Biographie Justin Fränkel: Preisgeld ermöglicht Reise zur Tochter des Porträtierten

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Für ihre herausragende Seminararbeit über den jüdischen Lehrer Justin Fränkel im Rahmen des BLLV-Projekts Erinnern erhielt Jana Schmitt den Preis des Bayerischen Clubs – wir berichteten. Das Preisgeld hat sie in eine fünftägige Reise nach New York investiert und Justin Fränkels Tochter Edith Fraenkel-Schwarz besucht. Der Familie Fraenkel gelang in den 30er Jahren die Emigration in die USA.

Wie kam es zu der Reise?
Für meine Seminararbeit habe ich als Zeitzeugin Edith Schwarz – das Fraenkel lässt sie in der Regel weg -, interviewt, einmal per Telefon und dann hatten wir E-Mail-Kontakt. Schon damals hat sie mich eingeladen. Mit dem Preisgeld des Bayerischen Clubs war dieser Besuch möglich und ich konnte ihr sagen, dass ich nach New York kommen werde. Meine Eltern und meine beste Freundin haben mich begleitet.
Wie sind Ihre Tage in New York verlaufen?
Edith Schwarz hat uns bei sich untergebracht. Sie wohnt in einem der äußersten Randbezirke von New York, wir sind mit dem Taxi dahin gefahren. Sie hat uns den Ort und den Bahnhof gezeigt, damit wir auch nach New York reinfahren konnten. Am ersten Abend hat sie uns mit einem Abendessen bewirtet und uns bei dieser Gelegenheit erzählt, wie ihr koscherer Haushalt funktioniert und auf was wir achten sollen. Wir frühstückten in den nächsten Tagen immer gemeinsam, tagsüber hatte sie meistens andere Verpflichtungen und wir waren in der Stadt unterwegs, aber abends haben wir uns dann wieder getroffen und miteinander geredet.
Was hat Sie besonders beeindruckt?
Wie offen Frau Schwarz war. Sie hat uns nicht gekannt, sie hat uns zu sich eingeladen und eine ganze Woche bei sich aufgenommen. Sie hat sehr offen über ihre Familiengeschichte gesprochen, auch über ihre jetzige Familiengeschichte. Und vor allem, dass sie so dankbar war, sie hat sich immer wieder bedankt für meine Arbeit über ihre Familie – bei allem, was sie alles für uns getan hat, im Vergleich dazu: Das war ja nur eine Seminararbeit!
Sehr eindrucksvoll fand ich auch, wie fit und kulturell interessiert Frau Schwarz noch ist. Sie ist ja jetzt schon hoch in den 80ern … Sie unternimmt sehr viel und geht regelmäßig ins Theater und ins Musical. Sie ist sehr kulturinteressiert und konnte uns viele Tipps geben.
Werden Sie mit Ihrer Gastgeberin in Kontakt bleiben?
Edith Schwarz unternimmt jedes Jahr eine Deutschlandreise. Wir hoffen sehr, dass sie im nächsten Jahr bei uns vorbeikommt.