ökumenische Lesung mit musikalischer Begleitung veranstalten das Karmel Heilig Blut, die evangelische Versöhnungskirche und die Katholische Seelsorge am Sonntag, dem 14.12.2025. Unter den Verfassern der vorgetragenen Texte finden sich auch Häftlinge des KZ Dachau, die bereits in einem Gedächtnisblatt gewürdigt wurden.

Die Advents- und Weihnachtszeit war für Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau mit christlicher Prägung eine besondere Herausforderung. Wie konnten sie getrennt von ihren Familien unter den unmenschlichen, höllischen Bedingungen des Lagers das Licht und die Freude dieser Zeit im Kirchenjahr erfahren? 

Eine ökumenische Gedenkveranstaltung spürt dem am Dritten Advent nach mit einer Lesung aus Tagebüchern, Briefen, Predigten und Erinnerungen von Häftlingen aus mehreren Ländern. Die Schauspielerin und Radiomoderatorin Conny Glogger liest Texte der katholischen Priester Alfred Berchtold, Jean Bernard, Franz Sales Heß, Adam Kozłowiecki, Gregor Schwake und Egelmar Unzeitig sowie der evangelischen Theologen Karl Adolf Groß und Martin Niemöller. 

Zwischen den Lesungen erklingt adventliche und weihnachtliche Musik, die den Gefangenen im KZ Dachau Trost vermittelte. Unter der Leitung von Clayton Bowman musizieren der Klassik Chor München und die Harfenistin Olivia Neuhauser Werke von Tomás Luis de Victoria, Benjamin Britten und John Rutter, sowie die  Weihnachtslieder O Tannenbaum und Stille Nacht. 

Weitere Informationen zu der Veranstaltung finden sich rechts im Terminkalender auf dieser Website sowie unter
https://www.versoehnungskirche-dachau.de/veranstaltungen

Zu einigen der in der Veranstaltung zitierten Personen liegen Gedächtnisblätter vor. Zwei dieser Biografien stehen hier auf dieser Website online:
Adam Kozłowiecki
und Hubert (Engelmar) Unzeitig.

(9.12.25; IS)