Lesung: „Nein, wir wollen nicht mehr arbeiten, wir haben Hunger“

Lydia Starkulla liest Texte von Kiky Gerritsen-Heinsius

„Was am 12. Januar 1945 schließlich den Ausschlag gegeben hat, weiß ich eigentlich nicht mehr. … kurz nach der Mittagspause (wurde) plötzlich vorn im Saal die Arbeit niedergelegt. Nein, wir wollen nicht mehr arbeiten, wir haben Hunger.“ – In ihrem Erinnerungsbericht schildert die Niederländerin Hendrika Jacoba (Kiky) Gerritsen-Heinsius (1921–1990) eindringlich den Streik der Frauen und berichtet über die schweren Arbeitsbedingungen im Werk und das Leben im KZ-Außenlager in München-Giesing.

Von 1944 bis kurz vor ihrer Befreiung am 30. April 1945 waren im Außenlager Agfa-Kommando etwa 550 weibliche Häftlinge untergebracht, mehrheitlich politische Gefangene aus den Niederlanden und Polen. Die Frauen mussten im Agfa-Werk für die Rüstungsindustrie schuften.

Der Journalist Jos Sinnema bearbeitete mit Kikys Witwer Piet Gerritsen ihren Erinnerungsbericht. Jan van Ommen, Sohn von Renny van Ommen-de Fries, einer Mitgefangenen Kikys, besorgte die deutsche Übersetzung. Die Münchner Schauspielerin und Regisseurin Lydia Starkulla liest ausgewählte Passagen.

Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Dachau und Versöhnungskirche Dachau

Begleitprogramm zur Ausstellung „Namen statt Nummern. Niederländische politische Häftlinge im KZ Dachau“ im Sonderausstellungsraum der KZ-Gedenkstätte


Lesung: "Nein, wir wollen nicht mehr arbeiten, wir haben Hunger"
5. Juni 2018, 19 Uhr
Sonderausstellungsraum der KZ-Gedenkstätte Dachau