Erinnerungskultur zwischen Fußball und Geschichte – Reise nach Litauen
Jakob von Borries nimmt am W-Seminar des Gedächtnisbuchs am Münchner Theodolinden-Gymnasiums teil. Inhaltlich eng damit verbunden war seine Ferienreise zu Erinnerungsorten in Litauen, von der er uns im Folgenden berichtet.
„Als Teilnehmer des W-Seminars „Namen statt Nummern“ beschäftige ich mich intensiv mit Erinnerungskultur. Meine Leidenschaft für den FC Bayern verbinde ich dabei direkt mit dem Gedächtnisblatt, an dem ich zurzeit arbeite. Umso mehr hat es mich gefreut, dass ich die Gelegenheit hatte, an einer Gedenkreise nach Kaunas und Vilnius teilzunehmen – organisiert vom Fanprojekt München.
Unsere Reisegruppe bestand aus 20 Bayern-Fans verschiedensten Alters. Fünf Tage lang erkundeten wir Litauen: Wir besuchten Museen, Gedenkstätten und ehemalige Ghettos, tauschten uns in Reflexionsrunden aus und setzten uns intensiv mit den historischen Orten auseinander.
Warum gerade Kaunas?
In der Tötungsanstalt IX. Fort bei Kaunas wurden über 1000 Münchnerinnen und Münchner ermordet, die 1941 dorthin deportiert worden waren. Unter ihnen befanden sich auch Mitglieder des FC Bayern. Ihrer zu gedenken, machte die Reise für mich besonders bedeutsam.
Neben der Auseinandersetzung mit der schweren Geschichte Litauens habe ich auch das Land selbst sehr positiv erlebt: Die Menschen waren herzlich, offen und interessiert. Für mich war diese Reise nicht nur historisch lehrreich, sondern auch persönlich wertvoll – und ich kann einen Besuch in Litauen, egal in welchem Kontext, nur wärmstens empfehlen.“
(18.9.25; Jakob von Borries/IS)


